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Posted in Allgemein
März 30th, 2016

SEO Keyword- und Themenrecherche in wenigen Schritten

In meinem Vortrag zur Themenrecherche beim SEO HH Meetup habe ich erläutert, wie relevante Begriffe identifiziert werden. In diesem Beitrag erfahrt ihr, wie ihr in wenigen Schritten eure eigene Themenrecherche und -gruppierung durchführen könnt. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema ist für SEO-Manager besonders wichtig, um dem Nutzer relevante Inhalte liefern zu können. Je besser und genauer die Recherche also ist, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass man zum entsprechenden Thema auch in der großen weiten Welt des Internets “gefunden” wird.

Alle von mir genutzten Tools sind kostenlos und am Ende des Beitrag aufgeführt. Ich hoffe, der Beitrag hilft euch bei eurer täglichen Arbeit.

Schritt 1: Verwandte Suchanfragen aus Keywordtool.io extrahieren

Auf der Startseite von Keywordtool.io gebt ihr euer Hauptthema ein. Im Beispiel hier “Packpapier”. Probiert gerne Einzahl und Mehrzahl des Keywords aus. Verschafft euch ein Gefühl, welche Ergebnisse besser passen und arbeitet mit diesen weiter.

KeywordTool.io - Beispiel

Keywordtool.io liefert 243 verwandte Keywords zum Haupt-Keyword “Packpapier”. Das Tool simuliert die Eingabe in der Google Suchmaske und spielt euch die Ergebnisse gesammelt zurück. Mit Hilfe des Button “Copy all”, kopiert ihr das gesamte Suchergebnis. Die Keywords befinden sich nun in eurer Zwischenablage. Alternativ könnt ihr Keywords auch einzeln anklicken und kopieren. Der Button hierfür befindet sich rechts auf der Seite im unteren Bereich.

Google Suggets - Vorschläge von Google nutzen
Mit kostenlosen Tools wie keywordtool.io oder ubersuggest.io könnt ihr schnell an die Google Vorschläge zu einem Keyword gelangen

Fügt die Daten in ein Programm eurer Wahl ein. Ich bevorzuge Google Tabellen oder Excel.

Keywords aus Google in Excel aufbereiten
Die gesammelten Keywords in einer Excel-Tabelle

Schritt 2: Verwandte Suchanfragen aus ubersuggest.io extrahieren

ubersuggest.io Screenshot

ubersuggest.io funktioniert ähnlich wie das bereits vorgestellt Keywordtool.io. Die Eingabe des Keywords “Packpapier” lieferte 240 Ergebnisse. Die Ergebnisse könnt ihr euch als .csv-Datei herunterladen oder ihr klickt auf den Button “View as text”. Hier habt ihr die Möglichkeit die Keywords mit STRG + A (Mac: CMD + A) zu markieren und mit STRG + C (Mac: CMD + C) zu kopieren. In einem Verarbeitungsprogramm eurer Wahl – bspw. Excel, Google Tabellen könnt ihr die Daten wieder einfügen.

Ein weiteres Feature von ubersuggest.io ist die sogenannte Word Cloud. In dieser Wolke seht ihr welche verwandten Begriffe besonders häufig zu eurem Keyword genannt werden. Bei Packpapier (siehe Word Cloud) ist dies bspw. “Rolle”, “cm”, “breit”, “farbig” und “kaufen”.

Resultierend daraus lässt sich schlussfolgern, dass Nutzer auf der Suche nach Packpapier folgende Absichten haben:

  1. Sie suchen Packpapier auf einer Rolle – bspw. Blumenhändler um Blumen von Kunden zu verpacken.
  2. Sie suchen nicht nach Meter Angaben, sondern nach cm. Dabei spielt die Breite eine wichtige Rolle.
  3. Sie wollen Packpapier kaufen und nicht bestellen.
  4. Sie suchen nach farbigen Varianten.

Ihr solltet der Word Cloud nicht blind vertrauen. Hinterfragt alle Daten und Vorschläge und vertraut dabei auf euer Bauchgefühl.

Schritt 3: SuggestScraper in Excel (unter Windows nutzbar)

Dieser Schritt ist für Fortgeschrittene bestimmt und funktioniert nur für Nutzer mit Windows Betriebssystem. Die SEOTools for Excel sind ein sehr mächtiges Tool um eine große Anzahl an Daten zu erhalten. Den SuggestScraper und weitere Tools aus der Sammlung von Stephan F. Walcher erhaltet ihr hier. Die SEOTools for Excel erhalten Windows Nutzer hier.

Google Suggest Scraper in Excel
Nur für Windows Nutzer: SEOTools for Excel in Verbindung mit dem Google Suggest Scraper

Tippt in der Zeile oben euer Wunsch-Keyword ein und drückt F9. Wichtig dabei ist, dass SEOTools for Excel dabei aktiviert sein muss. Nach etwa 2 – 3 Minuten erhaltet ihr eine sehr hohe Anzahl an Keywords inkl. W-Fragen. Für “Packpaier” fand der Suggest Scraper 445 Keywords. Diese Daten könnt ihr ebenfalls mit kopieren und in eine Excel-Tabelle einfügen.

