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Posted in Technology
Februar 29th, 2016

Frauen in der IT: Kerstin, SAP-Entwicklerin bei „Wer liefert was“

In den letzten Wochen haben wir Euch Frauen in verschiedenen IT-Jobs vorgestellt: Neben Laura, der Interaction Designerin, haben wir Anna, die Software-Testerin, sowie Jennifer, die Frontend-Entwicklerin, portraitiert. Vergangene Woche hat uns Marjan mehr über ihr Leben als Werkstudentin bei „Wer liefert was“ erzählt – und die Vorteile der flexiblen Arbeitszeiten in der Branche hervorgehoben.

Im letzten Teil unserer Serie kommen wir zu Kerstin, die ihren Job als SAP-Entwicklerin und die Erziehung ihrer zwei Kinder erfolgreich unter einen Hut bringt – auch mithilfe der Flexibilität ihrer Arbeitszeiten und -orte.

Aber fangen wir ganz vorne an: Warum SAP? Warum überhaupt IT? „Dass ich mal in dem Bereich arbeiten würde, hätte ich mir damals, als ich mit der Schule fertig wurde, nicht gedacht.“ Was erst einmal zählte, war: auf eigenen Beinen stehen, eigenes Geld verdienen. Ein Studium war finanziell erstmal nicht drin. Deshalb ging sie nach dem Realschulabschluss an eine berufsbildende Schule und absolvierte eine zweijährige schulische Ausbildung zur Wirtschaftsassistentin im Bereich Datenverarbeitung. Der nächste Ausbildungsschritt – hin zur Bürokauffrau – war aber nichts für Kerstin: „Ich wollte einen Job erlernen, der Zukunft hat. Also habe ich mich für eine Ausbildung zur Fachinformatikerin entschieden.“

Anfänglich war das Ganze nicht so Kerstins Ding: „Ich war zuerst nicht so begeistert“, räumt sie ein. Hinzu kam, dass ihr Berufsschullehrer fest davon überzeugt war, dass Frauen in der IT nichts verloren hätten. Das kann entmutigen. Doch Kerstin fühlte sich dadurch umso mehr angespornt, ihre Ausbildung nicht aufzugeben. „Ich bin dran geblieben und habe es doch durchgezogen – auch dank des vielen Zuspruchs aus meinem Freundeskreis und meiner Familie. Ein Glück! Heute weiß ich, dass auch Frauen in der IT etwas bewegen können und zum ausgewogenen Betriebsklima beisteuern.“

Nach Abschluss der Ausbildung arbeitete sie weiter in dem Betrieb und gelangte in den Bereich der Firma, in dem die Unternehmens-Informationssoftware SAP (eigentlich SAP Enterprise-Resource-Planning) betreut und weiterentwickelt wurde. Nach sieben Jahren wechselte sie zu „Wer liefert was“.

Über die Zeit hat Kerstin ihren Job sehr schätzen gelernt: „Hier werde ich gefordert: Ich muss analytisches Denken abrufen und anwenden. Teilweise sind die Aufgaben recht komplex und man muss sie erst einmal durchschauen.“ Beim Entwickeln von Anwendungen gibt es nicht den einen Königsweg: „Das Programmdesign ist offen und frei gestaltbar. Das gibt mir Spielraum darin, welchen Lösungsansatz ich wähle. Das finde ich gut!“

In ihrem aktuellen Projekt hat Kerstin Schnittstellen zwischen SAP und einer CRM-Software (CRM steht für Customer-Relationship-Management) aufgebaut, über welche die zwei Systeme miteinander kommunizieren können. Mittlerweile ist die Phase der Nachbereitung angebrochen: „Momentan unterstütze ich zum einen die Kollegen bei der Arbeit mit den Schnittstellen. Zum anderen müssen manche Schnittstellen weiterentwickelt werden, damit am Ende alles reibungslos läuft.“

Probleme treten für viele Arbeitnehmer nicht nur im Job selbst auf, sondern auch bei dem Versuch, die Arbeit mit der Familie zu vereinbaren. Kerstin hat in ihrer Zeit bei „Wer liefert was“ zwei Kinder bekommen: „Die Elternzeit ließ sich gut managen. Und seit ich mein erstes Kind habe, arbeite ich in Teilzeit, also 30 Stunden die Woche.“ Dass sie dadurch früher geht als andere und manchmal die letzten Schritte eines Lösungsprozesses auf den nächsten Tag verschieben muss, sei natürlich ein Wehrmutstropfen. „Aber allgemein stimmen die Rahmenbedingungen einfach, wenn es um die Balance von Beruf und Kindererziehung geht. Abgesehen von einigen festen Terminen ist man recht flexibel darin, wann – und wo – man etwas erledigt. Wenn meine Tochter mal krank ist, muss ich nicht extra unnötig ausfallen, sondern kann wichtige Arbeit auch von zu Hause erledigen.“ Das ist zwar meistens, aber nicht immer, möglich: „Letztens musste ich doch ins Büro kommen. Da habe ich meine Tochter, die nicht in die KiTa gehen konnte, einfach mitgebracht. Das war auch okay. Sie fand das alles sehr spannend hier und die Kollegen waren begeistert von unserer kleinen Besucherin.“

Und so endet unsere Serie über Frauen in der IT: Eine Portrait-Reihe, die hoffentlich etwas Interesse wecken und Mut machen konnte, in der IT-Branche mitzumischen – auch bei Leserinnen oder Lesern, die bisher noch nicht das IT-Gen in sich kennengelernt haben.

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