TYPO3 – komplexes Multitalent

Der Däne Kasper Skårhøj kam schon in den 1990er-Jahren auf eine Idee, die das Netz verändern sollte: Das Leben ist einfacher, wenn der Kunde die Inhalte seiner Webseite unabhängig vom Design und Layout selbst verwalten kann. Damit war eines der erfolgreichsten Content Management Systeme gezeugt – es kam 2001 als TYPO3 zur Welt.

Mit über 350.000 Installationen weltweit gehört das System traditionell besonders in Europa zu den beliebtesten Lösungen für anspruchsvolle Webseiten. Besonders viele Agenturen liefern ihren Kunden Webseiten mit TYPO3. Eine große Community mit fast 100.000 Mitgliedern entwickelt das System ständig weiter, sodass mittlerweile über 5.000 Erweiterungen („Extensions") zur Verfügung stehen. Es gibt beinahe keine CMS-Funktion, die mit TYPO3 nicht möglich wäre.

Doch wer nur einen Reifen wechseln möchte, braucht nicht gleich eine ganze Werkstatt. TYPO3 ist für viele Unternehmen schlicht überdimensioniert. Es eignet sich daher – auch wegen des nötigen Know-hows für seinen Betrieb – eher für große und komplexe Webseiten. 

Vorteile von TYPO3:

  • Unzählige Erweiterungen
  • Sehr flexibel anpassbar
  • Die TYPO3-Entwickler legen großen Wert auf Sicherheitsupdates
  • Keine Lizenzgebühren
  • Unkomplizierte Pflege

Nachteile von TYPO3:

  • Aufgrund der zahlreichen Erweiterungen kann der Umfang komplex werden und damit die Übersicht verloren gehen.
  • Anpassung an die eigenen Bedürfnisse und notwendige Personal-Schulungen für Einsteiger können teuer werden.
  • Sicherheitsrisiko, wenn Daten auf externen Servern lagern.  

WordPress – weltweiter Marktführer, optimal für einfache Seiten

Kein CMS hat weltweit so viele Fans wie WordPress. Laut Herstellerangaben kommen täglich 50.000 neue Webseiten auf WordPress-Basis dazu. Im Vergleich zu TYPO3 überzeugt WordPress mit einer sehr einfachen Installation und komfortabler Bedienbarkeit. Das System startete ursprünglich als Software zur einfachen Erstellung von Blogs. Mit Tausenden Design-Vorlagen und Erweiterungen ist es aber mittlerweile auch als vollwertiges CMS für ganze Webseiten einsetzbar. WordPress gewann wiederholt den Open Source Award und ist weltweit Marktführer unter den Content Management Systemen. Jede vierte Webseite läuft laut W3Techs mit WordPress. Besonders eignet es sich für einfache Seitenstrukturen und als CMS für kleine bis mittlere Webseiten. Die erste stabile und offizielle Version von WordPress erschien im Jahr 2004. 

Vorteile von WordPress:

  • Sehr flexibel für die Suchmaschinenoptimierung (SEO)
  • Bedienungsfreundliche, selbsterklärende Administrator-Oberfläche und einfache Erweiterung mit Plug-ins
  • Schnelle und einfache Installation – auch in der aktuellsten Version hält WordPress sein Versprechen der „Fünf-Minuten-Installation“
  • Große Entwickler-Community, die bei Problemen hilft und das System laufend weiterentwickelt

Nachteile von WordPress:

  • Viele Funktionen werden nur durch Plug-ins unterstützt und sind dadurch in der Handhabung weniger komfortabel als das Kernsystem.
  • WordPress braucht regelmäßige Updates, sonst kann die Datensicherheit leiden.

Warum auf ein Open Source CMS setzen?

Open-Source-Lösungen wie TYPO3 oder WordPress dominieren den CMS-Markt: Für die Nutzung fallen keine Lizenzgebühren an, außerdem erlauben quelloffene Content Management Systeme, das System an die eigenen Bedürfnisse anzupassen und eigene Anwendungen zu programmieren. Eine große Open Source Community hält die Systeme zudem immer auf dem neuesten Stand und entwickelt sie weiter. 