Schritt 4: Duplikate entfernen

Die Keywords aus den drei Tools fügt ihr in eine neue Excel-Tabelle ein. Versucht alle Keywords in einer Spalte einzufügen. Unter “Daten” findet ihr den Punkt “Duplikate entfernen”. Nach der Bereinigung habt ihr nur noch einzigartige Keywords. Alternativ könnt ihr diesen Schritt auch überspringen. Der Keyword-Planner von Google entfernt Duplikate ebenfalls. Wenn ihr jedoch mehr als 800 bzw. 1.000 Keywords habt, empfehle ich die Entfernung der Duplikate in Excel. Ansonsten erhaltet ihr Suchvolumen doppelt.

Entfernen von Duplikaten in Excel
Entfernen von Duplikaten in Excel

Schritt 5: Suchvolumen bestimmen

Bevor wir die Keywords gruppieren, sollten wir das Suchvolumen unserer Keywords kennen. Da die Daten aus den Google Suggest stammen, nutze ich den Keyword-Planner von Google AdWords um das Suchvolumen grob zu bestimmen. Warum nur grob fragt ihr euch sicherlich? Die Daten aus Google AdWords sind nicht genau. Suchvolumen werden gerundet und in höhere Cluster geschoben. Um das Potenzial eines Keywords zu bestimmen, eignen sich diese Daten dennoch sehr gut. Der Keyword-Planner von Google ist kostenlos nutzbar. Ihr braucht jedoch ein AdWords Konto.

Keywordplaner von Google zur Bestimmung von Suchvolumen
Keywordplaner von Google zur Bestimmung von Suchvolumen

Klickt auf “Daten zum Suchvolumen und Trends abrufen” und fügt dort eure Keywords aus Excel ein. Die manuelle Eingabe ist auf 1.000 Keywords beschränkt. Exportieren könnt ihr jedoch nur 800 Keywords. Ich persönlich füge nicht mehr als 800 Keywords ein.

Nach dem Abrufen des Suchvolumens für die Keywords, erhaltet ihr ein Trend zum Suchvolumen aller Keywords.

Trends von Suchvolumen erkennen
Trends von Suchvolumen erkennen

Hier könnt ihr auch abschätzen, wann ein Thema besonders gefragt ist. Saisonale Trends können sehr gut abgelesen werden. Probiert euch hier ein wenig aus. Saisonale Themen sind bspw. “Ostereier”, “Tannenbäume” und “Ballongas”. Auch Messen wie bspw. die CeBit unterliegen saisonalen Anfragen. Deutlich zu erkennen: Ballongas ist besonders im Mai und Juni gefragt. Durchschnittlich suchen 6.600 Nutzer nach dem Keyword “Ballongas”. Im Dezember jedoch nur 1.900. Das durchschnittliche Suchvolumen wird jedoch mit 4.400 aufgeführt:

Das Keyword "Ballongas" unterliegt starken saisonalen Schwankungen
Das Keyword “Ballongas” unterliegt starken saisonalen Schwankungen

Aus dem Keyword-Planer können die Informationen als CSV-Datei exportiert und in Excel importiert werden. Dazu bietet Excel unter “Daten” die Funktion “aus Text” einfügen an. Fügt ein neues Tabellenblatt hinzu. Nach dem Import der Keywords sieht das Ergebnis in etwa so aus:

Suchvolumen aus AdWords in Excel aufbereitet
Suchvolumen aus AdWords in Excel aufbereitet

Im Haupttabellenblatt wendet ihr nun einen SVERWEIS an, um das Suchvolumen für das jeweilige Keyword anzeigen zu lassen. Der Vorteil am SVERWEIS: Die Formel durchsucht jede Zeile des anderen Blattes. Dies erspart euch eine Menge Arbeit. Die Formel ist wie folgt aufgebaut: =SVERWEIS(A2;SV!B:D;3;FALSCH)

Erklärung zur Formel:

  • A2 = hier befindet sich das Keyword.
  • SV!B:D = SV ist in diesem Fall der Name des Tabellenblattes in dem wir suchen. B:D beschreibt den Bereich den wir durchsuchen. In diesem Fall beginnen wir in der obersten Spalte von B und enden in der letzten Zeile der Spalte D.
  • 3 = Spaltenindex. Wenn A2 in B:D gefunden wird, möchten wir uns den Inhalt der Zeile in der dritten Spalte ausgeben lassen. In unserem Fall das Suchvolumen
  • FALSCH = Nur die exakte Übereinstummung soll angezeigt werden. Sprich: Das Keyword aus A2 muss mit dem Keyword in SV übereinstimmen

