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Posted in Insights
Oktober 9th, 2018

#ichbinwlw mit… Jan-Michel Deutsch, Brand Designer

Jan-Michel Deutsch ist Brand Designer bei wlw. Im #ichbinwlw Interview spricht der 33-Jährige über astrologische Auswahlverfahren, falsche Prophezeiungen und eine unsterbliche Liebe.

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Schon einmal vom „Bandwagon-Effekt“ gehört? Im Grunde geht es bei dieser Theorie um das klassische Verhalten von Mitläufern. Man steht einer Sache eigentlich relativ neutral gegenüber, aber weil alle diese Sache auf einmal cool finden, springt man auf den Zug auf, um ein Zugehörigkeitsgefühl zu erlangen. Das Gleiche funktioniert natürlich auch in die andere Richtung. Ein gutes Beispiel dafür ist etwa der HSV. Jahrzehntelang als „Bundesliga-Dino“ verehrt, hagelte es in den finalen Erstliga-Saisons massig Kritik. Auch aus dem eigenen Fan-Lager. Ob vernichtende Zeitungsartikel oder Dauerschelte in den sozialen Netzwerken: In dieser Zeit war es deutschlandweit absolut en vogue die Hamburger nach jedem Spieltag aus allen Ecken zu verhöhnen. Der klassische Bandwagon-Effekt eben.

Trotzdem gab es in dieser Phase auch Anhänger, die diesem Verhalten gegenüber eine erstaunliche Immunität besaßen. Einer davon: Jan-Michel. Seit seinem 10. Lebensjahr verpasste er kaum ein Spiel des Traditionsvereins und sorgt in den Stadien dieser Welt bedingungslos dafür, seinem Team den Rücken zu stärken. Mit ähnlicher Leidenschaft ist der 33-Jährige auch bei wlw unterwegs. Durch sein exquisites Auge für Design verpasst er unserer Marke bei allen Auftritten überhaupt erst ein Gesicht. Bei so viel Passion war es praktisch nur eine Frage der Zeit, bis Jan-Michel auf der #ichbinwlw Couch zum Interview landet und u.a. darüber redet, welches Sternzeichen beim Studium von Vorteil sein kann und warum er im Oktober die deutschen Album-Charts erobern möchte.

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Warum bist Du Brand Designer geworden?

Schon als ich klein war, habe ich gern etwas mit Computern gemacht. Deswegen habe ich u.a. eine schulische Ausbildung zum Informatiker abgeschlossen. Zudem war ich sehr an Design interessiert. Für meine Mutter habe ich zum Beispiel immer ihre Visitenkarten gemacht oder nebenbei Websites gestaltet. Das hat mir sehr viel Spaß bereitet und war ein guter Mix aus Gestaltung und „etwas mit Computern“. Mein Fachabitur nach dem Realschulabschluss habe ich lustigerweise aber in einem ganz anderen Bereich gemacht: Sozialpädagogik.

 

Wie bist Du auf Sozialpädagogik gekommen?

Ich hatte mich umgeschaut und nach dem vermeintlichen coolsten Bereich für mein Fachabi gesucht. Wirklich fündig wurde ich nicht und dachte mir dann: „Hey, bei Sozialpädagogik wirst Du zumindest ein paar nette Mädels kennenlernen.“ Das war auch wirklich der Fall (lacht). Aber mir wurde ziemlich schnell klar, dass das nicht der Bereich ist, in dem ich später mal arbeiten möchte. Deswegen habe ich nach dem Abschluss ein Studium mit dem Schwerpunkt Kommunikationsdesign begonnen. Das Vorstellungsgespräch an der Akademie war jedoch wirklich kurios.

 

Was war passiert?

Ich hatte ein dreistündiges, persönliches Vorstellungsgespräch mit dem Leiter der Akademie. Wobei „Gespräch“ vielleicht das falsche Wort ist. Mein Redeanteil betrug insgesamt vielleicht fünf Minuten. Am Ende stellte er mir jedenfalls die Frage, welches Sternzeichen ich denn sei. Ich antwortete: „Waage.“ Dann kam zufällig seine Frau in den Raum und er schaute sie mit einem fragenden Blick an und sagte nur: „Waage?“. Und sie daraufhin: „Waage? Das passt!“. Ich verließ daraufhin happy aber leicht verwirrt das Büro und rief direkt meine Eltern an: „Ich hab den Platz! Ich weiß zwar nicht so genau warum, aber das Sternzeichen Waage hat mir irgendwie dabei geholfen“, lachte ich ins Handy. Das war echt mega kurios.

 

Einen etwas exotischeren Studentenjob von damals verfolgst Du auch heute noch. Erzähl uns davon.

