Hamburg, 31. Januar 2018

Studie von „Wer liefert was”
Zwei Drittel der Arbeitnehmer fühlen sich gut gerüstet für die Herausforderungen der Digitalisierung – Unternehmen müssen noch aufholen

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  • Nur 15 Prozent der Befragten finden, dass ihr Unternehmen gut für die Digitalisierung gerüstet ist
  • Westdeutschland für die Herausforderungen der Digitalisierung besser gewappnet als Ostdeutschland
  • Mitarbeiterschulungen und Wissenstransfer zwischen Jung und Alt sind die wichtigsten Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Digitalisierung

Hamburg, 31. Januar 2018 – „Wer liefert was“ – der führende B2B-Marktplatz in der DACH-Region – hat gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Kantar EMNID rund 1.000 Arbeitnehmer zu den Herausforderungen und Maßnahmen der Digitalisierung befragt. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich über die Hälfte der Arbeitnehmer schon gut für die Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet sieht – im Westen von Deutschland, mit 68 Prozent, sogar noch mehr als im Osten (57 Prozent). Nur 15 Prozent der Befragten glauben allerdings, dass auch ihr Unternehmen gut auf die Digitalisierung vorbereitet ist. Betrachtet man den öffentlichen Dienst, den Handel, den Dienstleistungssektor und die Industrie im Vergleich, überrascht der Handel: Rund ein Viertel der Befragten aus dem Handelsbereich glauben, dass keinerlei Maßnahmen notwendig seien, um zukunftsfähig zu bleiben.     

Mehrheit der Unternehmen ist nicht ausreichend auf Digitalisierung vorbereitet

Um zukunftsfähig zu bleiben, sollten Unternehmen vermehrt in die Weiterbildung ihrer Mitarbeiter investieren. 67 Prozent der Befragten sehen die adäquate Schulung von Mitarbeitern als wichtigste Aufgabe für ein Unternehmen, um sich für die Herausforderungen der Digitalisierung zu rüsten. 49 Prozent geben außerdem an, dass die IT geändert beziehungsweise angepasst werden muss, um in Zukunft bestehen zu können. Kunden in den Mittelpunkt zu stellen, erachten 48 Prozent als essenziell, neue Mitarbeiter einzustellen, wird von 46 Prozent als wichtig angesehen. Interessanterweise glauben nur 26 Prozent, dass die Veränderung des Geschäftsmodells eine gute Strategie darstellt.

„Es überrascht mich, dass nur etwa ein Viertel der Befragten die Veränderung des Geschäftsmodells als geeignete Strategie für eine gesicherte Zukunft ihres Unternehmens ansehen. Genau diese Strategie – nämlich die radikale Umwandlung unseres traditionellen Verlagshauses in ein Digital-Unternehmen – hat „Wer liefert was” fit für die Zukunft gemacht. Das kritische Überdenken des eigenen Geschäftsmodells muss in der heutigen Zeit Bestandteil der eigenen Unternehmensstrategie sein. Frei nach dem Motto: Disruptiere Dich selbst, bevor Du disruptiert wirst”, erklärt Peter F. Schmid, Geschäftsführer von „Wer liefert was”.  

Regionale Unterschiede: Westen zuversichtlicher als Osten, Norden sieht sich besser vorbereitet als der Süden

Wie gut sich Arbeitnehmer auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorbereitet fühlen, variiert je nach Region. Der Westen (68 Prozent) fühlt sich deutlich besser gerüstet als der Osten (57 Prozent). Auch zwischen dem Norden und Süden zeigen sich Unterschiede. Die Norddeutschen fühlen sich besser vorbereitet (76 Prozent) als Bayern (69 Prozent) und Baden-Württemberg (72 Prozent). Bei der Bewertung ihrer Arbeitnehmer schauen die Deutschen weniger zuversichtlich in die Zukunft: Insgesamt nur 17 Prozent der Westdeutschen glauben, dass ihr Unternehmen gut aufgestellt ist, um hinsichtlich der Digitalisierung zukunftsfähig zu bleiben. Die Ostdeutschen malen in dieser Hinsicht ein noch düsteres Zukunftsbild: Mit sieben Prozent ist nicht einmal jeder Zehnte in Ostdeutschland der Meinung, dass sein Unternehmen fit für die digitale Zukunft ist. Das sind noch einmal weniger als halb so viele im Vergleich zu Westdeutschland.

