Hamburg, 24. Oktober 2017

Studie zur Rolle von Plattformen und Marktplätzen in Europa: Einkäufer erkennen Vorteile von B2B-Plattformen

  • Wichtigster Nutzungsfaktor: Schnelle Findbarkeit von B2B-Produkten (36,3 Prozent)
  • Rund 45 Prozent der Teilnehmer bestätigen, dass sich dank B2B-Plattformen neue Beschaffungsmärkte einfach erschließen lassen
  • 36 Prozent sehen in der Dominanz von Google, Amazon, Facebook und Apple (GAFA) eine zunehmende Abhängigkeit Europas gegenüber den USA

Der führende B2B-Marktplatz „Wer liefert was“ hat eine Studie zur “Rolle von Plattformen und Marktplätzen im Einkauf” durchgeführt. Rund 1.300 Einkäufer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden im September 2017 zu ihrem Nutzungsverhalten und zu den Herausforderungen, die ihnen im Zusammenhang mit Plattformen und Marktplätzen begegnen, befragt. Ergebnis der Online-Studie: Online-Plattformen und -Marktplätze werden vor allem für die schnelle Auffindbarkeit von Produkten geschätzt, liefern aber noch zu wenig detaillierte Produktinformationen.  

Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst:

Der Status Quo – Online-Plattformen und -Marktplätze für KMUs zunehmend wichtiger

Neben der nach wie vor wichtigsten Bezugsquelle im Einkauf, dem Direktkontakt (59,4 Prozent), nutzen Einkäufer überwiegend Online-Shops (53,4 Prozent) und Marktplätze (45,9 Prozent). Messen (36,9 Prozent), Branchenverzeichnisse (27,8 Prozent), eigene Liefersysteme (11,1 Prozent) und andere Bezugsquellen (11,9 Prozent, hier wurden Google und persönliche Empfehlungen am häufigsten genannt) liegen deutlich dahinter. Der Großteil der Teilnehmer nutzt Plattformen und Marktplätze vor allem, um konkrete Produkte zu finden (67,3 Prozent) und neue Lieferanten zu suchen (47,9 Prozent). Lediglich rund ein Drittel der Befragten führt auch Bestellungen durch. „Die Umfrage zeigt, dass Online-Plattformen und -Marktplätze für die Suche nach Produkten bei den Unternehmen an Bedeutung gewinnen”, erklärt Peter F. Schmid, CEO von „Wer liefert was“ und Chairman von EUROPAGES. „In der Tendenz ist der persönliche Kontakt erst relevant, nachdem sich der Einkäufer bereits online über die möglichen Lieferanten informiert hat”, erklärt Schmid. 

Qualität der Angebote – Welche Plattformen werden warum genutzt und welche Hürden gibt es?

Wichtigster Faktor für die Nutzung von Plattformen und Marktplätzen ist für 36,3 Prozent der befragten Einkäufer, dass sie hier Produkte schnell finden. Mit einigem Abstand folgen die Vergleichbarkeit von Preisen (18,9 Prozent) und Produkten (13,6 Prozent) sowie eine große Auswahl an Produkten (16,6 Prozent). „Die Umfrage hat gezeigt, dass Online-Plattformen und -Marktplätze sehr effizient und daher besonders beliebt sind”, sagt Peter F. Schmid. Der CEO von „Wer liefert was“ und Chairman von EUROPAGES erkennt im Ergebnis der Umfrage auch brachliegendes Potenzial.

„Es gibt seitens der Unternehmen einen großen Aufholbedarf, wenn es darum geht, genügend Detailinformationen online zur Verfügung zu stellen”, erklärt Peter F. Schmid. Der Grund: Rund 45,8 Prozent der Teilnehmer sehen das Fehlen detaillierter Produktinformationen sowie eine mangelhafte Suchfunktion (35,9 Prozent) als kritisch an. Ebenfalls bemängelt wurde, dass Kontaktinformationen versteckt und schwierig zu finden seien (33,9 Prozent). Der B2B-Marktplatz „Wer liefert was“ hat laut Schmid bereits reagiert. „Auf wlw.de können detaillierte Produktinformationen heute sogar automatisiert und tagesaktuell integriert werden”, sagt er. 

Plattformökonomie – Drängen Google und Co. Europa in die Abhängigkeit der USA?

Insgesamt blicken die Befragten optimistisch in die Zukunft und zeichnen ein positives Bild. Plattformen und Marktplätze werden vor allem als Treiber des eigenen Geschäfts gesehen, ermöglichen sie doch das einfache Erschließen von neuen Beschaffungsmärkten (45,5 Prozent), senken die Kosten im Einkauf (39,2 Prozent) und sind Wachstums-, vor allem aber wichtige Innovationstreiber (41,8 Prozent). Nur 4,6 Prozent der Teilnehmer gaben an, dass es keinerlei Änderungen geben werde. Bei aller Zuversicht erkennen die Befragten jedoch auch die Dominanz von GAFA an und befürchten, dass Europa zunehmend in die Abhängigkeit gedrängt wird (36,4 Prozent). 

Was denkt das europäische Ausland?

Die Umfrage wurde zeitgleich von der europäischen Plattform EUROPAGES durchgeführt. Hier haben rund 900 internationale Teilnehmer (überwiegend aus Europa) an der Befragung teilgenommen. Insgesamt ähneln sich die Ergebnisse in allen Bereichen. Die wichtigste Bezugsquelle ist für die Einkäufer der Direktkontakt (63 Prozent), gefolgt von Online-Shops (45,6 Prozent) und Marktplätzen (36,9 Prozent). Die Plattformen werden vor allem für die Recherche spezifischer Produkte eingesetzt (57,9 Prozent). Bei den genutzten Plattformen zeigt sich dagegen ein unterschiedliches Bild zum DACH-Raum: Im englischsprachigen Raum ist Alibaba (52,7 Prozent) wesentlich verbreiteter als andere Plattformen. In Frankreich liegt das chinesische Unternehmen auf Platz zwei (37,3 Prozent) – hinter EUROPAGES (51,1 Prozent). Hauptgrund für die Nutzung ist die schnelle Findbarkeit der Produkte (24,6 Prozent), größte Hürden sind versteckte Kontaktinformationen (37,6 Prozent) und fehlende oder unvollständige Produktinformationen (40,1 Prozent). Die Vorteile werden auch hier erkannt: 41,3 Prozent gaben an, dass sich mittels der B2B-Plattformen und Marktplätze neue Beschaffungsmärkte einfach erschließen lassen und dass mittelständische Unternehmen die Kosten im Einkauf senken können (35,6 Prozent). 

„Die Studie zeigt deutlich, dass Plattformen und Marktplätze im B2B weiter an Relevanz gewinnen. Der Einkauf erkennt mittlerweile ihr Potenzial – sieht aber auch, dass Europa zunehmend in eine Abhängigkeit getrieben wird. Umso wichtiger ist es, dass sich europäische Player als Gegengewicht etablieren”, sagt Peter F. Schmid, CEO von „Wer liefert was“ und Chairman von EUROPAGES.


Info-Grafiken zum Download:

Grafik zu Gründen der Plattform-Nutzung

Grafik zur Zukunft der Plattform-Ökonomie


Über die Studienmethodik

Die Studie wurde von „Wer liefert was“ im Zeitraum vom 21. August bis 25. September 2017 durchgeführt. Insgesamt wurden 1.313 Einkäufer aus der DACH-Region befragt.  

Download Pressemitteilung

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