Warum die Kraft der Pneumatik unverzichtbar bleibt

Bei der Pneumatik wird Druckluft erzeugt, verstärkt und dann zur eigentlichen Anwendung, der Aktorik geleitet. Jede pneumatische Anwendung besteht also aus dem Transport oder der Bewegung eines Objekts mittels Druckluft. Das gilt physikalisch auch dann, wenn Werkzeuge über einen Zylinder mittels Druckluft bewegt werden. In der Aktorik als Teildisziplin der Antriebstechnik wird die Luft als Arbeitsmedium genutzt, um nicht nur kraftintensive, sondern auch hochpräzise und schnell wechselnde Bewegungsrichtungen zu ermöglichen. Hier zeigt sich die weiterhin unverzichtbare Kernkompetenz pneumatischer Anwendungen: Wo starke Kräfte nötig sind, um Objekte und Werkzeuge zu bewegen, gibt es keine effektiveren Alternativen. 

Druckluft – effektiv und sanft zugleich

Mittels Druckluft werden in vielen Industrieanlagen Schüttgut und Flüssigkeiten transportiert. Am Beispiel einer Dosierungsanlage in der Lebensmittelindustrie lässt sich die Effektivität pneumatischer Antriebe anschaulich darstellen. Denn dort entsteht ein Höchstmaß an Produktivität dadurch, dass in immer kürzeren Stop-and-go-Taktungen bestimmte Substanzen oder Flüssigkeiten durch Düsen in einen Behälter gelangen müssen. 

Kein Arbeitsmedium kann darüber hinaus die dafür benötigte Kraft so zuverlässig liefern wie Druckluft, wenn es darum geht, ein Objekt ohne Einflussnahme auf seine materielle Struktur zu bewegen oder zu befördern. Kein Medium lässt sich also so schnell und materialschonend von Energie in Arbeitskraft umwandeln. Kein Medium außerhalb der elektromechanischen Welt reagiert so schnell auf neue Arbeitsbefehle wie Druckluft. Selbst in der Robotik wird die Pneumatik eine wichtige Rolle spielen – und zwar immer dann, wenn sich sehr filigrane „intelligente Bewegungen“ am Ende durch „zupackende“ Kraft äußern müssen. Mit einem Elektromotor reicht es für einen Roboter vorerst zum Winken und Grüßen. Beim Anheben von Gegenständen werden hingegen ganz andere Kräfte benötigt. 

Pneumatik als Garant für Schnelligkeit

Hochgeschwindigkeit in der Dosierung und Fertigung ist ohne pneumatische Antriebe nicht vorstellbar. Bei der Automatisierung von industriellen Fertigungsprozessen spielt der Transport, also der intralogistische Warenfluss, eine zentrale Schlüsselrolle. Das Zukunftsszenario der Industrie 4.0 ist fest mit der Vorstellung verbunden, dass vor allem die Einflussnahme auf die Geschwindigkeit von Transportsystemen zu deutlichen Produktivitätssteigerungen führen wird. Gerade im Transportbereich stehen eventuell einige „Wiedergeburten“ längst ausgestorbener Transportwege bevor. Die Renaissance von Rohrleitungssystemen auch für Festkörper wäre ohne Druckluft nicht vorstellbar – und wird dann auch der Pneumatik-Industrie ganz neue Schubkraft verleihen. 

Pneumatik-Komponenten mit integrierter Intelligenz

Beim Übergang in die neue Welt der Industrie 4.0 geht es deshalb weniger um die Umstellung auf neue Antriebstechnologien, sondern vielmehr um die Intelligenzsteigerung einzelner Steuerungselemente, wie sie von der Industrie 4.0 gefordert werden. Modularität, also die Vereinzelung statt weiterer Zentralisierung von Steuerungskomponenten, ist ein wesentlicher Aspekt von Industrie 4.0. Das prägende Modul, das in der Pneumatik eine wichtige Rolle übernimmt, ist das Ventil, das die Wege und die Kraft der Druckluft kontrolliert. 

Hersteller pneumatischer Anlagen können heute schon auf eine Vielfalt an intelligent konstruierten Ventilsystemen zurückgreifen, die bereits vorprogrammiert und Cloud-fähig den Anspruch an intelligente Vernetzungsstrategien erfüllen. Industrie 4.0 läuft darauf hinaus, dass alle am Fertigungsprozess beteiligten Maschinen mit jeweils eigenständiger, autonomer Intelligenz zum optimalen Gesamtgelingen einer Fertigungskette beitragen. Dazu müssen alle zum Fertigungs- und Logistikprozess beitragenden Maschinen und Anlagen bereits „ab Werk“ einen Großteil eigener Intelligenz und Kommunikationsfähigkeit mitbringen, um schnell in eine Smart Factory integriert werden zu können. Für die Pneumatik-Industrie wird sich die Migration ins 4.0-Zeitalter auf denkbar reibungslose Weise vollziehen. Denn sie kann bereits auf solche intelligenten Ventilsysteme zurückgreifen. Die eigenständige Datensammlung über die Prozesse, die in Ventilnähe stattfinden, die Eigendiagnose und die Weiterleitung von Informationen an eine übergeordnete Steuereinheit und die dadurch mögliche Selbstoptimierung sind in der Pneumatik keine Zukunftsmusik, sondern bereits greifbare Realität. 

Pneumatik bleibt eine treibende Kraft in der Industrie 4.0

In fast allen Branchen werden pneumatische Antriebe und Transportsystem weiterhin dafür sorgen, dass ein Endprodukt rechtzeitig zu seinem Kunden gerät. Mit der Weiterentwicklung intelligenter Steuerungssysteme wird die Pneumatik eher zu den ersten als zu den letzten Kräften gehören, die in einer Smart Factory ihren Stammplatz sichern. Selbst dort, wo Trends zur Miniaturisierung neue Produktwelten schaffen, wird Druckluft eine treibende Kraft bleiben. Entdecken Sie hier, welche Unternehmen zur Vielfalt pneumatischer Anwendungen beitragen.