Software für die Eigenheimplanung

Will ein Bauherr die Planung seines Eigenheims selbst in die Hand nehmen, stehen ihm verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Man unterscheidet kostenlose und kostenpflichtige Programme. Weiterhin besteht die Möglichkeit, die Pläne fürs eigene Heim online einzugeben und anschließend auszudrucken. Die Software ermöglicht mindestens die Eingabe von Grundrissen und Ansichten sowie der gewünschten Möblierung, häufig werden 3-D-Darstellungen mit Visualisierungsmöglichkeiten angeboten. So ist es möglich, das Eigenheim virtuell zu bauen und die Vorstellungen in einer ersten optischen Darstellung zu überprüfen. Bezahlte Programme haben in der Regel einen größeren Umfang an Leistungen, so sind zum Beispiel Wohnflächenberechnungen und andere gesetzlich vorgeschriebene Berechnungen möglich. Sehr umfangreiche Programme ermöglichen die Auswahl von Wand- und verschiedenen Fensteraufbauten sowie die Erstellung von wärmetechnischen Nachweisen. Weiterhin gibt es bei Bezahlprogrammen keine Einschränkungen hinsichtlich Geschossanzahl, Größe oder weiterer Mengenparameter. 

Was eine Software zur Hausplanung können muss

Auf den ersten Blick profitiert der Bauherr bei der Anwendung einer Software zur Bauplanung von einer Vielzahl an Vorteilen. So können die eigenen Vorstellungen direkt ohne einen Umweg über den Architekten verwirklicht werden – das spart Zeit und Kosten. Durch die eigene Beschäftigung mit den Problemen und Anforderungen rund um die Bauplanung wird der Eigenheimbau bis ins Detail durchdacht. Die Entwürfe können jederzeit ergänzt, optimiert und angepasst werden – ohne dass erst der Architekt erneut beansprucht werden müsste. Damit eine Software dies auch leisten kann, muss sie verschiedene Anforderungen erfüllen:

  • Einfache und intuitive Handhabung
  • Viele Darstellungsmöglichkeiten von Grundrissen, Schnitten und Ansichten
  • Auswahl und Darstellung verschiedener Bauteilaufbauten für Wände, Fenster und Dach
  • Darstellung verschiedener Dachformen auch auf komplexen Grundrissen
  • Umfangreiche Bibliotheken mit Möblierung und Texturen
  • Exportmöglichkeit zu professionellen Programmen durch in den Planungsbüros übliche Formate

 

Vor allem im 3-D-Bereich sollte ein Hausplaner verschiedene Möglichkeiten erfüllen und ein möglichst großes Leistungsspektrum bieten. So sollte eine Konstruktion in verschiedenen Ebenen möglich sein, Änderungen müssen automatisch oder optional in alle anderen Darstellungen übernommen werden. Die parallele Darstellung und die Möglichkeit der gleichzeitigen Bearbeitung in mehreren Ansichten wie Grundriss und Schnitt erleichtern die Arbeit weiterhin und sorgen für exakte und fehlerarme Ergebnisse. 

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Die Folientechnik – Layer für Layer zum fertigen Haus

Moderne Zeichenprogramme verfügen über die Folientechnik. Mithilfe von Layern – so werden die einzelnen Folien bezeichnet – können zusammengehörige Elemente gruppiert werden. Die einzelnen Layer lassen sich nach Wunsch ein- und ausblenden. Ebenso können den Elementen auf einem Layer gleichzeitig bestimmte Eigenschaften wie Strichfarbe oder Strichdicke zugewiesen werden. Folgende Elemente eines Bauplans gehören sinnvollerweise auf einen gemeinsamen Layer:

  • Wände
  • Fenster
  • Bodenplatte und Geschossdecken
  • Möblierung
  • Bemaßung
  • Dachkonstruktion

 

Ideal ist die Folientechnik auch bei der Erstellung von Umbau- und Sanierungsplänen. So können Alt- und Neubau getrennt dargestellt werden. Für den Neubau ist die Erstellung unterschiedlicher Varianten möglich, diese können jeweils einzeln angezeigt werden. 

