SXSW 2016: Konferenzbericht zur South by South West Teil 1/4

Die South by South West oder kurz SXSW ist eine mehrtägige Konferenz in Austin/Texas, die dieses Jahr vom 11.-20. März zum 30. mal stattfand. Die Konferenz ist unterteilt in drei Bereiche: Interactive, Music und Film. Dieses Jahr konnte auch ich an der Konferenz teilnehmen, über die ich schon viel positives in Vorfeld gehört hatte. Meine Erfahrungen von der Reise und vor allem meine Eindrücke zur Konferenz, habe ich in eine vierteilige Serie gepackt.

Tag 0 – Auf geht`s

Nachdem ich nach einem 14-Stunden-Trip am Flughafen in Austin angekommen war, konnte ich endlich einen 10€ Uber-Gutschein einlösen, den ich bis zu dem Tag aufgehoben hatte und bisher in Deutschland nicht verwenden konnte. In den USA ist es, im Gegensatz zu Deutschland, ganz normal mit Uber statt einem Taxi zu fahren, aber in Austin ist nicht Uber der Marktführer, sondern ein mir bis dahin nicht bekanntes Unternehmen Namens “Lyft”. Unabhängig davon war es wesentlich günstiger und unkomplizierter mit Uber oder Lyft zu fahren, als mit einem Taxi.

Da ich erst am Freitag anreisen konnte, habe ich leider die Keynote verpasst, bei der zum ersten mal ein amtierender Präsident der Vereinigten Staaten teilnahm. Jeder wollte Barack Obama sehen. Daher wurden die Tickets im Vorfeld für die Keynote verlost. Die Keynote im Interviewstil ist mittlerweile verfügbar.

In Austin-Downtown angekommen musste ich mich erst einmal zurecht finden und mein Conference-Badge abholen. Dies ging sehr schnell und unkompliziert. Geschafft und müde habe ich noch bis 23:00 Uhr durchgehalten, um den Jetlag zu überlisten und fiel dann in meiner Airbnb-Unterkunft voller Vorfreude ins Bett.

Tag 1 – Internet of Things

Als erste Aufgabe des Tages musste ich mein Mietfahrrad abholen. Es ist wirklich sehr zu empfehlen ein Leihrad zu nehmen, da die Veranstaltungsorte teilweise weit auseinander liegen. Mit dem Fahrrad konnte ich dann auch relativ schnell den ersten Vortrag erreichen:

Making the Internet of Things

Speaker:

IoT (Internet of Things) ist eins der grossen Themen auf der SXSW. In diesem Panel diskutierten die vier Speakern , wie die Ausrichtung einer Firma verbessert werden kann.

Ist es sinnvoller die Hardware kostenlos zur Verfügung zu stellen und dafür die Software mit einer monatlichen Gebühr bereit zu stellen? Oder sollte die Hardware kostenpflichtig sein und dafür die Software kostenlos? Hier gingen die Meinungen deutlich auseinander. Das lag unter anderem an der persönlichen Ansichten der Speaker und dem Geschäftsmodel der Unternehmen.

Während MutualMobile ganz klar den Ansatz der kostenpflichtigen Software präferiert oder sich sogar die Daten als Währung vorstellen kann, ist der Ansatz von Sparkfun (einem Hardware Hersteller) natürlich ein ganz anderer.

Ein witziger, aber nicht ernst gemeinter Gedanke war auch der Vorschlag, dass man ein Bluetooth Türschloss kostenlos zur Verfügung stellt, aber jedes Mal 3 Cent fürs Abschließen nimmt. Auf meine Frage an die Speaker, was die Industrie, bzw. B2B von der Maker Community, die ja eher Consumer ausgerichtet ist, und dem IoT lernen könne, wurde mein Eindruck bestätigt, dass die Industrie noch hinterher hinkt, aber sich gerade im Agrarbereich einiges tut. 

