Hans Thomann

© Knut Pflaumer

Business Management

"Kein Hierarchien-Korsett" - Interview mit Hans Thomann

1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 18 Nationen, 5.500 Quadratmeter Ladenfläche, über 70.000 vorrätige Artikel, 20.000 täglich verschickte Pakete aus dem Online-Shop, 7,4 Millionen Kunden aus aller Welt – seit 1954 wird das Musikhaus Thomann durchgehend als erfolgreiches Familienunternehmen geführt. Der größte europäische Musikhandel verkauft am Standort Treppendorf bei Bamberg und im Online-Shop Musikinstrumente, Zubehör für Lichtanlagen, Bühnen- und Studiotechnik. Wir haben mit dem Inhaber Hans Thomann über die gelebte Unternehmenskultur gesprochen.

Duzen oder Siezen?

Wir duzen uns alle. Die gemeinsame Leidenschaft zur Musik verbindet uns und prägt das Miteinander bei Thomann.

Flexible Arbeitszeiten oder Kernarbeitszeit?

Arbeitszeiten sind bei uns von Abteilung zu Abteilung unterschiedlich. Bei uns gibt es verschiedene Modelle: Unser Versand, Shop, Service und unsere Hotline arbeiten im Schichtbetrieb. In anderen Bereichen ist eine flexible Arbeitszeit möglich, die auch gewährt wird. Mit einem Stempelsystem werden die Arbeitszeiten erfasst, so geht keine Minute verloren. Jede Überstunde wird vergütet oder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ‚feiern sie ab’. Das darf jeder selbst entscheiden, wie er das persönlich möchte. 

Anwesenheit oder Homeoffice?

Die meisten Mitarbeiter sind bei uns vor Ort in Treppendorf anwesend, was aus verschiedenen Gründen unabdingbar ist. Externe Mitarbeiter wie Übersetzer oder Community Manager verschiedener Sprachen arbeiten allerdings vom Homeoffice aus – das ist aber eher die Ausnahme. 

Flache Hierarchien oder klassische Strukturen?

In unserem Unternehmen setzen wir auf flache Hierarchien – trotz unserer Größe. Das ist mir auch sehr wichtig: Wir setzen Leute aufgrund ihrer Fähigkeiten ein und versuchen sie nicht in ein Hierarchien-Korsett zu pressen, sondern schätzen das Übernehmen von Verantwortung, selbstständiges Arbeiten und eigenständiges Denken.  

Versandhalle Thomann

© Knut Pflaumer

Kleine Raumeinheiten oder Großraumbüro?

Sowohl als auch. Beide Arten sind bei uns vertreten. Uns ist wichtig, dass sich unsere Leute auf der Arbeit wohlfühlen, daher versuchen wir, auf die Bedürfnisse des Teams einzugehen. 

Papierloses Arbeiten oder Aktenordner?

Wir setzen auf papierloses Arbeiten und wickeln das meiste digital ab. Bürokratie versuchen wir immer zu vermeiden, ganz ohne geht es leider auch nicht, denn natürlich gibt es hier und da die Notwendigkeit Wichtiges auf Papier festzuhalten oder originale Dokumente zu archivieren. 

Anzug oder Jeans?

Unsere Leute sollen sich auf der Arbeit wohlfühlen und dürfen sich nach ihren eigenen Vorlieben kleiden. Einige Ausnahmen gibt es selbstverständlich, denn in manchen Bereichen ist Arbeitskleidung ein Muss. Eine Krawatte hat in Treppendorf aber eher Seltenheitswert.   

Betriebsausflüge oder eine Weihnachtsfeier im Jahr?

Jedes Jahr feiern wir alle zusammen unsere Firmenweihnachtsfeier, die stets ein ganz besonderes Ereignis für alle ist und immer unter einem bestimmten Motto stattfindet: 2016 war es zum Beispiel ein kubanischer Abend „Buena Vista Social Club“.  

Herr Thomann, vielen Dank für das Interview!

Hans Thomann

Hans Thomann

Schon als Sechsjähriger tummelte sich Hans Thomann gerne im Geschäft seines Vaters. „Eine sehr spannende Zeit in den 1970er-Jahren, als die neuen Sounds kamen – Mini Moog, neue Gitarrenklänge.” Später kümmerte sich der ausgebildete Feingeräteelektroniker und Blechblasinstrumentenbauer um „alles Elektronische”, wie Beschallungsanlagen, Tonstudio Ausstattungen und Gitarren; sein Vater behielt den Bereich der Holz- und Blasinstrumente für sich. 1990 übernahm Hans Thomann das Musikhaus Thomann vollständig. www.thomann.de

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