Facebook für Firmen

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Digitalisierung des Mittelstandes

Facebook für Firmen

Elemente von sozialen Netzwerken halten Einzug in Unternehmen. Vom reinen Intranet bis zum gemeinsamen Bearbeiten von Projekten im Netz ist vieles möglich. Die Vorteile von Social Intranet: Die Mitarbeiter können sich besser austauschen und ihr Wirgefühl wird gestärkt.

In der Frühphase des Internets galt die Kommunikation per E-Mail noch als Segen: Schnell und papierlos konnte man sich mit Kollegen verständigen, ohne Dokumente per Schneckenpost oder Fax zu versenden oder telefonieren zu müssen. Mittlerweile ist die Flut an E-Mails, die nun täglich in den Accounts jedes Angestellten aufläuft, zum Fluch geworden, und das nicht nur, weil unzählige Spamroboter die Postfächer mit sinnlosem Werbemüll verstopfen.

Programme wie „Yammer“ oder „Coyo“ helfen, die Zusammenarbeit innerhalb einer Organisation wieder zu verbessern, indem sie das Teilen von Wissen und Dateien vereinfachen. Nicht nur Kollegen, sondern auch Partner und Kunden lassen sich durch den Einsatz integrierter Tools besser einbinden. „Yammer“ startete 2008 in den USA zunächst als Mikrobloggingdienst für Unternehmen. Mittlerweile bietet die Software ähnliche Möglichkeiten wie Facebook und Twitter. Dabei können sowohl interne – nur E-Mail-Adressen mit der gleichen Domain sind erlaubt – als auch externe Netzwerke eingerichtet werden. In Deutschland haben in den letzten Jahren verschiedene Softwareschmieden eigene Social-Intranet-Lösungen erarbeitet. Darunter auch die Hamburger Digitalagentur mindsmash. „Ich habe mich immer gefragt, warum es so kompliziert wird, wenn wir miteinander kommunizieren und uns abstimmen. Sofort entsteht ein Durcheinander von Mails, wenn alle immer ‚cc‘ gesetzt werden“, erzählt deren Gründer Jan Marquardt.

Seit 2010 entwickelt mindsmash Anwendungen, die traditionelle Geschäftssoftware und innovative Cloud-Lösungen miteinander verzahnen. So verbindet „Coyo“ für die interne Kommunikation zwischen Mitarbeitern, Partnern und Kunden eine klassische redaktionelle Intranetplattform mit den Elementen sozialer Netzwerke und mit Web-2.0-Werkzeugen wie Wikis und Blogs. „Coyo“ kann sowohl als reine Intranetplattform, aber auch als Online-Community oder Projektplattform genutzt werden. Das Programm läuft mit seinen individuellen Projekträumen, persönlichen Newsfeeds und digitalen Benutzerprofilen komplett im Webbrowser. Seit 2011 erhältlich, wird es inzwischen von mehreren deutschen Unternehmen eingesetzt, darunter Airbus und Deutsche Telekom.

Ein anderes Produkt von mindsmash ist die Software „Akee“: Sie unterstützt das tägliche Businessmanagement mit Modulen für CRM, Vertrieb, Finanzen, Personalmanagement, Dokumentenverwaltung, Zeiterfassung und Marketing. US-Konkurrent „Yammer“ gehört seit 2012 zu Microsoft: Gigantische 1,2 Milliarden Euro soll Bill Gates dafür auf den Tisch gelegt haben. Social Intranet, so scheint es, gehört in Zukunft in Unternehmen einfach dazu.

mindsmash

Es begann alles mit Koffern voller Pokerzubehör, die Jan Marquardt aus China importierte und damit den Grundstock für seine berufliche Unabhängigkeit legte. Das ist zehn Jahre her und er war 16 – ein Teenager. Heute ist er immer noch sein eigener Boss: Das sei ihm in die Wiege gelegt worden, glaubt der Wirtschaftsinformatiker: „Ich werde immer mein eigenes Geschäft haben.“ Mittlerweile hat mindsmash 22 Mitarbeiter. Marquardt will diese Zahl in den nächsten drei Jahren verdreifachen und neue Märkte unter anderem in Skandinavien erobern.

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