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DIN, ISO, EN und IEC: Wo liegen die Unterschiede?

Normen legen bestimmte Kriterien für Produkte, Arbeitsabläufe, Umweltstrategien und Dienstleistungen fest. So geben sie vor allem Orientierung: den Kunden, die sich bei ISO- oder DIN-zertifizierten Produkten oder Dienstleistungen sicher sein können, dass bestimmte Standards eingehalten werden. Und auch den Unternehmen, die sich an festgelegten Regeln orientieren können und so Qualitätsstandards einfacher einhalten können. Dabei trifft man vor allem auf drei Normen: DIN, ISO und EN, dazu kommt in einigen Branchen die IEC-Norm. Wo die Unterschiede liegen und was Sie zur jeweiligen Zertifizierung wissen sollten, erfahren Sie hier.

DIN, EN, ISO und IEC: Das steckt hinter den Abkürzungen

Jedes europäische Land hat seine eigenen Normen. In Deutschland ist das die DIN-Norm. DIN steht für „Deutsches Institut für Normung“, das die Kriterien für die jeweilige Norm festlegt. Ausgewiesene Experten auf ihren jeweiligen Gebieten entwickeln, ausgehend vom aktuellsten Stand der Technik und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten, Regeln, die dann idealerweise für alle Produkte und Lösungen gelten. Allerdings sind Normen grundsätzlich nicht verpflichtend. Das heißt, sie können angewendet werden, müssen es aber nicht. Es sei denn, sie sind vertraglich festgelegt. Das jedoch geschieht immer häufiger – und schaden kann die Einhaltung der DIN-Normen auch nicht. Schließlich versprechen sie Verbindlichkeit und schaffen Vertrauen beim Kunden. Heute gibt es mehr als 24.000 DIN-Normen. Neue Normen werden heute direkt auf europäischer Ebene verabschiedet. Und hier kommen wir zur Abkürzung EN.

Die EN-Norm: Normen auf europäischer Ebene

In der EU wird heute weitgehend eine Vereinheitlichung der nationalen Normen angestrebt. Normen, die auf europäischer Ebene verabschiedet werden, werden mit dem Kürzel EN gekennzeichnet. Dabei erhalten auch nationale Normen, wie eben die DIN-Norm, einen entsprechenden Zusatz. Eine DIN-EN-Norm bedeutet somit, dass eine ursprünglich deutsche Norm zukünftig als europäische auftritt. Inhaltlich macht das meist keinen Unterschied. Eine EN-Norm wird von einem aus drei europäischen Komitees bestehendem Gremium verabschiedet. Wann eine EN-Norm in den Normungskatalog aufgenommen wird, entscheidet sich in einem standardisierten Prozess. Vorschlagen kann die Norm prinzipiell jedes Mitglied einer europäischen Normungsorganisation. Die EN-Norm hat sich neben der DIN-Norm in Deutschland bei einem Großteil der bestehenden Normen durchgesetzt. Zahlreiche Normen tragen daher die Bezeichnung DIN-EN, oftmals sind sie zusätzlich ISO-genormt.

ISO und IEC: Internationale Standards

ISO steht für „International Organisation for Standardization“ und bezeichnet folglich internationale Normen. Die Organisation wurde im Jahr 1946 gegründet, um Industriestandards aufzustellen und technische Regeln zu vereinfachen und international vergleichbar zu machen. ISO-Normen sind vor allem mechanischer Natur. Auch ISO-Normen können für sich allein stehen oder als ursprünglich europäische oder nationale Norm mit dem ISO-Zusatz geführt werden. Das bedeutet letztendlich nur, dass zum Beispiel eine deutsche DIN-Norm internationalen Anforderungen entspricht. Für Themen, die mit Elektrik und Elektronik zu tun haben, haben sich die IEC-Normen der „International Electrotechnical Commission“ durchgesetzt.

Wozu sind Normen überhaupt gut?

