Herr Grüner, was ist das Besondere an Ihrem Angebot?

KADDI LACK bietet hochwertige Industrielacke in individuellen Farbtönen für verschiedenste Anwendungsbereiche von Modell- bis Maschinenbau. Das Besondere ist: Unsere Kunden erhalten diese Lacke bereits in kleinsten Mengen, ab einem Liter und in kürzester Zeit, innerhalb von maximal zwei Tagen.

Wieso haben Sie sich für diese Nische entschieden?

Ich war lange Jahre für einen 1.400 Mitarbeiter großen Lackhersteller tätig. Hier waren die Kunden immer an bestimmte Mindestabnahme-Mengen gebunden. Eine genaue Bedarfsvoraussage ist für Lacke aber schwierig. Was passierte also, wenn der Kunde am Ende doch drei oder fünf Liter mehr von einem Lack benötigt? Aus Verzweiflung geht er in den Baumarkt oder nimmt einen teureren Autolack. Die Farbe passt nicht ganz? Egal! Der Preis ist hoch? Auch egal! Eine andere Lösung gab es damals nicht. An dieser Stelle habe ich einen Bedarf gesehen. Deshalb habe ich mit KADDI LACK eine Manufaktur für Industrielacke gegründet, die sich auf bedarfsgerechte Mengen ab einem Liter spezialisiert hat.

Warum können Sie Kleinstmengen anbieten und die großen Hersteller nicht?

Die großen Lackhersteller produzieren ihre Lacke komplett selbst. Wir hingegen arbeiten sehr innovativ mit halbfertigen Produkten, die wir bei uns je nach Kundenwunsch individuell fertigstellen. Deshalb sind wir in der Lage, schneller zu arbeiten und weitaus kleinere Mengen anzubieten. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einer modernen Bäckerei-Kette. Dort wird auch kein Mehl mehr gemahlen. Anstatt dessen werden Teiglinge aus dem Großwerk angeliefert und vor Ort nach Bedarf frisch fertiggebacken.

Inwieweit stehen Sie mit den großen Lackherstellern in Konkurrenz?

Wir sehen uns als Ergänzung zum bestehenden Markt. Viele unserer Kunden kaufen bei uns das, was sie woanders nicht bekommen. Wir arbeiten aber auch für andere Lackfabriken, die wiederum ihren Kunden unsere Kleinmengen weiterverkaufen.

Was ist Ihre Kernzielgruppe?

Unser klassischer Kunde ist der B2B-Kunde aus dem Maschinenbau und dem metallverarbeitenden Gewerbe. Das kann vom Einmannbetrieb bis zum Großkonzern jeder sein, der nur einen kleinen Bedarf an Industrielacken hat. Damit wollen wir unseren Kunden helfen, wirtschaftlich zu lackieren.

An welchen Neuheiten arbeiten Sie aktuell?

Im Kürze präsentieren wir einen kreativen Lack mit einer täuschend echten metallischen Optik ähnlich wie beispielsweise gebürstetes Alu, flüssiges Silber, Gold, Messing oder Kupfer. Das Spannende ist, dass dieser Lack auf vielen verschiedenen Untergründen wie Holz, Pappe oder Rigips aufgetragen werden kann.

Darüber hinaus arbeiten wir gerade an einem neuen Meilenstein für unsere Kunden. Mit einem Online-Konfigurator wollen wir es in Zukunft auch Laien, die nur wenig Fachwissen zu Industrielacken haben, ermöglichen, selbst ganz einfach genau den richtigen Lack für ihren individuellen Bedarf zu finden. Und das Beste: Diesen Lack können sie dann mit einem Klick direkt online bestellen.

Welche Entwicklungen sind in Ihrer Branche zu erwarten?

In unserer Branche spielen Entwicklungen zu Gunsten der Umwelt eine wichtige Rolle. Jedoch gehen solche Veränderungen in der Regel zu Lasten der Qualität oder der Wirtschaftlichkeit. Ein Beispiel ist das Verbot von bleihaltigen Pigmenten. Dadurch haben beispielsweise Gelb- oder Rottöne nur ein vermindertes Deckvermögen und sind gleichzeitig im Preis gestiegen. Hierfür suchen wir aktuell nach einer akzeptablen Lösung.

Eine Frage zum Schluss: Wie kam es zu diesem außergewöhnlichen Firmennamen?

Als ich vor 20 Jahren nach einem Unternehmensnamen suchte, dachte ich mir „Grüner Lack“ klingt komisch. Da ist mir ein Gedanke aus meiner Lehrzeit eingefallen. Damals dachte ich, es wäre witzig, wenn es einen Lack gäbe, der extra nur für alte amerikanische Autos hergestellt würde und der müsste dann „Kaddi-Lack“ heißen. Heute stellt sich der Name als Glückstreffer heraus: Er bleibt gut in Erinnerung und unsere URL wird sehr häufig gefunden.