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Posted in Insights
Mai 18th, 2018

#ichbinwlw mit… Darius Murawski, Senior Web Developer

Darius Murawski ist Senior Web Developer bei „Wer liefert was“. In unserer Interviewreihe #ichbinwlw spricht der 30-Jährige über dankbare Lehrer, blitzschnelle Speedruns und eine kreative Namensfindung.

Als fähiger Web-Entwickler gehört man heute zu den Stars des Arbeitsmarktes – Stichwort: Fachkräftemangel. Dieser Begriff treibt Unternehmen fast täglich Schweißperlen auf die Stirn. Umso erfreulicher ist es daher für uns, ein mehr als 25-Personen starkes WebDev-Team in den eigenen Reihen zu haben. Doch neben all dem Herumtüfteln an komplizierten Codes und der daraus resultierenden Verbesserung unserer Website, darf eine Sache natürlich nicht in den Hintergrund geraten: Nicht nur fachlich, sondern auch menschlich ist das Team im Tech-Space des fünften Stocks eine absolute Bereicherung.

Bestes Beispiel: Darius! Er hat nicht nur unser Backend fest im Griff und hilft neuen Kollegen bei der Einarbeitung. Wenn nach der Arbeit gemeinsam eine Runde Mario Kart gespielt wird, um den Zusammenhalt im Team zu stärken, hat der leidenschaftliche Metal-Fan ebenfalls seine Finger mit im Spiel. Es wurde also höchste Zeit, Darius endlich auf ein Kaltgetränk zu treffen und über künftige Projekte und sein momentan größtes Hobby zu sprechen.

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Ich glaube, bei kaum einem Mitarbeiter passt diese Einstiegsfrage besser: Welche Sprachen sprichst Du?

Bei den „menschlichen“ Sprachen sind es Polnisch, Englisch, Deutsch und ein wenig Französisch. Aber Du möchtest bestimmt auf die Programmiersprachen hinaus. Da ist es vor allem Ruby. Ich habe auch schon etwas mit JavaScript, Scala, Java und C# gemacht. Momentan sitze ich aber an Python.

Wie bist Du zum Programmieren gekommen? Wolltest Du schon als Kind Entwickler werden?

Als ich noch klein war, bekam ich ein Buch zum Thema QBasic geschenkt. QBasic war ein damals auf Windows 95 integrierter Interpreter für BASIC Code. Ich war sofort gecatched und fing kurz danach an, erste kleine Sachen zu programmieren. Natürlich habe ich meinen Eltern alles sofort stolz präsentiert: „Wenn Du hier deinen Namen eingibst, kommt am Ende etwas anderes heraus, als wenn Du den Namen von jemand anderem eingibst, probier‘ es aus!“ (lacht). Total komisch wenn ich mir überlege, dass ich damals die wichtigsten Sachen aus dem Buch mit der Schreibmaschine abtippte, um es besser zu lernen. Aber so fing alles an.

Auf deinem Xing Profil habe ich gesehen, dass Du auf der Realschule einen Computergrundkurs für Lehrer gegeben hast. Wie kam es dazu?

Ich hatte einen etwas älteren Klassenlehrer, für den das ganze Thema Computer ziemliches Neuland war. Mit Microsoft Office und anderen Programmen kam ich zu diesem Zeitpunkt schon gut klar. Eigentlich meinte er zu mir anfangs nur im Scherz, ob er nicht noch etwas von mir lernen könnte. Einige Tage später erstellte ich jedoch aus Neugier, gemeinsam mit einem Freund, einen Fragebogen für alle Lehrer bezüglich ihrer Computerkenntnisse und ob Interesse an einem Kurs bestünde. Das war tatsächlich bei einem Großteil der Fall. Und so führte eines zum anderen.

Und was genau hast Du den Lehrern im Kurs beigebracht?

Anfangs waren es ganz einfache Lektionen. Zum Beispiel: Wie bewege ich eine Maus? Die Lehrer sollten auf dem leeren Screen einfach nur runde Bewegungen machen, um überhaupt mal ein Gefühl dafür zu bekommen. Für viele war es tatsächlich das erste Mal, dass sie in Berührung mit einem PC bzw. einer Maus kamen. Es brachte aber Spaß und jeder konnte mit diesen „neumodischen Geräten“ am Ende etwas anfangen.

Du bist schließlich jedoch nicht Lehrer geworden, sondern – zum Glück – bei uns gelandet. Wie bist Du zu wlw gekommen?

Ich habe wlw als Firma zum ersten Mal auf einem Game Jam kennengelernt. Dort hat man mit JavaScript versucht Spiele zu programmieren. Ich habe mich mit meinem Laptop damals hier hingesetzt und angefangen Spiele zu vertonen. Das war ziemlich witzig! Vor allem, weil ich auch anfing irgendwelche Schießgeräusche aufzunehmen und den Leuten zur Verfügung zu stellen.

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Auf persönlicher Ebene hatte es mir hier auf Anhieb gut gefallen und wenig später hatte ich mich dann auch beworben und innerhalb von einer Woche war ich eingestellt. Das ging ratzfatz.

Was genau ist Deine Aufgabe bei wlw?

