Messebranche

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Besucher, Größe, Umsatz: Wissenswerte Fakten zur Messebranche

Wussten Sie schon, dass jedes Jahr rund zehn Millionen Menschen zu Messen in Deutschland strömen? Kennen Sie das größte Messegelände Deutschlands? In diesem Artikel geben wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fakten zur deutschen Messebranche. 

Wo steht die größte Halle? Ausstellungsflächen deutscher Messestandorte

In Deutschland finden jährlich mehr als 600 Messen und Kongresse statt – Tendenz steigend. Zudem wachsen nach Angaben des Ausstellungs- und Messe-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft e.V. (AUMA) auch die Hallenkapazitäten der Messen. 2016 betrugen sie zusammengerechnet rund 2,82 Millionen Quadratmeter. Das sind die fünf deutschen Messestandorte mit den größten Hallenkapazitäten:

  • Die Messe Hannover liegt mit 463.165 Quadratmetern Hallenkapazität und 58.000 Quadratmetern Freigelände auf Platz eins. Die Kapazität der Messe Hannover wuchs besonders stark an, als sie um die Fläche der EXPO2000 erweitert wurde.
  • Platz zwei belegt die Messe in Frankfurt am Main mit einer Hallenkapazität von 366.637 Quadratmetern. Das Freigelände ist 96.078 Quadratmeter groß. Hier findet die besucherstärkste Einzelmesse statt: die Internationale Automobil Ausstellung (IAA), zu der alle zwei Jahre knapp eine Million Besucher reisen.
  • Auf dem dritten Rang liegt Köln mit 284.000 Quadratmetern Hallen- und 100.000 Quadratmetern Freifläche. Dort findet jährlich die Spielemesse gamescom statt. Mit zuletzt rund 345.000 Besuchern und 877 Ausstellern ist sie die weltweit größte Messe für interaktive Unterhaltungselektronik.
  • Platz vier belegt die Messe Düsseldorf mit einer Hallenkapazität von 261.817 Quadratmetern und 43.000 Quadratmetern Freigelände. Hier finden jährlich zwei der elf größten Messen Deutschlands statt: die Drupa – eine Messe für Druckgeräte und Printmedien – mit rund 260.000 Besuchern und die Boot – die internationale Wassersportmesse – mit rund 247.000 Besuchern.
  • Die Messe München bietet eine Hallenkapazität von 180.000 Quadratmetern. Beim Freigelände liegt München aber ganz vorne: 425.000 Quadratmeter misst das Gelände auf dem ehemaligen Flughafen. Die große Fläche kommt vor allem einer Einzelmesse zugute: Die Bauma ist die Messe mit der weltweit größten Ausstellungsfläche. Als weltweit größte Messe der Baubranche findet sie alle drei Jahre statt und lockte 2016 mehr als 580.000 Besucher nach München.

  Mit nur 5.500 Quadratmetern Hallenkapazität ist Husum das Schlusslicht – allerdings liegt es mit 50.500 Quadratmetern Freifläche im Mittelfeld. Rechnet man Hallen- und Freifläche zusammen, hat Idar-Oberstein mit nur 7.000 Quadratmetern das kleinste Messegelände in Deutschland.

Übersicht der Ausstellungskapazitäten der Messestandorte in 2016 

Hallenkapazitäten im internationalen Vergleich

Im weltweiten Ranking nehmen die deutschen Messen mit ihren Hallenkapazitäten ebenfalls Spitzenplätze ein. Die Messe Hannover liegt deutlich auf Platz eins, gefolgt vom National Exhibition and Convention Center (NECC) Shanghai mit 400.000 Quadratmetern. Platz vier nach Frankfurt am Main belegt die Fiera Milano mit 345.000 Quadratmetern Hallenkapazität. Unter den Top Ten im weltweiten Ranking der größten Hallenkapazitäten sind mit Köln und Düsseldorf zwei weitere deutsche Messestädte vertreten. Das sind die Top Ten der Messeplätze weltweit:

