„Deutschland Schlüsselspieler der Weltwirtschaft“

In einem aktuellen Interview mit dem „Handelsblatt“ sagte Katars Finanzminister Ali Sharif Al Emadi, sein Land sehe „Deutschland als Schlüsselspieler in der Weltwirtschaft“ und blicke „auf den deutschen Markt mit großem Optimismus.“ Nachdem das kleine, aber reiche Katar bislang vor allem in Global Player investierte, wollen sich nun laut Al Emadi sowohl der katarische Staatsfonds QIA (Qatar Investment Authority) als auch private Unternehmen aus Katar stärker am deutschen Mittelstand beteiligen.

Zehn Milliarden in fünf Jahren

Auf einer deutsch-katarischen Wirtschaftskonferenz in Berlin konkretisierte Emir Tamim bin Hamad Al Thani die Pläne und kündigte an, in den kommenden fünf Jahren zehn Milliarden Euro in Deutschland zu investieren. „Wir wissen um die Stärke der deutschen Wirtschaft“, unterstrich Al Thani und ermunterte gleichzeitig deutsche Firmen, sich finanziell stärker in seiner Heimat zu engagieren. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte, die Investitionen seien in Deutschland „sehr willkommen.“ Merkel wies dabei erneut auf die wichtige Rolle des deutschen Mittelstandes hin – als Arbeitgeber und Ausbilder. Es seien insbesondere die mittelständischen Unternehmen, die „unsere internationale Wettbewerbsfähigkeit bestimmen“, so die Kanzlerin. 

Im Juni 2017 haben Saudi-Arabien, die VAE, Bahrain und Ägypten die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Der Vorwurf: Katar unterstütze Terrorgruppen. Das Emirat weist diese Vorwürfe zurück. Die Bundesregierung hat in der Krise eine neutrale Position eingenommen und sich für eine diplomatische Lösung ausgesprochen.