Abwärtstrends in den Schlüsselbranchen

Die Automobilbranche verliert an Fahrt – ein Trend, der bereits im zweiten Halbjahr 2018 seinen Anfang nahm. Im ersten Quartal 2019 lag die Pkw-Produktion mit minus elf Prozent unter den Monatszahlen des Vorjahres, so der Verband der Automobilindustrie.

Ähnlich sieht es im Maschinen- und Anlagenbau aus: Nach einem guten Geschäftsjahr 2018 beginnt die Konjunktur auch in dieser Branche zu schwächeln. In den ersten fünf Monaten musste die Branche rückläufige Bestellungen verzeichnen. Ein Grund dafür sind „ständige Störungen aus dem politischen Umfeld“, wie Chef-Volkswirt Ralph Wiechers vom Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau kürzlich bekanntgab. Laut Wiechers gehören anhaltende Handelsstreitigkeiten der großen Wirtschaftsblöcke ebenso dazu wie regionale politische Krisen.

Rückläufige Bestellungen bei der Stahlindustrie

Die Konjunktureintrübung in den Schlüsselbranchen beeinflusst den Absatz der deutschen Stahlindustrie. Seit Mitte 2018 sinken die Auftragseingänge. Die Gründe sind neben dem Import von Stahl der gesunkene Bedarf von Maschinenbau und Autoherstellern, während die Stahlproduktion ungefähr auf dem gleichen Niveau geblieben ist. Mittlerweile ist die Produktion leicht gesunken, jedoch nur um fünf Prozent in den ersten Monaten des Jahres 2019.

Das deutet auf einen Angebotsüberschuss hin, der zu Preisreduzierungen im Markt führen kann. Mit etwas Verhandlungsgeschick können Stahleinkäufer von dieser Marktentwicklung profitieren.