  1. Hannover Messegelände: 463.175 Quadratmeter
  2. National Exhibition and Convention Center (NECC) Shanghai: 400.000 Quadratmeter
  3. Frankfurt am Main Messegelände: 366.637 Quadratmeter
  4. Fiera Milano: 345.000 Quadratmeter
  5. China Import & Export Fair Complex Guangzhou: 340.000 Quadratmeter
  6. Köln Messegelände: 284.000 Quadratmeter
  7. Düsseldorf Messegelände: 261.817 Quadratmeter
  8. Paris-Nord Villepinte: 242.082 Quadratmeter
  9. McCormick Place Chicago: 241.549 Quadratmeter
  10. Fira Barcelona – Gran Via: 240.000 Quadratmeter

Die Messe München erreicht den 21. Rang, gefolgt vom Messezentrum Nürnberg und dem Berlin ExpoCenter City. 

Fast 10 Millionen Messegäste pro Jahr – die Besucherzahlen deutscher Messen

Der AUMA zeigt in einer Statistik die Besucherzahlen überregionaler Messen in Deutschland in den Jahren 2003 bis 2015. Meist lagen die Zahlen konstant zwischen 9,5 bis 9,7 Millionen Besuchern pro Jahr. In den Jahren 2007 und 2008 gab es mit 10,58 Millionen beziehungsweise 10,28 Millionen Besuchern deutliche Ausreißer nach oben. Einen leichten Absturz verzeichnete die Messebranche im Krisenjahr 2009 mit 8,92 Millionen Besuchern.

Seither haben sich die Besucherzahlen aber wieder erholt und stabilisiert. In den Jahren 2012 und 2013 kamen jeweils rund 10,07 Millionen Besucher zu den Messen in Deutschland. Auch im Jahr 2014 wurde die 10-Millionen-Marke fast erreicht – 9,72 Millionen Menschen besuchten die überregionalen Messen in Deutschland. Die bekannteste und bestbesuchte Messe ist die Internationale Automobil Ausstellung, die alle zwei Jahre in Frankfurt am Main stattfindet. Zu ihr strömte 2007 die Rekordzahl von knapp einer Million Automobil-Fans.

Anzahl der Besucher

Anzahl der Besucher überregionaler Messen in Deutschland in den Jahren 2003 bis 2014 (Quelle: Statista)

Umsätze der Messekonzerne

Die Messekonzerne freuen sich über die stets hohen Besucherzahlen und Umsätze. Etwas mehr als die Hälfte (57 Prozent) des Umsatzes erzielen die Messegesellschaften am heimischen Standort. Den Rest erwirtschaften die Unternehmen im Ausland. Sie weiten ihr Geschäft immer häufiger in Wachstumsmärkte aus, was zu Umsatzsteigerungen führt. Der jährlich durch deutsche Messeveranstalter erwirtschaftete Gesamtumsatz beträgt 3,4 Milliarden Euro. Alleine vier der weltweit zehn umsatzstärksten Messekonzerne sind in Deutschland beheimatet.

Das Statistikportal Statista gab eine Übersicht über die Umsätze ausgewählter deutscher Messekonzerne in den Jahren 2003 bis 2015 heraus. 

Der Wirtschaftsfaktor Messe für deutsche Städte

Messen sind ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für den jeweiligen Standort. Neben den Umsätzen der Veranstalter selbst profitieren die Städte auch von den vielen auswärtigen Besuchern. Die Messebesucher benötigen eine Unterkunft, betreten Restaurants und nutzen Leihwagen oder den öffentlichen Nahverkehr. Damit tragen sie erheblich zu den städtischen Einnahmen dabei. Während beispielsweise die Messe Düsseldorf rund 400 Millionen Euro einnahm, erwirtschaftete die Stadt Düsseldorf durch die Messen im Jahr 2009 rund 2,3 Milliarden Euro. 

Fazit

Der Wirtschaftsstandort Deutschland profitiert stark von den 600 Messen und Kongressen im Jahr. Mehrere Millionen Besucher aus dem In- und Ausland tragen viel zum jährlichen Wirtschaftsaufkommen deutscher Messeplätze bei. Den starken Heimatmarkt nutzen deutsche Messekonzerne immer stärker, um in andere Länder zu expandieren.

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