Förderbänder

Materialfluss & Intralogistik

Wissenswertes über Förderbänder - für jeden Einsatzbereich das perfekte System

Hätten Sie es gewusst? Im Jahr 2014 waren in Deutschland 329 Betriebe im Bereich der Fördertechnik tätig, 2005 waren es noch 280. Das entspricht einer Steigerung von fast 18 Prozent in nicht einmal 10 Jahren. Die Fördertechnik boomt, denn kein Produktionsbetrieb kommt mehr ohne automatisierte Prozesse und automatische Förderung von Gütern aus.

Förderbänder sind für effiziente Produktionsprozesse schon seit Langem unumgänglich. Eine große technische Bandbreite, die von verschiedenen Herstellern umgesetzt wird, gewährleistet, dass sich für jede Prozesslandschaft das passende System einsetzen lässt. Vielseitig und flexibel anpassbar unterstützen die unterschiedlichen Förderbandsysteme automatisierte Abläufe und schaffen eine maximale Wirtschaftlichkeit. Förderbänder gehören zum großen Feld der Fördertechnik und lassen sich in verschiedene Gruppen einsortieren. 

Die Systeme im Überblick:

  • Gurtbandförderer
    • Stahl-, Draht- und Magnetbandförderer
    • Abzugsförderbänder
    • Schrägförderbänder
  • Rollenförderer
  • Kleinförderbänder
  • Injektorförderbänder  

Gurtbandförderer
Zu den am häufigsten eingesetzten Förderbändern gehört der Gurtbandförderer. Das Endlosband wird über Rollen betrieben und eignet sich für die Beförderung von Schütt- wie auch Stückgut über ein Band aus Gummi oder PVC. Die robusten Systeme enden in einem sogenannten Abwurf, an dem die Waren und Güter kontrolliert abgelegt werden. Durch die unkomplizierte Bauweise ist das System wartungs- und verschleißarm und eignet sich besonders zum Transport großer Warenmengen über weite Strecken. Nicht möglich ist der Einsatz zur Überwindung von Steigungen oder Kurven. 

Stahl-, Draht- und Magnetbandförderer
Für Waren mit höherem Gewicht kommen zum Beispiel Stahlbandförderer zum Einsatz. Die unempfindliche Konstruktion ist hitzebeständig und verfügt über eine hohe Abriebfestigkeit. Deshalb können problemlos heiße Güter, spitze Gegenstände oder Klebriges gefördert werden. Für Tiefkühlprodukte oder gekühlte Waren ist der Drahtbandförderer prädestiniert. Daher kommt er vermehrt in der Lebensmittelbranche zum Einsatz. Dieser Bandförderer eignet sich auch für Güter, die gewaschen oder gesiebt werden müssen. Zur gleichen Gruppe zählen die Magnetbandförderer mit magnetischer Oberfläche. Diese erleichtern die Sortierung metallischer Güter und erhöhen damit die Wirtschaftlichkeit der Produktionsprozesse. Einsatzbereiche der Magnetbandförderer sind zumeist Metallbearbeitungs- unternehmen, Gießereien und die Maschinenbauindustrie. Darüber hinaus gibt es noch weitere Fördersysteme, die nach ähnlichen Prinzipien funktionieren, zum Beispiel Teleskopbandförderer, Zahnriemenförderer und Kunststoffgliederförderer. Diese kommen vor allem in der Autoindustrie zum Einsatz. 

Abzugsförderbänder
Zwei nebeneinander verlaufende Förderbänder transportieren die Waren beim Abzugs- oder Zwillingsförderband. Das System ist für Stückgut geeignet, das zwischen den unabhängig betriebenen Bändern transportiert wird. Besonders langes und überlanges Stückgut nimmt dieses Förderband zuverlässig auf und transportiert es zum Abwurf. Weiterhin ermöglicht dieser Bandtyp rechtwinklige Richtungswechsel. Zum Einsatz kommen die schweren Abzugsförderer beispielsweise im Bergbau zum Einsatz. 

Schrägförderbänder
Nur wenig Platz benötigen die Schräg- oder Steilförderbänder. Sie eignen sich zur Förderung von kleinteiligem Stückgut und Schüttgut und lassen sich in vorhandene Förderanlagen gut integrieren. Auch die Befüllung von Containern setzt dieses System wirtschaftlich und effizient um. 

Rollenförderer
Ganz ohne Strom kommen Rollenförderbänder aus. Bei gleichzeitig hoher Geschwindigkeit eignet sich das System für den effektiven Transport im Versandwesen mit großen Distanzen und kurvigem Verlauf. Den Kurvenverlauf steuert meist ein Getriebemotor. Statt eines Bandes verfügt dieses System über Rollen, die das Transportgut über die Distanz weitergeben. Der große Vorteil dieses Systems ist der niedrige Geräuschpegel im Förderbetrieb. 