Vom Bauplan zum Bauantrag

Hochwertige Hausbauprogramme ermöglichen nicht nur die Erstellung von Zeichnungen fürs Eigenheim, sondern übernehmen auch die Zusammenstellung der Pläne für den Bauantrag. Dort werden verschiedene definierte Darstellungen verlangt. In der Regel muss den Antragsunterlagen ein Lageplan beigefügt werden, weiterhin sind Grundrisspläne, Ansichten und Schnitte Teil der geforderten Dokumente. Die Bauantragsunterlagen selbst sind in der Regel nicht Bestandteil der Hausplanungssoftware, für die Einreichung ist zwingend die Unterschrift eines bauvorlageberechtigten Planers erforderlich. Nur dann wird der Bauantrag im Amt anerkannt und bearbeitet. Mit dieser Anforderung werden gleichzeitig die Grenzen sichtbar, will ein Bauherr selbst das Eigenheim bauen und planen. 

Ohne Architekt geht es nicht!

So leicht und komfortabel es erscheint, das Eigenheim über eine Software selbst zu planen, so viele Tücken birgt diese Verfahrensweise. Das deutsche Baurecht hält eine Vielzahl von Vorschriften und Regeln bereit, die ein Laie kaum bei der Hausplanung berücksichtigen kann. Andererseits haftet der Planer mit seiner Unterschrift für die Richtigkeit des Antrags und aller Angaben sowie der Zeichnungen. Dies hat zur Folge, dass jeder verantwortungsvolle Architekt den gesamten Bauplan überprüfen und gesetzeskonform anpassen muss. Die Einsparung an Zeit, die man als kostenbewusster Bauherr erreichen möchte, ist so schnell wieder aufgehoben. Ein weiterer wichtiger Aspekt in Bezug auf die Bauzeichnungen ist die Realisierbarkeit. Papier ist geduldig – in der Bauausführung gibt es jedoch Grenzen, die berücksichtigt werden müssen, um die Baukosten im Rahmen zu halten. Dies bezieht sich zum Beispiel auf tragende Wände, die in allen Geschossen übereinander angeordnet sein müssen, oder die Installationsleitungen im Sanitärbereich. Die konstruktiven Anforderungen ziehen wiederum Folgen hinsichtlich der Grundrissplanung nach sich. Schließlich muss auch die zeichnerische Darstellung regelkonform sein, zum Beispiel was die Darstellung von Bauteilen oder die Bemaßung angeht. Die Planungs-Software, die der Bauherr anwendet, kann hier wichtige Hinweise, aber keine Garantie auf Richtigkeit bieten. 

Fazit

Ohne Architekt und nur mithilfe einer Software zur Hausplanung ein Eigenheim zu bauen, ist kaum möglich und zieht möglicherweise unwägbare Probleme nach sich. Vergebens ist die Nutzung der verschiedenen Programme jedoch nicht: Der Architekt erhält so wichtige Hinweise zu den Vorstellungen des Bauherrn sowohl in Bezug auf die Grundrissgestaltung als auch hinsichtlich des Innenausbaus. Der Bauherr setzt sich intensiv mit dem Bauprojekt auseinander und kann anhand der Visualisierung die eigenen Vorstellungen direkt überprüfen. Besonders bei Hausplaner-Software, die die Möglichkeit zum virtuellen Begehen des Hauses bietet, können sich hier interessante Erkenntnisse ergeben. Diese wiederum fließen in die letztendliche Planung positiv mit ein. Insgesamt gilt: Bei der Planung des Eigenheims ist eine enge Zusammenarbeit zwischen Architekt und Bauherren unumgänglich – durch sie entsteht ein eigenes Haus, das nach der Fertigstellung den Vorstellungen entspricht.