Drupal – das „Social One“ unter den Content Management Systemen

Das CMS Drupal kann mit einem echten Kronjuwel als Referenz aufwarten: Auf der Drupal-programmierten Seite „Whitehouse.gov“ präsentiert sich der US-Präsident der Netzwelt. Zwar wird Drupal – vergleichbar mit TYPO3 – vor allen für die Organisation größerer Webseiten eingesetzt, zeichnet sich aber besonders durch seine Funktionen für eigene Social Networks aus. Drupal eignet sich für den Aufbau von Communitys, die gemeinsam an Inhalten arbeiten und sich über Themen austauschen und informieren.

Dafür hat das modular aufgebaute Content Management System ein ausgeklügeltes System zur Vergabe von Rollen und Rechten für Nutzer. Das Wissenschaftsmagazin „Technology Research“ des Massachusetts Institute of Technology (MIT) verlieh dem Drupal-Entwickler Dries Buytaert den Nachwuchs-Preis TR 35 – wie zuvor schon Google-Gründer Larry Page, Linux-Erfinder Linus Torvalds oder Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Drupal gibt es seit 2001 als Open Source CMS. 

Vorteile von Drupal:

  • Eine starke und engagierte Entwickler-Community bietet wertvollen Support.
  • Mit einer Installation können viele voneinander unabhängige Webseiten verwaltet werden.
  • Ein Baukasten-System ermöglicht eine Vielzahl individueller Lösungen.

Nachteile von Drupal:

  • Viele Drupal-Erweiterungen sind abhängig von anderen. Das erschwert die Aktualisierung zusätzlich.
  • Neue Versionen sind oft nicht mehr kompatibel mit bestehenden Modulen und müssen deshalb angepasst werden.

Concrete5 – Newcomer mit einfacher Bedienung

Nutzer schätzen am CMS Concrete5 besonders, dass es konsequent auf die Bedienung von Redakteuren ausgelegt ist. Besonders geeignet ist es für kleinere bis mittelgroße Webseiten. Die Bearbeitung der Inhalte erfolgt grundsätzlich im Frontend, also in der Webseiten-Ansicht, und nicht auf einer Oberfläche im Hintergrund. Durch diesen WYSIWYG-Editor (What You See Is What You Get) lassen sich Inhalte besonders intuitiv erstellen und aktualisieren. Auch Elemente wie Bilder, Formulare, Flash-Inhalte oder Videos lassen sich leicht hinzufügen. Auf dem Marketplace von Concrete5 gibt es zahlreiche Add-ons, zum Beispiel für Onlineshops. Bekannt wurde Concrete5 erst im Jahr 2008, nachdem es bereits 2003 in einer ersten Version entwickelt worden war. 

Vorteile von Concrete5:

  • Einfache Erstellung eigener Plug-ins durch einen Programmierer
  • Geringe Kosten im laufenden Betrieb durch intuitive Bedienung
  • Schnelle Installation innerhalb von zehn Minuten

Nachteile von Concrete5:

  • Noch keine so große Entwickler-Community wie etwa bei TYPO3
  • Die Standard-Installation gibt es nur auf Englisch. Zahlreiche deutsche Sprachpakete sind aber bereits verfügbar.

Fazit

Welches Content Management System ist das Richtige? Die Antwort liegt in den eigenen Anforderungen und Plänen für die Webseite. Bei der Auswahl eines Content Management Systems sollten Unternehmen daher den Fokus auf das geplante Anwendungsgebiet richten. Soll das CMS lediglich die Inhalte einer Webseite organisieren? Dann reicht vielleicht eine einfache Lösung mit WordPress – wegen seiner Stärken als ursprünglich reine Blog-Software arbeiten damit auch immer mehr Online-Verlage. Für große und aufwendige Webseiten empfehlen vor allem deutsche Entwickler nach wie vor TYPO3 – trotz immer mehr Alternativen wie US-Konkurrent Drupal, der vor allem mit seinen Social-Media-Komponenten auffällt.