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April 5th, 2016

SXSW 2016: Konferenzbericht zur South by South West Teil 2/4

Weiter geht es mit meiner Serie zur SXSW 2016. Nachdem ich den ersten Tag mit vielen interessanten Gesprächen, einigen Kaltgetränken und einem reichhaltigen texanischem Barbecue hinter mir gelassen hatte, war auch schon schnell das frühe Weckerklingeln am nächsten Morgen erreicht.

Tag 2 – MR. ROBOT

The API Economy: Develop, Innovate, Transform

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“App Development today is about speed and choice”

Speaker:

Bei dem Vortrag habe ich mir erhofft, ein wenig Inspiration für meinen Arbeitsalltag mitzunehmen. Anfangs war der Talk auch interessant, mit der Zeit wurde es aber immer mehr zu einer Promotion für IBM Bluemix und IBM Watson. Bluemix ist die Cloudplattform von IBM mit der man relativ schnell und einfach Anwendungen zusammen klicken kann.

Dabei greift IBM auf verschiedene Public APIs und auch auf ihre Cognitive API Watson zurück. In der Session wurde eine fiktive Reise-Suchmaschine gezeigt, die anhand von Fotos, Vorschläge für Ferienorte gibt. Die Watson API wirkt sehr mächtig und kann zu einem sinnvollen Werkzeug werden. 

Für mich persönlich das Highlight der Konferenz: MR. ROBOT. MR. ROBOT ist eine Serie aus den USA in der es um einen Hacker geht, der die Weltordnung verändern will, indem er die Finanzsysteme hackt und einfach alle digitalen Aufzeichnungen von Schuldnern löscht.

Coding on Camera: MR. ROBOT and Authenticity on TV

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FSociety Kulisse

Speaker:

Der Film unterscheidet sich zu anderen Hacker-Filmen in den technisch sehr gut ausgearbeiteten Details. Die Darsteller haben extra Tastatur-Trainings bekommen und mussten alle Befehle, die sie in der Serie eingetippt haben, ganz korrekt eintippen und nicht wie üblich einfach blind drauf los “hacken”; normalerweise werden die Bildschirme immer per “green screen” gefilmt.

Der Regisseur Sam Esmail wurde während seines Studiums selbst einmal beim Hacken erwischt und wurde danach von der Uni geschmissen. Er wollte schon immer einen Film produzieren, der näher an der Realität ist, als die ganzen Hacker-Filme, die in Hollywood produziert wurden.

MR. ROBOT wurde vor einem Jahr als Premiere auf der SXSW gezeigt und wurde schnell zum Erfolg – die 2. Staffel wird derzeit produziert. Auch in diesem Jahr wurde die Promotion Trommel kräftig gerührt: Es gab ein MR. ROBOT-Riesenrad und Spielautomaten, wie in der Serie. Ausserdem konnte man T-Shirts drucken lassen und sich eine MR. ROBOT-Maske mitnehmen.

An Internet of Junk – Surviving the IoTcalypse

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Speaker

Das IoT, das “Internet of Things”, ist eins der ganz großen Themen auf der SXSW, auch in diesem Vortrag ging es darum. Tod Beardsley hat sich verschiedene Devices vorgenommen, die wir in unseren Häusern haben, sei es ein handelsüblicher Router, eine IP Kamera oder (eher ungewöhnlich) ein sprechender Teddybär. Alleine in dem Vortrag hatten etwa die Hälfte der Teilnehmer noch nie die Firmware ihres Routers aktualisiert. Schlimmer ist es bei dem WiFi-Teddy, bei dem es so gut wie unmöglich ist ein Sicherheits-Patch einzuspielen. Oft liegt es daran, dass die Software, auf den Devices, nicht von den Herstellern direkt entwickelt, sondern meistens in Auftrag gegeben wird. Danach wird sich nicht mehr damit befasst. Auch ist es immer noch der Regelfall, dass WiFi-Router ein Standard Passwort, wie “admin” voreingestellt haben, was bei vielen Geräten nie geändert wird. In dem Sektor mag der Schaden, den infizierte Devices verursachen können, ja noch überschaubar sein, aber was passiert, wenn auf einmal das WiFi eines Flugzeuges angreifbar ist?

Als Senior Security Research Manager hat Tom allen Teilnehmern noch einmal folgende Stichworte mit auf den Weg gegeben:

  • Nutze Kryptographie
  • Erstelle Passwörter 
  • Nutze die “Auto Update” Funktion
  • Heiße Fehlerberichte und Researcher willkommen

SXSW Trade Show

Nach den Vorträgen habe ich mich auf der konferenzeigenen Trade Show umgesehen. Dort gab es eine Menge neuer Innovationen und Produkte zu entdecken. Besonders haben mich folgende Firmen begeistert: 

  • Kinoma stellt Hardware ähnlich den Arduino Boards oder dem Rasperry Pi her. Ihre Boards und Controller lassen sich per Javascript programmieren. Das Ganze kommt schon in schicken Gehäusen daher und bietet mit KniomaJS Blocks eine IDE an, die auch von Nicht-Entwicklern bedient werden kann.
  • Vufine stellt eine Art Weareable-Display für jedes Smartphone her. Man verbindet sich einfach per Kabel und hat den Bildschirm des Smartphones vor dem Auge. Sozusagen ein Google Glass für Jedermann. Man kann z.B. das Livebild seiner Drohne direkt vor dem Auge haben oder beim Fahrradfahren die Google Maps-Ansicht öffnen und sich die Route anzeigen lassen.
  • Pico Brew stellt Bierbrau-Automaten im Look einer Küchenmaschine her. Durch verschiedene Verfahren lässt sich ein Bier so innerhalb weniger Stunden brauen. Ein weiterer Clou ist, dass sie mit über 100 Craft-Brauereien zusammenarbeiten und die jeweiligen Biere der Brauereien als “PicoPaks” anbieten.
  • Phonvert ist ein Projekt, dass sich der Idee verschrieben hat, alte Smartphones in neue IoT-Devices zu verwandeln. So lassen sich aus den jährlich 280.000.000 nicht recycelten Smartphones neue Devices entwickeln, wie z.B. ein Babymonitor, eine Überwachungskamera oder ein smarter Türspion.
  • 8pino ist ein Arduino kompatibles Board in der Größe eines Fingernagels. Es ist 8mm breit, 0.8mm hoch, verfügt über 8kb sowie 8Mhz, kostet nur 8$ und hat einen Micro USB Anschluss. Bei dem Preis habe ich natürlich sofort zugeschlagen.
  • 16Lab Inc wurde vom Japanischen “Ministry of Economy, Trade, and Industry (METI)” zur SXSW geschickt um ihr neuestes Wearable zu präsentieren: Einen smarten Ring. Hat man einmal den Ring auf seinen Finger geschoben, lassen sich damit per Bewegungssensoren und Gesten verschieden Dinge steuern. Dazu hat er noch eine Vibrationsfunktion und ist NFC fähig. Dieses Device hat mich am meisten von allen beeindruckt.

 Weiter geht es morgen mit Tag 3 meines Konferenzberichts und einer ganz besonderen Veranstaltung.

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