Hamburg, 05. April 2017

TNS Emnid-Studie mit „Wer liefert was“: Gütesiegel „Made in Germany“ wankt – Internationalisierung hat massive Auswirkungen auf den deutschen Mittelstand   

  • Mehr als jeder Fünfte (22 Prozent) befürchtet, dass das Gütesiegel „Made in Germany“ durch die Internationalisierung irrelevant wir
  • Forderung an den Nachwuchs: 71 Prozent erwarten die Sicherung des Industriestandortes Deutschlands von der nachfolgenden Führungsgeneration.
  • Appell an die Politik: Schafft bessere Rahmenbedingungen! 

Hamburg, 05. April 2017. Das Siegel „Made in Germany“ steht seit Jahrzehnten weltweit für Qualität und Know-how. Doch wie bewertet der deutsche Mittelstand heute noch die eigenen Qualitätsmaßstäbe vor dem Hintergrund rasch voranschreitender Digitalisierung sowie Internationalisierung? Welche Anforderungen werden künftig an Fach- und Führungskräfte mittelständischer Unternehmen gestellt? Antworten auf diese Fragen bietet eine Studie, die TNS Emnid im Auftrag des führenden B2B-Marktplatzes „Wer liefert was“ unter 1.000 Geschäftsführern und Managern deutscher KMU durchgeführt hat.

Das Siegel „Made in Germany“ wankt: Mehr als jeder fünfte Befragte befürchtet, dass das Gütesiegel der deutschen Wirtschaft durch die immer weiter reichende Internationalisierung der Wirtschaft irrelevant wird. Jeder Dritte (35 Prozent) ist zudem der Auffassung, dass immer mehr Know-how aus Deutschland abfließt und der Mittelstand dadurch an internationaler Wettbewerbsfähigkeit einbüßt. Deshalb sprechen sich 65 Prozent der Befragten für die Sicherung des „Made in Germany“-Siegels aus. Das gelingt bislang auch: Deutschland genießt mit seinem Siegel einer Untersuchung durch Statista weltweit den besten Ruf noch vor „Made in Switzerland“ und „Made in EU“. Dass das so bleibt, ist eine der Hauptaufgaben der kommenden Manager-Generation. Das sehen auch 71 Prozent der Befragten so, sie erwarten von künftigen Führungskräften in diesem Zusammenhang nichts weniger als die Bewahrung des Industriestandortes Deutschlands. 65 Prozent sehen als größte Herausforderung für Nachwuchsfachkräfte, die Geschäftsmodelle aufgrund der Dynamik der Digitalisierung stetig erneuern zu müssen. Dementsprechend gilt es für 62 Prozent der Befragten, die Integration digitaler Systeme zu meistern. 


Traditionelle Werte als DNA der deutschen Wirtschaft

Trotz all der Dynamik, die mit der Digitalisierung und Internationalisierung einhergeht, wollen sich 69 Prozent der mittelständischen Unternehmen auch in Zukunft auf ihre traditionellen Werte besinnen. Mit je 89 Prozent sehen die Befragten Leistung, Toleranz und Respekt, soziale Verantwortung gegenüber Mitarbeitern sowie Kommunikation als die wichtigsten Werte an, die Fach- und Führungskräfte künftig verkörpern müssen, um die aktuellen Herausforderungen zu meistern. „Die Besinnung auf die ‚deutschen Tugenden‘ ist für die deutschen KMU besonders wichtig“, sagt Peter F. Schmid, CEO von „Wer liefert was“. „Darüber hinaus müssen die Unternehmen offen sein, zum Beispiel für multikulturelle, internationale Teams, denn Vielfalt ist eine der Keimzellen für Innovation“. Kaum weniger wichtig sind für die Befragten darüber hinaus Werte wie Zukunftsorientierung (88 Prozent), Loyalität und Fairness (jeweils 85 Prozent) sowie Nachhaltigkeit (83 Prozent). 


Appell an die Politik: Schafft bessere Rahmenbedingungen

Um Lösungen für diese Herausforderungen zu finden, müssen nach Ansicht der Befragten die nachfolgenden Generationen von Fach- und Führungskräften gut ausgebildet sein. Auch wenn mit zwei Dritteln (67 Prozent) die Mehrheit die Manager von morgen gut gerüstet sieht, findet immerhin das verbleibende Drittel (31 Prozent), dass sie für die kommenden Herausforderungen schlecht ausgebildet sind. Die Forderung der befragten Führungskräfte an die Politik: Schafft die passenden Rahmenbedingungen und Möglichkeiten für die Ausbildung! Aber die Manager sehen den Nachwuchs insgesamt auf einem guten Weg: Mehr als die Hälfte (58 Prozent) sagt, der Nachwuchs sei immer stärker international ausgerichtet, fast die Hälfte (48 Prozent) sieht als Vorteil, dass Arbeitgeber und Nachwuchskräfte partnerschaftlicher zusammenarbeiten. Jeweils knapp mehr als jeder Vierte (26 Prozent) gibt an, Nachwuchskräfte denken heutzutage deutlich unternehmerischer als noch vor zehn Jahren.Gleichzeitig nehmen 81 Prozent der Befragten sich selbst, also die Unternehmen, in die Pflicht: Sie müssten die Weichen stellen, eigenes Wissen weitergeben und den Nachwuchs passend ausbilden. Dass der Mittelstand die Ausbildung seines Nachwuchses durch zusätzliche Lehrinhalte ergänzen solle, fordern 69 Prozent. Auch die Schulen müssten mitgestalten. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) sagen, es sollten vermehrt Spezialisten aus der Praxis als Lehrkräfte zum Einsatz kommen. Sogar 43 Prozent fordern, dass der Umgang mit der digitalisierten Welt bereits in der Grundschule an die Schüler herangeführt werden sollte. „Mit seinem dualen Ausbildungsmodell ist Deutschland so gut gerüstet wie kaum ein anderes Land. Es ist eine absolute Stärke der deutschen Wirtschaft. Genau da muss nun angesetzt und optimiert werden, denn die digitale Bildung ist für den Mittelstand erfolgsentscheidend. Ebenso muss es grundsätzlich darum gehen, die lebenslange Weiterbildung zu forcieren und zu unterstützen“, so Peter F. Schmid.

    

Rahmendaten der Studie:

Auftraggeber: „Wer liefert was“

Umfrageinstitut: TNS Emnid

Zielpersonen und Grundgesamtheit: 1.000 Mitglieder der Geschäftsleitung oder deren Vertreter aus kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)

Methode: telefonische Exklusivbefragung

Befragungszeitraum: 01. September – 19. Oktober 2016

Befragte Branchen: Industrie, Handel, Dienstleistung

Auswertung nach Mitarbeiteranzahl (unter 100 / über 100) und Regionen (Norden, Osten, Süden, Westen) sowie nach Branchen

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