Zusätzliche Qualifikationen verursachen Kosten

Als Faustregel gilt der Grundsatz: Je qualifizierter ein Mitarbeiter ist, umso höher sind auch die Personalkosten. So verdient etwa ein Mechatroniker laut Tarifvertrag zwischen 2.867 und 3.334 Euro brutto monatlich. Bildet sich ein Mechatroniker zum Industriemeister Mechatronik fort, beträgt sein monatliches Bruttogehalt hingegen zwischen 3.334 und 3.622 Euro. Bei diesen Beträgen handelt es sich jedoch nur um einen Bruchteil der eigentlichen Personalkosten. Diese umfassen im betrieblichen Rechnungswesen zusätzlich sämtliche Personalnebenkosten wie den Arbeitgeberanteil zur Sozialversicherung, Zeiten der bezahlten Abwesenheit wie Urlaub oder Krankheitstage sowie alle gesetzlichen und freiwilligen sozialen Aufwendungen.

Die sonstigen Aufwendungen und Zuwendungen an die Mitarbeiter wie Dienstwagen, Zuschüsse, Fahrkosten oder das Überlassen von Dienstleistungen und Produkten zu ermäßigten Preisen werden als Fringe Benefits bezeichnet. Diese werden in hoch qualifizierten Positionen üblicherweise individuell ausgehandelt. 

Warum sind Personalkosten nicht überall gleich hoch?

Wie hoch die Personalkosten für ein Unternehmen tatsächlich sind, hängt von verschiedenen Faktoren abhängig. Beispielsweise bewegen sich Kosten für gefragte Fachkräfte wie IT-Experten am oberen Ende der Gehaltsskala. So liegt die monatliche Bruttovergütung für den Leiter einer IT zwischen 4.200 und 5.300 Euro. Weiterhin gibt es nach wie vor Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern. Schätzungen zufolge verdienen Frauen in Deutschland rund ein Fünftel weniger als Männer. Die Altersstruktur des Personals in Firmen spielt ebenfalls eine Rolle. Berufsanfänger verdienen üblicherweise weniger als langjährige Arbeitnehmer, die über viel Berufserfahrung verfügen. Auch die Lage des Unternehmens macht einen Unterschied: So liegen die Personalkosten in Ostdeutschland in der Regel unter dem westdeutschen Niveau. 

Werden die Personalkosten eine variable Größe?

Seit einigen Jahren zeigt sich auf dem Arbeitsmarkt der Trend, einen Teil des Gehalts als variablen Anteil auszubezahlen. Das macht die Personalkosten einerseits zu einer schwankenden Größe, bietet andererseits aber den Vorteil, dass die Auszahlung des variablen Anteils an Zielvorgaben gekoppelt ist. Davon sind Fachkräfte deutlich stärker betroffen als etwa einfache Bürokräfte oder Mitarbeiter in der Produktion. Als Faustregel gilt: Je verantwortungsvoller die Position ist, umso höher ist der variable Anteil. Während in den unteren Einkommensschichten etwa zehn Prozent variabel angeboten werden, sind es bei Führungskräften bis zu 30 Prozent, im Vertrieb noch deutlich mehr.  

Mitarbeiterbindung reduziert die Personalkosten

Auf den ersten Blick scheinen Fringe Benefits eine teure und unwirtschaftliche Lösung zu sein. Jedoch tragen diese erheblich zur Zufriedenheit der Mitarbeiter und zu deren Bindung ans Unternehmen bei. Die Streichung von vertraglich nicht fixierten Sonderleistungen kann unter Umständen sogar dazu führen, dass die Personalkosten massiv ansteigen, weil immer wieder neue Mitarbeiter eingearbeitet werden müssen. 

Auch hier gilt: Je qualifizierter ein Mitarbeiter ist, umso höher sind die sogenannten Fluktuationskosten. Diese werden für eine qualifizierte Fachkraft, die nach neun bis zwölf Monaten das Unternehmen wieder verlässt, auf einen Betrag zwischen einem und zwei Jahresgehältern geschätzt, bei Führungskräften sind es zwei bis drei Jahresgehälter. Die CISS Personalberatung errechnete für eine Sekretärin in einem Immobilienbüro, die 1.650 Euro brutto verdient und Personalkosten in Höhe von monatlich 2.100 Euro verursacht, Fluktuationskosten in Höhe von beachtlichen 18.869 Euro. Dieser Betrag setzt sich aus folgenden Faktoren zusammen:

  • Vor der Kündigung entstehen durch Minderleistung und vorherige Schulungen Kosten von 4.640 Euro.
  • Die Entlassungskosten setzen sich aus den Entlassungsformalitäten und noch auszuzahlenden Leistungen wie Urlaubsgeld zusammen und betragen bis zu 2.179 Euro.
  • An Überbrückungskosten fallen auf diesem Arbeitsplatz bis zur Neubesetzung 3.850 Euro an.
  • Die Rekrutierungskosten belaufen sich auf 4.050 Euro.
  • Schließlich schlägt die Einarbeitung des neuen Mitarbeiters mit 4.150 Euro zu Buche.  

Fazit: Personalkosten stellen in vielen Unternehmen einen der größten Posten auf der Kostenseite dar. Trotzdem lohnt es sich, in qualifizierte Kräfte zu investieren, weil dadurch eine kostenintensive hohe Fluktuation vermieden wird.