Welche Aufgaben hat ein Medizintechniker?

Der Medizintechniker wirkt bei der Entwicklung und Herstellung sowie bei der Anwendung technischer Geräte in der Medizin mit. Damit arbeitet er an der Schnittstelle zwischen Medizin und Ingenieurwesen. Das trifft vor allem für die Entwicklung und Herstellung von Medizintechnik zu, wo es vorwiegend darum geht, ingenieurwissenschaftliche Lösungen für medizinische Probleme zu finden. Der Medizintechniker fungiert hier als eine Art Vermittler zwischen den Experten der unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen. 

Welche Voraussetzungen muss ein Medizintechniker erfüllen?

Die Anforderungen an einen Medizintechniker sind im Arbeitsalltag hoch. Verschiedene gesundheitliche Probleme, wie beispielsweise eine eingeschränkte Feinmotorik in den Händen, Sprachstörungen sowie nervliche oder vegetative Erkrankungen können eine Tätigkeit als Medizintechniker ausschließen. Im Zweifelsfall muss die körperliche Eignung des Arbeitnehmers durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden.

Wer sich für die Weiterbildung zum Medizintechniker interessiert, sollte ein grundsätzliches Interesse für theoretisch-abstrakte Probleme sowie organisatorische und kaufmännische Tätigkeiten haben. Weiterhin benötigen angehende Medizintechniker Fähigkeiten wie Sorgfalt, Flexibilität und psychische Belastbarkeit. Auch pädagogisches Geschick wird von einem Medizintechniker erwartet, weil zu seinem Aufgabenbereich die Anleitung und Einarbeitung von Kollegen in die technischen Geräte gehört. 

Wie sieht die Ausbildung zum Medizintechniker aus?

Der Medizintechniker ist ein Weiterbildungsberuf, den Absolventen mit Hauptschulabschluss oder mittlerer Reife ergreifen können. Angehende Medizintechniker müssen für die Weiterbildung einen Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf und Berufspraxis vorweisen. Die Weiterbildung erfolgt an Fachschulen oder Fachakademien und dauert in Vollzeit zwei Jahre, in Teilzeit vier Jahre. Die genauen Details unterschieden sich je nach Bundesland. 

Was verdient ein Medizintechniker?

Die Vergütung für einen Medizintechniker bewegt sich zwischen 2.130 und 4.029 Euro pro Monat, wobei der deutschlandweite Durchschnitt bei 2.937 Euro liegt. Jedoch lässt sich ein deutliches Gefälle zwischen alten und neuen Bundesländern feststellen. Während ein Medizintechniker etwa in Hessen zwischen 3.175 und 4.384 Euro verdienen kann, sind es beispielsweise in Thüringen lediglich zwischen 1.347 und 2.549 Euro.* 

Welche Karrierechancen haben Medizintechniker?

Die Ausbildung zum Medizintechniker eröffnet zahlreiche weitere Aufstiegschancen. Eine Möglichkeit ist die Prüfung zum Technischen Betriebswirt oder zur Fachkraft für Arbeitssicherheit. Die Weiterbildung zum Medizintechniker ermöglicht außerdem den Zugang zu einem Hochschulstudium in Fächern wie Medizinische Technik oder Orthopädie- und Rehatechnik, auch wenn die schulischen Voraussetzungen nicht gegeben sind. Eine weitere Option ist die Selbstständigkeit. Infrage kommt etwa eine Handelsvertretung, ein Fachhandel für Produkte der Medizintechnik oder die Herstellung entsprechender Geräte. 

*arbeitsagentur.de, gehaltsvergleich.com