So schätzen vor allem Unternehmen in Norddeutschland den Wissensaustausch von jüngeren und älteren Mitarbeitern, während in den übrigen Regionen Schulungen und Fortbildungen die Mitarbeiter  fit machen sollen. Dabei überrascht: Über ein Viertel der Tätigen im Handelssektor sind der Meinung, dass gar keine Maßnahmen ergriffen werden müssten, um auch in der Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben. In der Industrie teilen diese Ansicht immerhin noch zwölf Pozent.

    Firmen in der DACH-Region müssen sich besser für die Digitalisierung rüsten

    Unternehmen sind vor allem in der Pflicht, ihre Mitarbeiter in Weiterbildungsmaßnahmen zu fördern – denn von den Befragten gaben 67 Prozent an, dass sie solche Schulungen als wichtigstes To-do für ihren Arbeitgeber sehen, um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht werden zu können.

    Mehr noch: Zwar sind nur 26 Prozent der Meinung, dass eine Anpassung des gesamten Geschäftsmodells nötig sei. Die IT-Systeme sollten aber nach Ansicht von 49 Prozent der Befragten erneuert werden, um sich für die veränderten Ansprüche zu wappnen. Knapp die Hälfte der Befragten gab zudem an, dass Kundenwünsche in den Mittelpunkt des Unternehmens gestellt werden müssten, um auch in Zukunft bestehen zu können.

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    Das kritische Überdenken des eigenen Geschäftsmodells muss in der heutigen Zeit Bestandteil der eigenen Unternehmensstrategie sein. - Peter F. Schmid, CEO „Wer liefert was“

    „Es überrascht mich, dass nur etwa ein Viertel der Befragten die Veränderung des Geschäftsmodells als geeignete Strategie für eine gesicherte Zukunft ihres Unternehmens ansehen. Genau diese Strategie – nämlich die radikale Umwandlung unseres traditionellen Verlagshauses in ein Digital-Unternehmen – hat „Wer liefert was” fit für die Zukunft gemacht. Das kritische Überdenken des eigenen Geschäftsmodells muss in der heutigen Zeit Bestandteil der eigenen Unternehmensstrategie sein. Frei nach dem Motto: Disruptiere Dich selbst, bevor Du disruptiert wirst”, erklärt Peter F. Schmid, Geschäftsführer von wlw.

    Doch ob sich Arbeitnehmer für eine digitalisierte Zukunft gut vorbereitet  fühlen, hängt auch von der Region ab, in der sie leben. So sehen sich 67 Prozent der Arbeitnehmer im Westen ausreichend gerüstet, während dies im Osten nur 57 Prozent behaupten. Und auch zwischen Nord- und Süddeutschland lassen sich Unterschiede erkennen: Im Schnitt blicken die Mitarbeiter im Norden (76 Prozent) mit ihren Kenntnissen gelassener in die Zukunft als in Bayern (69 Prozent) oder Baden-Württemberg (72 Prozent). Und auch bei der Bewertung ihres Arbeitgebers zeichnen die Befragten ein anderes Bild: 17 Prozent der Arbeitnehmer im Westen und lediglich 7 Prozent im Osten schätzen ihr Unternehmen als gut vorbereitet ein, um gegen die Hausforderungen der Digitalisierung bestehen zu können.

    Digitalisierung aus Sicht der Arbeitnehmer - Studienergebnisse

    Auf die Branche kommt es an

    In unterschiedliche Branchen lauern unterschiedliche Herausforderungen in Bezug auf die Digitalisierung. Dabei zeigt sich im Branchenvergleich, dass sich manche Arbeitnehmer besser vorbereitet fühlen, als andere. Gut gerüstet fühlen sich

    • 76 Prozent in der Dienstleistungs-Branche,
    • 66 Prozent im Handel,
    • 66 Prozent in der Industrie,
    • und nur 57 Prozent im öffentlichen Dienst.

    Hierbei bezeichnen sich ein Großteil der Freiberufler (78 Prozent) und Angestellten (71 Prozent) persönlich als „voll und ganz“ oder „eher“ bereit für die Anforderungen der Digitalisierung. Bei Beamten hingegen sind es nur knapp zwei Drittel und bei Arbeitern nur etwas mehr als die Hälfte der Befragten. Ein Grund hierfür könnte sein, dass knapp 27 Prozent der Arbeiter in der Umfrage angaben, dass die Digitalisierung weniger Einfluss auf ihre Branche hätte, als auf andere.

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    Die rasante technologische Entwicklung hält mehr und mehr auch Einzug im handwerklichen Bereich. - Peter F. Schmid, CEO „Wer liefert was“

    „Dass immer noch gut ein Viertel der Befragten Arbeiter meint, keine Herausforderungen der Digitalisierung meistern zu müssen, grenzt schon fast an eine Art Verweigerungshaltung. Noch mag dies zutreffen, doch die rasanten technologischen Entwicklungen halten mehr und mehr auch in den handwerklichen Bereich Einzug, wie der Erfolg von Start-ups wie Thermondo oder Homebell zeigt“, erklärt Peter F. Schmid.

    Man lernt nie aus – Wissenstransfer und Weiterbildungen am beliebtesten

    Ob und welche Maßnahmen als wichtig eingeschätzt werden, variiert ebenfalls in Bezug auf Region und Branche. Demnach ist den Norddeutschen neben Schulungen (41 Prozent), der Austausch von Wissen zwischen Alt und Jung mit 40 Prozent fast genauso wichtig. In den übrigen Regionen ist die Bedeutung des Wissenstransfers nur etwa halb so groß. Die Auswertungen zeigen aber auch, dass mehr als ein Viertel der Befragten aus dem Handelssektor, der Meinung ist, gar keine Maßnahmen gegen die Herausforderungen der Digitalisierung ergreifen zu müssen. Diese Einstellung teilten nur 12 Prozent in der Industrie und 7 Prozent im öffentlichen Dienst.

    „Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der Veränderungsprozess im Handel zum Teil viel zu langsam verläuft und bestätigt meinen Eindruck, dass zu viele Firmen immer noch keine entsprechende zukunftsgerichtete Strategie entwickelt haben. Setzt hier kein Umdenken ein, wird dies mittelfristig zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Branche führen”, ist sich Peter F. Schmid sicher.