Freiberufler fühlen sich am besten vorbereitet, öffentlicher Dienst hinkt hinterher

78 Prozent der Freiberufler geben an, sich „eher” oder „voll und ganz” für die Herausforderungen der Digitalisierung gerüstet zu sehen. In einigem Abstand folgen Angestellte (71 Prozent) und Beamte (60 Prozent). Das Schlusslicht bilden mit nur 52 Prozent die Arbeiter. Dies mag auch daran liegen, dass 27 Prozent der Arbeiter angeben, keine Herausforderungen der Digitalisierung meistern zu müssen und das Thema in diesem Segment  somit offensichtlich weniger präsent ist als in anderen. Diese Ergebnisse spiegeln sich auch im Branchenvergleich wider. 76 Prozent der Befragten aus dem Dienstleistungssektor gaben an, sich gut gerüstet zu fühlen für die Digitalisierung. Im öffentlichen Dienst findet sich diese Einschätzung nur bei 57 Prozent der Befragten wieder.

„Dass immer noch gut ein Viertel der Befragten Arbeiter meint, keine Herausforderungen der Digitalisierung meistern zu müssen, grenzt schon fast an eine Art Verweigerungshaltung. Noch mag dies zutreffen, doch die rasanten technologischen Entwicklungen halten mehr und mehr auch in den handwerklichen Bereich Einzug, wie der Erfolg von Start-ups wie Thermondo oder Homebell zeigt“, erläutert Peter F. Schmid.

Im Norden Deutschlands schätzt man Wissenstransfer

Ganz Deutschland teilt die Auffassung, dass arbeitgeberfinanzierte Weiterbildungen die wichtigste Maßnahme sind, um sich auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten. Auffallend ist, dass die Norddeutschen den Wissenstransfer zwischen Jung und Alt mit 40 Prozent fast genauso hoch bewerten wie arbeitgeberfinanzierte Weiterbildungen (41 Prozent). Damit messen sie dem Wissenstransfer eine in etwa doppelt so hohe Bedeutung zu, wie Arbeitnehmer aus anderen Regionen Deutschlands.

In diesem Zusammenhang überrascht, dass 26 Prozent der im Handel Tätigen angeben, dass keine Maßnahmen notwendig seien, um sich für die Herausforderungen zu wappnen. Diese Meinung teilen nur jeweils sieben Prozent der Befragten aus dem öffentlichen Dienst sowie dem Bereich Dienstleister. In der Industrie gaben zwölf Prozent an, keine Maßnahmen zu benötigen.

„Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass der Veränderungsprozess im Handel zum Teil viel zu langsam verläuft und bestätigt meinen Eindruck, dass zu viele Firmen immer noch keine entsprechende zukunftsgerichtete Strategie entwickelt haben. Setzt hier kein Umdenken ein, wird dies mittelfristig zum Verlust der Wettbewerbsfähigkeit einer ganzen Branche führen”, ist sich Peter F. Schmid sicher.

 

Über die Studienmethodik
In der Zeit vom 14. Dezember 2017 bis 04. Januar 2018 hat „Wer liefert was” zusammen mit dem Marktforschungsinstitut Kantar EMNID 1.003 Arbeitnehmer innerhalb Deutschlands befragt, inwieweit sie sich für die Herausforderungen der Digitalisierung im Beruf gerüstet fühlen und welche Maßnahmen sie zur weiteren Vorbereitung als sinnvoll erachten.
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