Getting ROI on the IoT: How to Make a Business

Speaker:

In diesem Talk ging es darum, wie man Umsätze aus dem IoT generieren kann. Hier waren Mitarbeiter von grösseren Firmen, wie Dell oder auch Bluetooth anwesend, die über Strategien diskutierten und darüber, was sie anderen Firmen mitgeben können.

Ein entscheidender Faktor für Erfolg ist oft die Einfachheit der Konnektivität. Bluetooth hat hier einen grossen Beitrag geleistet. Ein erfolgreiches Produkt ist bspw. “Out-of-the-box” mit WiFi zu verbinden. Ein schönes Beispiel für einen Ansatz um ein Gerät ins Netz zu bringen war: Ein Rauchmelder, der das WiFi-Passwort per Kamera abfotografiert – mal ein ganz anderer Ansatz. Gute Produkte mit einfacher Konnektivität sind unter anderem Amazon Echo und Amazon Dash Button

Using Go: Hwo to Scale with Microservices

Speaker:

Vinay Pai, CTO von Monaeo, hatte mit ähnlichen Herausforderungen wie wir bei “Wer liefert was” zu kämpfen. Monaeo war ursprünglich auch eine monolithische Ruby on Rails Applikation. Am Anfang hat das auch Sinn gemacht, doch mit dem Erfolg hatte Monaeo mit Skalierungsproblemen zu kämpfen.

Pai erzählte dann davon, dass sie damit anfingen einen Teil ihrer Applikation zu extrahieren und mit der Programmiersprache Go nachzubauen. Dadurch konnten sie einen Teil der Applikation um den Faktor 600 erhöhen. Go eignet sich sehr gut für Anwendungsfälle bei denen das Parallelisieren wichtig und sinnvoll ist. Go hat aber auch seine Nachteile gegenüber Ruby. Es gibt noch kein so umfangreiches Web Framework wie Rails es bietet, es gibt weniger Libraries und eine kleinere Community.

Monaeo konnte aber manches, mit dem wir auch noch kämpfen, nicht lösen. Fullstack-Tests und unabhängige API-Tests sind auch bei uns noch Herausforderungen, denen wir uns zu stellen versuchen. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass wir für verschiedene Anwendungsfälle Go in Betracht ziehen werden.

Shut Up and Make: Turning Passion into Profession

Speaker:

Unter dem Namen des Vortrags hatte ich mir eigentlich etwas anderes vorgestellt. Im Grunde haben alle vier Speaker einen Design Background und ausschliesslich über ihre Erfolge berichtet. An sich eine Selbstbeweihräucherungssitzung, bei der jedoch die eine oder andere nette Anekdote heraus sprang: 

  • Chuck Anderson erzählte davon, wie er es geschafft hatte aus seinem Kinderzimmer mit 18 Jahren einen großen Auftrag von ESPN zu bekommen. Er hat damals einfach alle E-Mail Adress-Kombinationen des Creative Directors von ESPN ausprobiert – und hatte damit Glück.
  • Jeff Staple wurde von den ständigen Entmutigungen, dass er als Junge mit chinesischem Background es nie schaffen würde ein Deisgn-Label zu gründen, angespornt – bis er allen seinen Zweiflern das Gegenteil bewies.
  • Jason Peterson hat es geschafft auf Instagram ein kleiner Star zu werden – und das ganz nebenbei.

SX Create

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Neben den ganzen Vorträgen und Talks gab es eine Maker Fair, die SX Create. Hier wurden im Stile einer Messe viele Maker-Projekte, die besonders für Kinder spannend waren, vorgestellt. Es konnte gelötet, Lego Roboter gebaut oder auch ein Spiel ausprobiert werden, dass mit leitenden Steinen steuerbar war. Arduino und Raspberry waren an vielen Stellen im Einsatz. Eine komplette Liste der Aussteller und Projekte gibt es hier

Lest mehr zur SXSW in meinem nächsten Beitrag zu Tag 2.

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