Schritt 6: Gruppierung der Daten

Jetzt könnt ihr anfangen, die Daten aufzubereiten. Ob ihr dies manuell macht oder lieber mit Formeln arbeitet ist euch überlassen. Auch nach welchen Kriterien ihr filtert hängt stark von der jeweiligen Branche ab. Im Bereich “Packpapiere” habe ich folgende Filter angewendet:

  • Herausfiltern von Marken wie bspw. eBay, Facebook, Wikipedia, Amazon, Firmierungen (z.B. GmbH, OHG)
    • “Packpapier ebay” wird als Keyword ausgeschlossen
  • Typ: Enthält das Keyword Begriffe wie “Hersteller”, “Lieferant”, “Händler” o.ä?
    • “Hersteller von Packpapier” – wird als relevantes Keyword markiert
  • Stadt: Filterung von 49 Städten – taucht in dem Keyword bspw. Hamburg auf?
    • “Packpapier Hamburg” – wird für den lokalen Bezug markiert
  • Land: Taucht in meinem Keyword ein Land auf? Bspw. Deutschland, Österreich, Schweiz?
    • “Packpapier kaufen Schweiz” – wird für den internationalen Bezug markiert
  • Absicht: Sucht der Nutzer eine Dienstleistung? Schlüsselwörter wie “lassen” werden gefiltert
    • “Packpapier bedrucken lassen” wird für die Absicht markiert
  • Preis: Schlüsselwörter wie “Billig”, “Günstig”, “Preis”
    • “Packpapier günstig kaufen” – wird für Kaufabsicht markiert
  • Material: 39 verschiedene Materialien werden durchsucht. Bspw. “Holz”, “PVC”, “Sand” usw.
    • “Packpapier Cellulose” – Nutzer sucht ein bestimmte Infos
  • Fragen: W-Fragen + “bis” und “seit”
    • “Packpapier wo kaufen” – Nutzer braucht Hilfe und möchte Packpapier kaufen
  • Farben: Rot, Gelb, Grün …
    • “Packpapier weiß kaufen” – Nutzer möchte weißes Packpapier kaufen

Für jede Gruppierung kann in Excel ein neues Tabellenblatt angelegt werden. Die Keywords werden eingefügt und mit Excel-Formeln ergänzt:

  • Spalte A: Keyword
  • Spalte B: Gruppierung – Formel: =WENN(SUMME(C16:XFD16)>0;WAHR;FALSCH)
  • Spalte C1: Suchbegriff “Rot”
  • Spalte C2-CX: =ZÄHLENWENN($A16;”*”&C$1&”*”)
  • Ab Spalte D: Siehe Spalte C1 und Spalte C2

In eurem Haupttabellenblatt fügt ihr dann die Werte aus den anderen Blättern zusammen. Dies sieht bspw. wie folgt aus:

  • Spalte A: Keyword
  • Spalte B: Anzahl Tags für Keyword: =ZÄHLENWENN(C2:L2;WAHR)
  • Ab Spalte C: =Farbe!B2 (Farbe ist der Name des anderen Blattes, B2 ist die Zeile aus der der Werte kommt)

In eurem Haupttabellenblatt legt ihr euch einen Filter (Daten -> Filter) auf die erste Zeile. Dann könnt ihr die Daten schnell und einfach Filtern. Eine Beispieldatei zum Downloaden und aus probieren findet ihr hier.

Eine Gruppierung in Excel nach Filtern kann wie folgt aussehen:

Clusterung von Keywords in Excel leicht gemacht
Clusterung von Keywords in Excel

Ihr könnt so schnell herausfinden, welche Intentionen die Nutzer verfolgen, wenn diese bei Google nach Packpapier suchen. Viele Menschen interessieren sich in diesem Fall für Packpapier in verschiedenen Farben.

Kostenlose Tools um verwandte Keywords zu finden

Um euch die Arbeit zu erleichtern, stelle ich euch kostenlose Tools vor, die ich regelmäßig zur Themenrecherche und Themenbildung verwende. Alle hier aufgeführten Tools sind kostenlos. Zu einigen Tools gibt es kostenpflichtige Upgrades. Für kleinere Auswertungen solltet ihr mit den kostenfreien Versionen auskommen.

Bonus Tipp

Longtail Guru von Justus Blümer
Longtail Guru von Justus Blümer

Neben den von mir vorgestellten Tools gibt es einen weiteren Dienst um Longtail-Keywords zu identifizieren. Unter longtail.guru findet ihr ein weiteres kostenloses Tool für Suchvorschläge aus mehreren Suchmaschinen. Neben Google stehen Bing, DuckDuckGo, Amazon, eBay, Otto, YouTube, PlayStore von Android und eine weitere Suchmaschine zur Verfügung.

Verwandte Suchbegriffe finden:

Weitere Tools:

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