Von der Großen Deutschen Funkausstellung zur IFA

In den Jahren nach 1924 fand die Funkausstellung jährlich, aber unter wechselnden Namen, in Berlin statt. Radio, Fernsehen und Heim-Elektronik waren gerade erst erfunden oder im Entstehen. Von Beginn an war der Anteil privater Besucher entsprechend groß. Durch den Zweiten Weltkrieg war die IFA zwischen 1940 und 1950 auf Eis gelegt. Anschließend fand sie wieder im zweijährigen Rhythmus, unter wechselnden Namen in verschiedenen Städten statt. Erst seit 1971 trägt sie fest die Bezeichnung Internationale Funkausstellung und findet ausschließlich in Berlin statt, seit 2006 im jährlichen Turnus. Der Veranstaltungsort sind die Messehallen unter dem Berliner Funkturm – dort stehen mittlerweile mehr als 130.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für die stetig wachsende Zahl an Ausstellern zur Verfügung. 
 

 

Ein Pflichttermin für die Elektronik-Branche und für Elektronik-Fans

Im Mittelpunkt der Messe stehen die Themen Consumer Electronics und Home Electronics. Da viele Produktneuheiten und Zukunftstrends auf der IFA vorgestellt werden und hautnah erlebbar sind, lockt sie traditionell ein gemischtes Publikum an. Von knapp 240.000 Besuchern in den letzten Jahren waren rund 140.000 Fachbesucher. Der Anteil internationaler Besucher liegt bei einem Viertel. Aussteller und Branchenvertreter wissen dieses gemischte Publikum sehr zu schätzen, da sie die Resonanz auf Neuheiten oder Prototypen live erleben können. Beim hohen Innovationsdruck und den schnellen Innovationszyklen der Branche ist dies besonders wertvoll. 
 

IFA: Eine bekannte und bewährte Marke

Die IFA bewährt sich nun schon seit mehr als 90 Jahren. Sie ist stetig gewachsen und bildet mit ihren zahlreichen Handelskooperationen mittlerweile auch eine richtige Verkaufsplattform. Auf der IFA 2015 wurden beispielsweise Einkäufe im Wert von 4,35 Millionen Euro getätigt. Traditionell stehen das Erleben von Neuheiten und die Vorschau auf Produkte von morgen für viele Besucher im Vordergrund. Die IFA bezeichnet sich deshalb auch als „Erlebnis-Messe“. Die vielen Produkt-Premieren sind das Aushängeschild der Messe. Unter anderem wurden folgende Produkte dem Publikum zum ersten Mal auf der IFA präsentiert:

  • Elektronische Fernsehkamera (1936)
  • Videorekorder (1969)
  • Infrarot-Kopfhörer (1973)
  • CD (1979) 
     

Spezielle Ausstellungsbereiche und Führungen für das Fachpublikum

Selbst wenn die Produktneuheiten und Weltpremieren die Außenwirkung der IFA bestimmen, ist sie doch vor allem eine Fach- und Industriemesse. Insbesondere die zahlreichen Führungen und Ausstellungsbereiche für Fachbesucher sorgen für eine Vernetzung innerhalb der Elektronik-Branche. Aktuelle Themen der Ausstellungsbereiche und Führungen sind in diesem Jahrzehnt:

  • 3D
  • Drohnen
  • Ultra HD
  • Smart Living
  • Wearables
  • 3D Printing

In der IFA Tech Watch Halle können Fachbesucher in die Zukunft blicken: Hier zeigt eine breite Aussteller-Palette von Instituten (Fraunhofer, Universitäten) bis hin zu Start-ups wie die Technik von morgen aussehen wird. 
 

Vielseitiges Rahmenprogramm und prominente Besucher

Das Rahmenprogramm der IFA bietet Fachbesuchern neben Informationen auch eine gute Gelegenheit zu  Netzwerken. Viele CEOs und Manager internationaler Elektronik-Konzerne treten im Rahmen der IFA Keynotes auf. Weitere bekannte und prominent besuchte Veranstaltungen, die zum Rahmenprogramm der IFA gehören, sind:

  • IFA+ Summit: Referate und Diskussion internationaler Experten zu Trendthemen und Innovationen
  • Hosted Conferences: Internationale Fachkonferenzen, zum Beispiel I-Triple-E, speziell für Ingenieure, Entwickler
  • IHS Business Konferenz für Marktanalysen
  • TED Innovationskonferenz 
     

Internationales Publikum und globale Ausrichtung

Die weltweite Bedeutung der IFA für die Elektronik-Branche lässt sich an den Ausstellerzahlen ablesen. Von mehr als 1500 Ausstellern kommen gut drei Viertel aus dem Ausland. Auch von den knapp 6000 Medienvertretern, die von der Messe berichten, reist die Hälfte aus dem Ausland an. Das Fachpublikum kommt aus mehr als 120 Ländern.

In den letzten Jahren ist die IFA derart international geworden, dass sie nun ihrerseits den Sprung auf fremde Kontinente wagt. Im April 2016 findet die IFA zum ersten Mal in China statt. Unter dem Namen „CE China Global IFA Event“ gibt es den ersten Ableger der Funkausstellung im asiatischen Raum. 
 

Fazit: Eine Fachmesse mit großer Publikumswirkung

Kaum eine Messe erhält so große mediale Aufmerksamkeit wie die IFA. Dies liegt vor allem an den spektakulären Produktneuheiten, die dort präsentiert werden. Entsprechend groß ist der Anteil der privaten Besucher. Das heißt aber nicht, dass die IFA eine Konsumenten-Schau wäre. Als wichtigste internationale Plattform der Elektronik-Branche ist sie in erster Linie eine Fachmesse mit internationaler Geltung.