US-Präsidentschaftswahl 2016

Digitalisierung des Mittelstandes

US-Präsidentschaftswahl 2016: Was bedeuten Clinton und Trump für Europa?

Wohl kaum ein Wahlkampf in der Geschichte der USA hat das Land – und mit ihm die ganze Welt – so in Atem gehalten wie der zwischen den beiden Präsidentschaftskandidaten Hillary Clinton und Donald Trump. Die ehemalige Außenministerin und der Politneuling haben sich gegenseitig nichts geschenkt. Doch wie sehen die wichtigsten Standpunkte der beiden Kandidaten aus und welche Auswirkungen wird die Wahl auf Europa haben?

Amerika wählt Trump: Die Republikaner schickten den Milliardär Donald Trump ins Rennen. Für die Demokraten stellte sich Hillary Clinton zur Wahl – sie wollte als erste Frau in der Geschichte das mächtige Amt übernehmen. Gewählt wurde Donald Trump. Welche Auswirkungen das auf Europa haben könnte, erfahren Sie hier.

Donald Trump: Vom Immobilienmilliardär zum US-Präsidenten

Der amerikanische Unternehmer hat seinen Namen in den vergangenen Jahrzehnten zur Marke ausgebaut und gilt als Globalisierungsgegner mit isolationistischen Tendenzen. Unter dem Selfmade-Milliardär als Präsidenten hat TTIP, das er als für die USA ungünstig bezeichnet, wohl keine Chancen mehr. Zudem setzt sich Trump dafür ein, die ausländischen Produktionsstätten von US-Unternehmen unter anderem durch hohe Strafzölle und Steuererleichterungen in die Vereinigten Staaten zurückzuholen.

Außenpolitisch betrachtet Trump Russland und Israel als (potenzielle) Verbündete – vor allem im Kampf gegen den Terrorismus. US-Interventionen weit weg vom Heimatland sieht er kritisch, dennoch plant er neue Strategien gegen Terrororganisationen wie den Islamischen Staat. Er sieht insbesondere die Europäer, Südkorea und Saudi-Arabien in der Pflicht, ihre Militärausgaben zu erhöhen. Ansonsten gilt: „Amerika zuerst“. Wo die USA nicht direkt bedroht sind, soll es auch keine Interventionen mehr geben.

Hinsichtlich der US-Waffengesetze fordert Trump eine noch stärkere Bewaffnung der Bürger als Verteidigung gegen Amokläufer und Terroristen. Beim Thema Einwanderung setzt er auf Abschottung: An der Grenze zu Mexiko soll eine Mauer entstehen. Illegale Einwanderer sollen härter verfolgt werden. Mit generellen Einreiseverboten zum Beispiel gegen Muslime will der Republikaner die Terrorgefahr eindämmen.  

Welche Auswirkungen die Wahl auf Europa und Deutschland hat

Donald Trump zieht ins Weiße Haus ein: Auf Deutschland kommen wohl ungemütlichere Zeiten zu.

Deutlich wird die finanzielle Belastung für Deutschland wohl unter einer Regierung von Trump ausfallen: Der Republikaner hat bereits mehrfach die Funktion der Nato infrage gestellt und insbesondere mit der Rolle der USA als Weltpolizei gehadert. Seine Forderung: Länder, die aktuell von den USA beschützt und verteidigt werden, sollen in Zukunft selbst dafür aufkommen. Auf Deutschland kommen dann deutlich höhere Verteidigungsausgaben zu – vor allem, da die Bundesrepublik ihre Nato-Verpflichtungen beim Wehretat ohnehin schon seit Jahren nicht erreicht (1,19 Prozent des Bruttoinlandsprodukts statt der geforderten 2,0). Gleichzeitig ist jedoch auch mit weniger Einfluss der USA auf die außenpolitischen Beziehungen Deutschlands zu rechnen. 

Blitzumfrage zum Sieg von Donald Trump

Am 9. November steht fest - Donald Trump ist der 45. Präsident der USA. Wir haben Sie zusammen mit Kloepfel Consulting gefragt: Was glauben Sie, wie sich dieses Ergebnis auf Europa auswirkt?