Um mein Studium zu finanzieren, habe ich unter der Woche in einer kleinen Werbemittelagentur gejobbt. An den Wochenenden habe ich dann noch als Türsteher auf dem Kiez gearbeitet. Das mache ich aushilfsweise auch heute noch. Aber da steht für mich eindeutig der Spaß im Vordergrund. Ich finde, dass das ein ganz guter Ausgleich zum sonstigen Alltag unter der Woche ist, weil man immer wieder Leute trifft. Zweimal im Monat an der Tür zu stehen ist für mich also eher wie Ausgehen und dabei noch ein bisschen Geld zu verdienen (lacht).

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Du hast vor Deiner Zeit bei wlw als Art Director bei einer bekannten Online-Partnervermittlung gearbeitet. Mehr B2C geht fast nicht. Wie kam es zum Wechsel vom B2C- in den B2B-Bereich?

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Ich habe meine berufliche Karriere – wie ein Großteil aller Kommunikationsdesigner – nach dem Studium in der Agenturwelt begonnen. Das war eine wahnsinnig spannende Phase, in der ich sehr kreativ arbeiten und namhafte Kunden wie Carlsberg, Somersby, Frolic, Mercedes und Casio betreuen durfte. Nach einigen Jahren auf Agenturseite, reizte mich dann mal ein Blick auf die Unternehmensseite. Gelandet bin ich schließlich bei einer bekannten Online-Partnervermittlung. Dort machte ich zwei Jahre Elternzeitvertretung. Ich habe dort die Inhouse Design Abteilung geleitet und war vor allem für die TV-Kampagnen zuständig (ja, auch das Casting). Mir gefiel es gut, obwohl viele meiner Bekannten anfangs prophezeiten, dass die Arbeit auf Unternehmensseite allgemein langweilig sei und man nicht mehr kreativ arbeiten könne. Diese Bedenken kann ich jedoch bis heute nicht bestätigen. Nach den zwei Jahren Vertretung war ich dennoch wieder bereit für eine neue Herausforderung und stieß bei meiner Suche auf die Stellenanzeige als Brand Designer bei wlw. Ich kannte „Wer liefert was“ noch aus meiner Zeit vom Studentenjob in der Werbemittelagentur. Mein Arbeitgeber selbst war wlw-Kunde und dementsprechend konnten wir bei Aufträgen immer einsehen, woher diese kamen. Bevor ich mich bewarb, war ich aber ehrlicherweise noch etwas skeptisch. Ich hatte ja schon damals Bedenken überhaupt auf Unternehmensseite zu wechseln. Und jetzt auch noch vom B2C- in den B2B-Bereich? Aber ich wollte es einfach ausprobieren und dachte mir: Wozu gibt es sonst eine Probezeit? Die Stellenanzeige klang gut und nach dem ersten Telefongespräch war ich mir bereits sicher, dass das passen könnte. Im Nachhinein war es auf jeden Fall die richtige Entscheidung mich zu bewerben. Am meisten gefällt mir, dass ich jetzt noch viel digitaler als früher arbeiten kann.

 

Was viele nicht wissen: Du bist Leadsänger einer bekannten Hamburger Band: „Abschlach!“ – seit wann gibt es Euch?

„Abschlach!“ gibt es mittlerweile seit 15 Jahren. Wir sind – sozusagen – die Haus-und-Hof-Band des HSV. Das haben wir anfangs eigentlich gar nicht so richtig forciert, das kam irgendwie von alleine. Gegründet haben wir uns damals wirklich komplett ohne Hintergedanken. Wir waren einfach nur Freunde, die allesamt sehr große HSV Fans sind und gemeinsam im Keller Musik machten. Wir fühlen uns mit Hamburg sehr verwurzelt und deswegen geht es auch in den meisten Liedern um Hamburg, Norddeutschland, den HSV und Fußballthemen allgemein. Mittlerweile kennt man uns aber auch außerhalb der Hamburger Fanszene. Seit 2015 wird kurz vor Anpfiff von jedem HSV-Heimspiel im Volksparkstadion das Lied  „Mein Hamburg lieb ich sehr“ gespielt und seit letzter Saison auch unsere Rockversion von „HSV Forever“ zum Einlaufen der Mannschaften. So sind wir im Stadion musikalisch gut vertreten.

Arbeitet ihr gerade an neuer Musik?

Wir waren vor kurzem im Studio und haben unser mittlerweile sechstes Album mit dem Titel „Geile Zeit“ eingespielt. Das kommt am 5. Oktober heraus und wir hoffen es damit vielleicht in die Charts zu schaffen. Unser letztes Album war immerhin auf Platz 99, das wollen wir dieses Mal versuchen zu toppen.

 

Du hast noch Fragen an Jan-Michel (oder bist ein genauso großer HSV-Fan wie er)? Dann vernetze Dich mit ihm: XING, Facebook

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