Kleinförderbänder
Im Maschinenbau, aber auch immer dann, wenn Kleinteile über Distanzen bewegt werden sollen, kommen Kleinförderbänder zum Einsatz. Die Bandbreiten reichen von 30 bis 300 Millimeter, die Auswahl des Förderbandes richtet sich nach dem Transportgut. Möglich sind verschiedene Oberflächen von glatt bis genoppt wie auch unterschiedliche Materialien. 

Injektorförderbänder
In Verbindung mit Strahlmaschinen zur Bearbeitung von Oberflächen kommen Injektorförderbänder zum Einsatz. Der Antrieb ist manuell oder per Motor möglich, die Bänder transportieren schwere Werkstücke, die von den Strahlmaschinen bearbeitet werden sollen. Eine stufenlose und individuelle Einstellung der Fördersysteme ermöglicht die exakte Anpassung an die Spezifikation der verwendeten Maschine. Injektorförderer finden für jegliche pneumatisch förderbaren Schüttgüter Anwendung. 

Mobile Fördertechnik – ein ganz anderes System

Neben stationär im Produktionsgebäude oder im Freien installierten Fördersystemen gibt es auch mobile Technik. Diese kommt zum Beispiel als mobile Bandfördertechnik auf Lkw, auf Baustellen oder innerhalb eines Betriebsgeländes an wechselnden Orten zum Einsatz. Flexibel und leicht transportierbar bildet diese Klasse der Fördertechnik auch den Bereich des Mietgeschäfts ab. Die Bänder können für definierte Zeiträume geliehen werden. Mobile Förderbänder arbeiten in der Regel in verschiedenen Richtungen und sind zum Beispiel in Form von Teleskopbandförderern oder Schrägbandförderern erhältlich. 

Fördersysteme effizient planen - die wichtigsten Einflussfaktoren

Damit ein Produktionsprozess optimal abläuft, muss jede Einzelkomponente richtig dimensioniert sein. Für Fördersysteme sind unter anderem folgende Spezifikationen wichtig:

  • Art des zu transportierendes Fördergutes - zum Beispiel Schüttgut oder Stückgut
  • Art und Gestaltung des Arbeitsbereiches sowie Flächengeometrie
  • Förderintensität in Bezug auf Menge und Fördergeschwindigkeit
  • Umwelteinflüsse
  • Wirtschaftlichkeit
  • Gesetze und Vorschriften
  • Bauliche Voraussetzungen
  • Ergonomie
  • Flexibilität und Erweiterbarkeit  

Hinsichtlich der gesetzlichen Vorschriften sind zum Beispiel VDI- und VDE-Richtlinien, die Aufzugsverordnung, die UVV der Berufsgenossenschaften und die gültigen EU-Normen zu beachten. Durch die meist individuellen Anforderungen an ein Fördersystem arbeiten viele Hersteller mit Baukastensystemen, aus denen der Kunde sein spezifisches Förderband zusammenstellt. Ebenfalls erhältlich sind standardisierte Versionen, die nach Bedarf individuell vom Hersteller angepasst werden. Kurze Lieferzeiten, ein großes Sortiment an passendem Zubehör sowie eine schnelle Versorgung mit Ersatzteilen gehören ganz selbstverständlich zum Service. 

Förderbandsteuerung als entscheidendes Zubehör

Damit ein Förderbandsystem optimal in den Produktionsprozess eingegliedert ist, ist eine exakte Abstimmung nötig. Dies wird in modernen Anlagen über eine elektronische Steuerung gewährleistet. Über die Steuerung erfolgt zum einen gleichzeitig die Vernetzung mit weiteren IT-Komponenten, die Fördertechnik selbst kann programmiert werden. Ebenfalls möglich ist zum Beispiel der Wechsel von Takt- zu Impulsbetrieb, Rückwärtslauf oder die Steuerung von optional eingebauten Komponenten im Förderband wie Ventilatoren oder Anfahrüberbrückung.

 Die große Bandbreite der Fördersysteme und auch die zahlreichen Möglichkeiten der Individualisierung sind ein entscheidender Produktionsfaktor. Das richtige Förderband mit perfekter Effizienz kann auf dem Markt sogar den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen. An dieser Technik sparen sollte man nicht - allerdings sollte vor der Anschaffung eines Förderbandes bzw. Fördersystems eine genaue Bedarfsplanung erfolgen, die sich an den vorhandenen Gegebenheiten und Einflussfaktoren orientiert.

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