Meine Aufgaben sind sehr vielfältig. Ich habe bei wlw ganz klassisch mit Ruby-Entwicklung angefangen. Ich weiß noch genau: Mein erster Code hier hing mit der Auto-Suggest-Funktion zusammen. Also, dass automatisch eine Liste an Vorschlägen aufploppt, wenn man Begriffe in die Suchzeile eingibt. Für diese Funktion habe ich einen Test geschrieben und eine neue Funktionalität hinzugefügt, weil es zu diesem Zeitpunkt noch keinen Test dafür gab. Jetzt gerade sitzen wir im Team daran, die unterschiedlichen „Sonstigen“ Kategorien aufzuräumen. Zum Hintergrund: Früher basierten die Vorschläge nur auf dem Namen der Produkte. Dafür hatten wir einen Machine Learning Ansatz („Naive Bayes“, Anm. d. Red.) gewählt. Die Akzeptanzrate entsprach jedoch leider nicht unseren Vorstellungen. Ein ehemaliger Freelancer baute daraufhin ein Modell basierend auf Bildinformationen und hat dies prototypisch für uns in Python implementiert. Ich sitze jetzt daran, dieses Modell richtig in unsere Infrastruktur zu integrieren, damit die Vorschläge schnell durchgeschaut und akzeptiert werden können.

Du bist seit knapp 4 Jahren bei wlw. Was gefällt Dir hier so gut?

Grundsätzliche mache ich gern Dinge, die mich auch wirklich interessieren. Ich versuche mir immer Sachen herauszupicken, die ich cool finde und an denen ich dann auch mit Herzblut arbeite. Seit ich hier bin habe ich immer passende Tätigkeiten – innerhalb des Firmenkontextes – für mich gefunden. Deswegen bin ich schon so lange und auch immer noch gerne hier. Für die Zukunft habe ich mir vorgenommen, aktiver im Bereich Machine Learning zu sein. Dieser Bereich wird für uns immer wichtiger und ich möchte da gern bei unterschiedlichen Projekten mit anpacken.

Warum, würdest Du sagen, ist wlw ein attraktiver Arbeitgeber für Entwickler?

Der große Vorteil ist, in meinen Augen, dass man sich hier entweder sehr breit oder sehr fokussiert entwickeln kann. Je nachdem was einem besser liegt. Im Search-Team haben wir beispielsweise absolute Elasticsearch Experten, die ganz stark auf dieses Thema fokussiert sind. Elasticsearch ist die Kerntechnologie, die wir im Hintergrund für unsere Suche verwenden. Ich hingegen habe lieber einen breiten Background mit verschiedenen Programmiersprachen, Frameworks etc., weil mir das sehr gut liegt. Bei wlw findet man beide Sparten, weshalb sich hier jeder Typus von Web Developer schnell entwickeln kann.

Apropos schnell: Du bist ein großer Fan von sogenannten Speedruns. Erkläre doch bitte einmal, was das genau ist.

Bei einem Speedrun möchte ich ein Videospiel so schnell wie möglich durchspielen. Dabei geht es soweit, dass die Zeit gemessen und auf verschiedenen Portalen dann weltweit verglichen wird. Das Ganze geht teilweise sogar über den reinen Herausforderungsaspekt hinaus: Es gibt zum Beispiel Charity-Veranstaltungen, bei denen Spieler aus der ganzen Welt zusammenkommen, gemeinsam Speedruns machen und schließlich etwas spenden. Das ist eine ziemlich coole Aktion.

Warum gerade Speedruns? Bist Du ein ungeduldiger Mensch?

Nein, es macht einfach sehr viel Spaß! Ich habe mir das häufig im Internet angeschaut und wollte es dann auch selber ausprobieren. Daraufhin habe ich mir einfach ein bisschen Equipment gekauft, um meine Runs per Livestream sichtbar zu machen oder sie im Nachhinein zu bearbeiten und dann auf YouTube hochzuladen.

Wie ist dein persönlicher Speedrun-Rekord und bei welchem Spiel?

Meinen Rekord habe ich bei dem Spiel „Splatoon 2“ für die Nintendo Switch. 1h 37m 22s habe ich dort für meinen besten Lauf gebraucht. Zum Vergleich: Beim ersten Versuch brauchte ich zum durchspielen etwa 20 Stunden.

Letzte Frage: Auf welches selbstprogrammierte Stück Code bist Du bisher besonders stolz?

Ich bin ziemlich stolz auf das „wlw Seeds gem“. Gems sind Programmbibliotheken in Ruby. Das habe ich damals initial implementiert und auch in einem Talk auf der RubyUnconf 2018 vorgestellt. Mittlerweile wurde es von einigen Kollegen sogar noch deutlich verbessert. Ein bisschen stolz bin ich auch auf Sluggy.

Jetzt muss ich noch einmal nachhaken: Was ist Sluggy?

Einfach erklärt: Wenn Du auf dem wlw-Marktplatz auf einen Link klickst, dann wird dir immer der Firmenname-Bindestrich-ID der Firma-Bindestrich usw. angezeigt. Bei Produkten haben wir das auch. Das war Bestandteil unseres alten Monolithen. Wir haben diese Logik dann aber auch in den darauf aufbauenden Anwendungen gebraucht. Das habe ich dann in Gem extrahiert und niemand hatte einen guten Namen dafür. Ich nannte es dann „wlw Sluggy“ – anfangs wurde ich dafür ein wenig schief angeschaut. Aber der Name hat sich schließlich durchgesetzt und wird auch bis heute noch verwendet (lacht).

Du hast noch Fragen an Darius? Dann vernetze Dich mit ihm: XING, github, Youtube

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