DIN, ISO, IEC, EN: Sie wissen nun, was hinter den Abkürzungen steckt. Doch warum sollten Sie überhaupt auf eine der Normen setzen, sei es bei Ihren Produkten oder bei der normgerechten Zertifizierung von Dienstleistungen oder Umweltmanagement. Schließlich kostet etwa die Zertifizierung mit der DIN-EN-ISO 14001, die ein standardisiertes Umweltmanagementsystem belegt, nicht zuletzt auch Geld: interne Kosten für die Implementierung des Umweltmanagementsysteme im Unternehmen sowie externe für den Audit. Die Einhaltung der ISO wird von einem Auditor zertifiziert. Dieses Zertifikat ist drei Jahre gültig, anschließend findet ein Rezertifizierungs-Audit statt.

Allerdings versprechen Normen auch enorme Vorteile. Unternehmen, die sie anwenden oder mitgestalten, profitieren von reibungslosen Arbeitsabläufen, hohen Qualitätsstandards und sicheren Betriebsabläufen. All das spart letztendlich Geld und hilft dabei, dass Kunden Vertrauen gewinnen – was wiederum die Einnahmen erhöht. Auf internationaler Ebene fungieren Normen wie eine gemeinsame Sprache, mit der sich internationale Handelspartner verständigen: Produkte, Lösungen, Abläufe werden über Landesgrenzen hinweg vergleichbar gemacht. Nutzt Ihr Geschäftspartner Normen, werden seine Betriebsabläufe transparent und Sie können einschätzen, ob er und seine Lieferanten etwa Umweltauflagen oder Sicherheitsstandards einhalten.

Innovationstreiber Normung

Nicht zuletzt sind Normen ein Instrument für den technischen Fortschritt: Neue Entwicklungen zu zertifizieren kann dabei helfen, sie nachhaltig am Markt zu positionieren. Die Normung verrät etwa die Kompatibilität zu anderen Lösungen und Produkten und steht für einheitliche Messmethoden. Das wiederum schafft Vertrauen – und das ist für den Erfolg am Markt entscheidend.

Gerade kleinen und mittelständischen Unternehmen fällt es jedoch oft schwer, im Dschungel der DIN, - EN- und ISO-Normen Schritt zu halten, geschweige denn, sich selbst an der Normungsarbeit zu beteiligen. Dabei kann jeder dazu beitragen, neue Normen aufzustellen: Hersteller, Verbraucher, Hochschulen und Forschungsinstitute können Experten entsenden, die im Gremium über neue Normen entscheiden und vorhandene auf ihre Aktualität überprüfen. Mehr Informationen zur Normenarbeit für KMU gibt die Kommission Mittelstand (KOMMIT) des Deutschen Instituts für Normung.

Produkte vergleichbar machen, Standards setzen

Deutsche, europäische oder internationale Normen sind für die Vergleichbarkeit von Produkten, Lösungen und Dienstleistungen unverzichtbar. Ob sie DIN-, EN- oder ISO-zertifiziert sind, spielt dabei weniger eine Rolle. Mehr noch: Nationale Normen werden heute zunehmend international vergleichbar gemacht. Ohne Normen geht es heute nicht mehr: Sie schaffen Vertrauen, machen Produkte vergleichbar und dienen als internationale Sprache unter Handelspartnern.

  • DIN bezeichnet eine ursprünglich deutsche Norm, EN eine europäische, ISO eine internationale
  • Normen helfen dabei, Produkte und Lösungen vergleichbar zu machen und sind zugleich Innovationstreiber
  • Die Einhaltung von Normen schafft Vertrauen und ist somit auch Umsatzmotor
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Auf einen Blick:
Die wichtigsten Normen

DIN EN ISO 9001: Qualitätsmanagement

DIN EN ISO 5001: Energiemanagement

DIN EN ISO 9241: Ergonomie der Mensch-System-Interaktion

DIN EN 15942: Nachhaltigkeit von Bauwerken

DIN EN 16114: Leistungen von Unternehmensberatungen