XING vs LinkedIn

Digitalisierung des Mittelstandes

XING versus LinkedIn: Die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten der Business-Netzwerke

Über XING und LinkedIn finden vor allem Unternehmen und Mitarbeiter zueinander. Aber auch Geschäfte bahnen sich hier an. Welches Netzwerk ist für Sie relevant und wertvoll für Ihr Unternehmen? Beide haben ihre eigenen Stärken und zielen zum Teil auf unterschiedliche Märkte. In diesem Artikel beleuchten wir die beiden Business-Netzwerke. 

Wie entstand die Konkurrenz zwischen XING und LinkedIn? 

Die Stärken beider Netzwerke werden klarer, wenn wir uns zunächst die Herkunft der Plattformen ansehen:  

XING und LinkedIn wurden beide im Jahr 2003 gegründet. Während LinkedIn in Kalifornien von Reid Hoffmann ins Leben gerufen wurde, brachte Lars Hinrichs in Hamburg sein Karriere-Netzwerk unter dem Namen OpenBC (für Open Business Club) an den Start. Der Name wurde erst im Jahr 2006 von OpenBC in XING geändert. Aktuell liegt die Mitgliederzahl von XING bei 9,2 Millionen im DACH-Raum. 

LinkedIn hat als englischsprachige Plattform durch die ungleich größere Zielgruppe einen Wettbewerbsvorteil. Seit 2009 gibt es auch eine deutschsprachige Version, die XING seither direkt Konkurrenz macht. Bisher hat das internationale Karriere-Netzwerk LinkedIn im DACH-Raum sechs Millionen Mitglieder gewonnen. 

Auf XING spricht man Deutsch, auf LinkedIn Englisch 

Das deutsche Unternehmen die XING AG hat seine Mitglieder fast ausschließlich im deutschsprachigen Raum. Außerhalb dieser Kern-Region ist das Karrierenetzwerk jedoch kaum verbreitet, anders als der Konkurrent LinkedIn Inc.

LinkedIn entwickelte sich in den USA schnell zur Recruiting-Plattform, auf der heute weltweit 400 Millionen Menschen aus 200 Ländern an ihrem beruflichen Werdegang arbeiten – Tendenz steigend. Hauptsächlich wird die Seite aber von Amerikanern, Indern und Briten genutzt. 

XING oder LinkedIn – was funktioniert für wen? 

B2B-Netzwerk-Experten betonen, dass die Wahl des Netzwerks in großem Maße davon abhängt, ob man international tätig und vernetzt ist. Wer für eine Firma arbeitet, die international ausgerichtet ist, sollte sich ein Profil auf LinkedIn anlegen. 

Kooperiert man hauptsächlich mit deutschen Unternehmen, lohnt sich ein Profil auf XING. Denn genau dort liegt die Stärke des Hamburger Unternehmens: im regionalen Markt, also im DACH-Bereich. Mit XING bekommen vor allem Mitarbeiter von mittelständischen und kleinen Unternehmen ein hilfreiches Netzwerk-Tool an die Hand. 

Natürlich macht es in vielen Fällen auch Sinn, beide Netzwerke aktiv zu nutzen. Experten raten, regelmäßig zu überprüfen, wo die eigenen Kontakte und Zielgruppen aktiv sind. Wer auf eines der Profile künftig verzichten möchte, sollte es gleich löschen. Durch inkonsistente, veraltete Daten entsteht unabhängig vom gewählten Netzwerk eine uneinheitliche Präsentation. 

Kontaktpflege, Recruiting und PR auf XING und LinkedIn 

Was früher die Visitenkartensammlung war, sind heute die beiden Karriere-Netzwerke. Mit dem persönlichen Profil sammelt man geschäftliche Kontakte, pflegt sie und kommt im besten Fall miteinander ins Geschäft. 

Seit dem XING 2013 die Arbeitgeber-Bewertungsplattform kununu aufgekauft hat, können Mitarbeiter Unternehmen dort anonym bewerten. Entscheider sollten deshalb vor allem die Employer-Branding-Unternehmensseiten von XING im Auge behalten, von denen es kostenfreie und kostenpflichte Modelle gibt. Je nach Version können Kommunikationsverantwortliche dort Grafiken, Videos und Stellenangebote hinterlegen oder einfach nur Kontaktdaten und Logos hochladen. 

In den beiden Netzwerken gibt es außerdem Fachgruppen, in denen man branchenspezifisch über Neuerungen diskutieren und sich als Experte zu einem bestimmten Thema positionieren kann. Auch hier funktioniert alles über das persönliche Profil – der Nutzer wird praktisch selbst zum Botschafter seines Unternehmens. 

Außerdem werden zunehmend Branchen-Events über die sozialen Berufsnetzwerke organisiert. Sie bieten vor allem eine gute Möglichkeit, um neue Kontakte herzustellen und bestehende aufzufrischen. 

Premium-Accounts und Mitgliedschaften 

Preislich unterscheiden sich die beiden Karriere-Netzwerke ebenfalls. Während man sich bei XING mit drei unterschiedlichen Mitgliedsformen anmelden kann, bietet LinkedIn vier Optionen. Aufgeteilt wird jeweils in eine Basis-, eine Premium-Mitgliedschaft und eine Mitgliedschaft, die sich speziell an Jobsuchende richtet. Der Preis des günstigsten Premium-Accounts liegt bei LinkedIn über dem von XING. Entsprechend greifen deutsche Geschäftsleute häufig zur deutschen Plattform. Es ist folglich kein Wunder, dass das deutsche Unternehmen zuletzt ein Wachstum von 18 Prozent bei den Premium-Accounts vermeldete. 

Fazit 

Die Frage „XING oder LinkedIn?“ lässt sich nicht pauschal beantworten. Je internationaler die eigene Branche ausgerichtet ist, desto mehr lohnt sich zumindest eine Basis-Mitgliedschaft bei dem amerikanischen Business-Netzwerk LinkedIn. Andererseits überzeugt XING durch die starke Verwurzelung im deutschsprachigen Raum. 

Unternehmer sollten in beiden Netzwerken einen Unternehmenseintrag anlegen und ihn aktuell halten. Das hilft auch bei der Präsentation als attraktiver Arbeitgeber. Speziell bei XING können Mitarbeiter anonym das Unternehmen bewerten. Außerdem lohnt es sich in beiden Netzwerken in Gruppen und an Diskussionen teilzunehmen – so präsentieren Sie als Nutzer ihr gesamtes Unternehmen bei potenziellen Partnern, Kunden und Mitarbeitern.

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