Das Ergebnis der Blitzumfrage ist eindeutig: Der deutsche Mittelstand sieht negative Auswirkungen durch die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten. 73 Prozent der Befragten geben an, beunruhigt zu sein, davon sind 35 Prozent sogar sehr beunruhigt. Für 17 Prozent ändert das Wahlergebnis wenig, sie blicken „neutral“ in die Zukunft. Es gibt aber auch Stimmen, die den Wahlausgang positiv sehen. Immerhin 6 Prozent der Umfrageteilnehmer stimmt Donald Trumps Sieg optimistisch, 4 Prozent sogar „sehr optimistisch“.

Dass die Wahl Auswirkungen auf die wirtschaftliches Situation des eigenen Unternehmens hat, sehen hingegen nur rund ein Drittel der Befragten. 24 Prozent geben an, dass sie mit einer Verschlechterung rechnen, 7 Prozent rechnen mit einer Verbesserung. Die große Mehrheit von 69 Prozent geht allerdings davon aus, dass die Situation des eigenen Unternehmens mit Donald Trump als US-Präsident unverändert bleibt. 

Alle Ergebnisse der Blitzumfrage gibt es hier!

*An der Online-Umfrage von Kloepfel Consulting und „Wer liefert was“ haben am 9. und 10. November 2016 rund 600 Fach- und Führungskräfte teilgenommen. 

Falls die Wahl zu Gunsten von Hillary Clinton ausgegangen wäre, finden Sie ihre Standpunkte nachfolgend:

Hillary Clinton: Wer sie ist und was sie will

Hillary Diane Rodham Clinton wurde der internationalen Öffentlichkeit zunächst als Ehefrau des früheren US-Präsidenten Bill Clinton und damit First Lady der Vereinigten Staaten bekannt. Nach einer längeren Senatorentätigkeit übernahm sie bis 2013 das Amt der Außenministerin der Regierung von Präsident Barack Obama. In dieser Rolle war sie maßgeblich an der Entscheidung für das militärische Eingreifen der USA in Libyen beteiligt.

Diese Politik des harten Durchgreifens hätte Clinton voraussichtlich auch als Präsidentin fortgesetzt. In der Sprache der Sicherheitsexperten wird sie den Falken („Hawks“) zugerechnet. Als solche bezeichnet man in den USA gemeinhin Politiker, die vor der Androhung oder dem realen Einsatz militärischer Gewalt kein Halt machen. Die Verhältnisse zu Russland und China hätte das wohl belastet. In den aktuellen Krisenherden Ukraine, Syrien und Chinesisches Meer hätten verhärtete Fronten gedroht. Und sonst? Clinton wollte strengere Waffengesetze in den USA durchsetzen und gilt darüber hinaus als grundsätzliche Befürworterin des Freihandels. Ob sie das mittlerweile auch in den USA etwas umstrittene Handelsabkommen TTIP aber weiter vorangetrieben hätte, ist unklar. 

Auch wenn Clinton weiter auf eine Kooperation mit der Nato gesetzt hätte, hätte sie gleichzeitig auf eine stärkere Führungsrolle der USA im Nordatlantikpakt gedrängt – und eine härtere Gangart gegenüber Russland. Während Barack Obama den Europäern zuletzt nur wenig in ihre Außenpolitik hineinredete, hätte sich vor allem Deutschland mit einer Präsidentin Clinton wohl stärker positionieren und von Russland abgrenzen müssen. Weitere Sanktionen gegen Russland und eine finanzielle oder sogar militärische Beteiligung an der Aufrüstung der Nato-Ostgrenzen hätten wieder ein Thema werden können.

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Blitzumfrage US-Wahlen

Wir haben zusammen mit Klopefel Consulting nachgefragt: Welche Auswirkungen hat die Entscheidung für Trump auf die EU und das Verhältnis zu den USA?

Die Ergebnisse der Umfrage finden Sie am Ende des Artikels!