Deutsche Messegesellschaften und ihr Beitrag zur lokalen Wirtschaft

In erster Linie profitieren die großen Messegesellschaften von den Messen, die sie ausrichten. Als regionale Dienstleister sind sie automatisch auch Faktoren für die Wirtschaftsleistung ihrer Heimatstädte. Insgesamt kommen alleine die deutschen Messegesellschaften auf jährliche Umsätze über drei Milliarden Euro. Das ist ein direkter Beitrag zum Wirtschaftsaufkommen deutscher Städte. Nebenher profitieren aber noch weitere Gewerbe direkt und indirekt von den Messen. 

Wie eine Stadt von Messen profitiert

Viele Besucher einer Warenschau übernachten in der jeweiligen Messestadt, wenn sie aus dem Ausland anreisen oder die Messe an mehreren Tagen nacheinander besuchen wollen. Ein direkter Profiteur dieses Umstands ist das lokale Hotelgewerbe. Dazu kommt die Tatsache, dass die Gäste einer Messe – genau wie alle anderen Besucher und Touristen einer Stadt – essen, trinken und feiern wollen. Das hat direkte positive Auswirkungen auf die Gastronomie der Messestadt oder der näheren Umgebung.

Doch auch Unternehmen aus dem Bereich des Messebaus und der Logistik (etwa Transportbetriebe) profitieren von Messen. Dasselbe gilt beispielsweise für Hostess-Services. Der öffentliche Nahverkehr erzielt durch Messen ebenso steigende Umsätze wie der lokale Einzelhandel. Und nicht zuletzt verdienen die Taxiunternehmen an Messestandorten während Ausstellungen. 

Die Art der Messe wirkt sich zusätzlich auf den Handel aus

Welche Produkte auf einer Warenschau ausgestellt werden, hat auch eine Wirkung auf den Handel in einer Stadt. So hat die Berliner Tageszeitung „Der Tagesspiegel“ vor wenigen Jahren recherchiert, wie sich eine Messe als Wirtschaftsfaktor für eine gesamte Stadt auswirkt. Gegenstand der Untersuchung waren Mode-Events wie die „Bread & Butter“ oder die Berliner Modewoche und ihr ökonomischer Effekt auf die deutsche Hauptstadt.

Die Zeitung zitierte im Jahr 2011 den Hauptgeschäftsführer des Berliner Hotel- und Gaststättenverbandes, dass die Modewoche für die Belegung der Unterkünfte nicht zu unterschätzen sei – vor allem im Vier- und Fünf-Sterne-Bereich. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Berlin-Brandenburg sagte im gleichen Jahr, dass Shops mit Markenkleidung während der Messe gezielt hochwertige Produkte ins Schaufenster stellten. Der Umsatz durch die zusätzlichen, modeaffinen Besucher in der Stadt sollte deutlich gesteigert werden. Sportartikelläden und Szeneläden im Bezirk Mitte riefen zusätzlich Sonderveranstaltungen ins Leben, die nicht nur Messebesucher zum Kauf ihrer Kleidung animierten.

Auch Kaufhäuser wie das KaDeWe stellen gezielt Fashion-Artikel in die Schaufenster, um Kundschaft zu locken. So zitierte der Tagesspiegel die Sprecherin des KaDeWe, dass es während der Messen einen „deutlichen Zuwachs“ an Kundschaft aus dem In- und Ausland gebe. Doch die Synergie-Effekte gehen noch weiter.

Denn nicht nur in Berlin, sondern auch in den anderen deutschen Messestädten wollen die Besucher über die Messe hinaus die Stadt kennenlernen. Viele Gäste nutzen die Freizeitangebote der Orte, um abends auszugehen. Je nach Art der Ausstellungen und Messen gibt es in den Clubs immer wieder spezielle Veranstaltungen. Je mehr Veranstaltungsorte während einer Messe Events bieten, desto höher fallen auch die Umsätze aus. 

Fazit

Eine Messe ist für eine Stadt, rein ökonomisch betrachtet, von erheblichem Vorteil – vorausgesetzt, die Ausstellung ist gut besucht. Dafür muss die Stadt ein gutes Kultur- und Freizeitangebot bieten. Nicht nur die bereits erwähnten Faktoren kommen dann zum Tragen, sondern auch Synergie-Effekte. Eine Messe hat oft eine Strahlkraft, die weit über die Landesgrenzen hinaus reicht. So locken internationale Veranstaltungen auch Touristen in die Stadt, die sich für die jeweilige Messe gar nicht interessieren. Denn allein mit Fachbesuchern sind die ausverkauften Hotels in einer Stadt während Messen nicht immer zu erklären. Das gilt für attraktive Reiseziele natürlich stärker als für Städte, die nicht im Fokus von Touristen stehen.