Die Anfänge im Zeitungsdruck

Nach Erscheinen der ersten Zeitung im Jahr 1605, die mit dem von Gutenberg entwickelten Verfahren auf einer Buchdruckpresse hergestellt wurde, sollte es noch rund 200 Jahre dauern, bis sich dort eine maßgebliche technische Veränderung abzeichnete. Der deutsche Buchdrucker Friedrich Koenig erfand im Jahr 1812 eine Zylinderdruckmaschine. Damit begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Zeitungsdrucks, erstmals wurden höhere Auflagen möglich. In London erschien 1814 die erste Tageszeitung der Welt, die auf einer dampfmaschinenbetriebenen Zylinderdruckmaschine produziert wurde. Schon wenige Jahre später erfand der Amerikaner Richard March Hoe dann die Rotationsdruckmaschine. Diese Druckmaschine arbeitete – so wie die heutigen Rollen-Offsetdruckverfahren – nach dem Rund-auf-rund-Prinzip. Im Laufe der Entwicklung wurden mithilfe dieser Technik Stückzahlen von 20.000 Zeitungen pro Stunde realisierbar. Schließlich entstand 1870 eine Rotationsdruckmaschine, die den beidseitigen Druck möglich machte. Diese Technik wurde bis in die 1970er-Jahre eingesetzt. Ab da wechselte der Zeitungsdruck nach und nach zum Offsetdruck über. 

 

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Zeitungsdruck im Rollen-Offsetverfahren

Das Rollen-Offsetverfahren stellt heute den Standard dar, wenn es um Zeitungsdruck geht. Zuverlässig und schnell entstehen die Tageszeitungen pünktlich zum Frühstück der Leser. Der Druck erfolgt nachts im Rotations- oder Rollen-Offsetdruck. Zwischen zwei Walzen, die sich gegenläufig um die eigene Achse drehen, läuft das Papier durch einen schmalen Spalt und wird dabei beidseitig bedruckt. Die Geschwindigkeiten erreichen pro Stunde bis zu 35.000 Umdrehungen bzw. 50 km/h. Das ist die Grundvoraussetzung für die Zeitungsherstellung und die Bereitstellung der hohen Auflagen, die viele Tageszeitungen heute haben. Als Bildträger dienen im Rollenoffset dünne Druckplatten aus eloxiertem Aluminium, Polyesterfolie oder Papier. Pro Druckfarbe wird eine Platte benötigt. Der Informationsauftrag erfolgt heute vorwiegend digital.

Der Offsetdruck gehört zu den Flachdruckverfahren. Das bedeutet, dass druckende und nichtdruckende Bereiche des Druckträgers auf einer Ebene liegen und unterschiedlich präpariert sind. Großer Vorteil des Verfahrens ist die gestochen scharfe Bildqualität. Aufgrund des Flachdrucks sind die Ränder der Farbaufträge nicht gequetscht und damit klar von den unbedruckten Bereichen abgegrenzt.

Der Rollen-Offsetdruck kommt für den Zeitungsdruck in der Regel ab einer Auflage von 10.000 Zeitungen zum Einsatz und ist nicht nur blitzschnell, sondern auch kostengünstig. Die Druckkosten je Zeitung verringern sich dabei mit steigenden Stückzahlen. Für kleinere Stückzahlen bietet sich der Bogen-Offsetdruck an. Hier wird das Druckmedium nicht als Rolle, sondern in Form großer Bögen in die Druckmaschine eingelegt. 

Vom Bleisatz zur CTP-Technologie

Rotationsdruckmaschinen benötigen gebogene Druckformen, die an den zylindrischen Walzen anliegen. Bis in die 1960er-Jahre wurde dies mittels Bleisatz realisiert. Setzmaschinen setzten den Text, die Bilder entstanden über gerasterte Klischees. Das Fotosetzgerät löste den Bleisatz zunehmend ab, gleichzeitig entstand der Offsetdruck, der Druckvorlagen auf Film benötigte. Die Texte und die Bilder wurden dazu auf die Druckplatten kopiert. In den 1990er-Jahren entwickelte sich die Computer-to-Plate-Technologie. Die Druckplatte wurde direkt mit den Daten aus dem Computer über einen Belichter versehen. Eine weitere Technik, die seit 2008 im Einsatz ist, stellt das Direct Imaging dar. Bei diesem auch als Computer-to-Press-Technologie bezeichneten Verfahren erfolgt die Bedruckung der Platten direkt in der Druckmaschine. 

Das Rollen-Offsetverfahren ist heute der Standard im Zeitungsdruck. (Foto: Unsplash.com/Waldemar Brandt)

Zeitungsherstellung vollautomatisiert

Die Weiterverarbeitung der bedruckten Zeitungsseiten erfolgt beim Rollen-Offsetdruck direkt in der Druckmaschine. Auf einer Rotationsschneidevorrichtung wird der Schnitt auf das gewünschte Format vorgenommen, anschließend werden die einzelnen Bögen über eine Wendestange übereinandergelegt und zusammengefasst. Ein Falzapparat, der aus einem Falztrichter für den ersten Längsfalz und weitere Falzapparaturen besteht, faltet die fertigen Zeitungsbögen nach Vorgabe. Im Falzaggregat können auch Klebungen, Beschnitte oder Nummerierungen erzeugt werden. Am Ende erhält man ein fertiges Druckprodukt, das direkt verpackt wird und in den Handel gelangen kann. 

Rollen-Offset – nicht nur für den Zeitungsdruck

Der Rollenoffsetdruck kommt für große Auflagen im Zeitungsdruck zum Einsatz. Aufgrund der Schnelligkeit und durch den hohen Automatisierungsgrad sind die Kosten besonders bei hohen Auflagen gering. Deshalb werden die Druckstraßen nicht nur für Zeitungen, sondern ebenso für Bücher und viele andere Druckereierzeugnisse wie Broschüren oder Kataloge in hohen Auflagen eingesetzt. Das moderne und hochtechnisierte Verfahren ermöglicht das Bedrucken verschiedenster Papier- und Kartonarten in monochromer und mehrfarbiger Qualität. Der Vorteil fürs Druckbild sind randscharfe Ausdrucke ohne Quetschränder und glatte Rückseiten ohne Schattenbildung.