Models, Medien und Moneten – Trump wird reichster US-Präsident der Geschichte

In den USA ist Trumps Reichtum beinahe sprichwörtlich. Der Selfmade-Milliardär verstand es in den vergangenen Jahren blendend, seinen Namen als Marke zu etablieren und sich mit Trump Tower und Trump National Golf Club in die Wahrnehmung der Öffentlichkeit zu katapultieren. Auf eine typische Vom-Tellerwäscher-zum-Millionär-Karriere kann Donald Trump allerdings nicht zurückblicken. Zu früh profitierte er vom Vermögen seines Vaters – dem New Yorker Immobilienmogul Frederick C. Trump. Während Trump Senior mit dem Bau von Wohnungen und Kasernen zum Multimillionär aufstieg, kaufte sein Sohn Donald bereits während des Wirtschaftsstudiums baufällige Immobilien, um diese nach ihrer Modernisierung wieder zu veräußern. Das Startkapital für diese ersten unternehmerischen Gehversuche erhielt er von seinem Vater. 1968 trat Donald dann in das Familienunternehmen Elizabeth Trump & Son ein. Drei Jahre später übernahm er die Führung der Firma – in diesem Moment zündete der „Trump-Turbo“!

The Trump Organization – Mischkonzern und Machtzentrale

Aus dem einstigen Immobilienunternehmen ist heute – auch durch Donald Trumps Engagement – ein weltweit agierender Mischkonzern mit zahlreichen Geschäftsfeldern geworden. Hierzu gehören u. a. die Verwaltung von Luxus-Wolkenkratzern, eine Hotelgruppe, eine Modelagentur, diverse Golfanlagen, ein Weingut, eine TV-Produktion, eine Lizenzvergabe-Firma und eine Möbelmarke. Insgesamt tummeln sich aktuell gut 500 Geschäftseinheiten unter der Dachmarke Trump Organization. Ihren Hauptsitz hat die Company standesgemäß im Trump Tower, einem 58-stöckigen Hochhaus in Manhattan. Trotz der immensen Größe findet sie sich allerdings nicht unter den zehn größten Mischkonzernen der Welt. Der dortige Platzhirsch heißt General Electric mit einem aktuellen Marktwert von 285,6 Milliarden Dollar.

Trump Real Estate – Haupteinnahmequelle durch Prestigeobjekte

Nach Recherchen des US-Magazins Forbes steckt der größte Teil von Trumps Vermögen noch heute in nur vier Gebäuden. Allein die Gewerbe- und Verkaufsflächen des Trump Towers werden auf 460 Millionen Euro beziffert, hinzu kommen Luxus-Wolkenkratzer in Manhattan und San Francisco. Damit nicht genug – die Trump Real Estate verwaltet und vermietet Luxusimmobilien auf der ganzen Welt. Dazu zählen unter anderem 40 Wall Street (ein Art-Deko-Hochhaus, das derzeit von American Express angemietet ist), der Trump World Tower (eines der teuersten Wohnhäuser der Welt) und mehrere gigantische Hotelbauten in Chicago, New York und Las Vegas. Um in einer Trump-Immobilie wohnen zu dürfen, bezahlen Amerikas Superreiche sehr viel Geld. So liegen die Mieten für eines der 23 Appartements im Nobel-Hochhaus Trump Park Avenue bei ca. 100.000 US-Dollar pro Monat. Im weltweiten Vergleich ist die Trump Real Estate allerdings ein eher kleiner Fisch. Auf Rang eins thront die US-amerikanische Simon Property Group mit einem jährlichen Umsatz von 5,17 Milliarden US-Dollar.

Real Estate Licensing – Trump als Markenname

Eben weil der Immobilien-Mogul seine Protzbauten zu Höchstpreisen vermarkten kann, kaufen unzählige Unternehmer eine Lizenz, um mit dem Namen Trump für ihre Gebäude zu werben. Hunderte Bauwerke weltweit tragen zwar Trumps Logo über dem Eingang, gehören aber nicht zu seinem Besitz. Die Nutzung seines Namens lässt sich Trump gut bezahlen – mit Lizenzierungs-Deals verdiente er bis 2013 die erquickliche Summe von 74 Millionen US-Dollar. Im weltweiten Vergleich an Lizenz-Unternehmen liegt die Trump Organization damit auf Platz 105, allerdings meilenweit abgeschlagen vom Lizenzierungs-König – der Walt Disney Company (40,9 Milliarden). Donald Trump selbst schätzt den Wert seiner eigenen Marke übrigens auf gut drei Milliarden US-Dollar. Forbes beziffert Trumps Markenwert auf höchstens 125 Millionen Dollar.

Hole-In-One – gutes Geld mit Golf-Sport?

Die Trump Organization betreibt derzeit außerdem zwölf Golf-Clubs in den USA und fünf weitere Greens in Schottland, Irland und Dubai. Mit diesen Luxusanlagen will „The Donald“ seinen Reichtum ebenfalls mehren. Laut Handelsblatt erzielt Trump mit den Sportstätten aktuell einen Umsatz in Höhe von 306 Millionen US-Dollar. Ob die Golf-Clubs tatsächlich Gewinn abwerfen, ist nicht bekannt. Allein seit 2012 steckte Trump über 250 Millionen US-Dollar in Renovierungsarbeiten. Beim Bau seines prestigeträchtigen Golf-Empires in Schottland setzte er laut FEC-Dokumenten 31,8 Millionen Dollar in den Sand. Um auf dem Green richtig reich zu werden, hätte Trump vielleicht eher Golf spielen sollen. Tiger Woods verdiente mit dem Golfsport allein über eine Milliarde Dollar.

Trump Productions – Mogul mit Medienpräsenz

Auch in der Medienbranche hat Donald Trump seine Finger im Spiel – und das sehr erfolgreich. Als Moderator und Produzent der TV-Serie The Apprentice erreichte er von 2004 bis 2015 ein Millionen-Publikum und konnte so – ganz nebenbei – seine Popularität und seinen Markenwert steigern. Die Realityshow, bei der Kandidaten um einen Manager-Posten im Trump-Imperium buhlen, bringt es mittlerweile auf 15 Staffeln. Trumps Vermögen stieg alleine durch die Gagen von NBCUniversal um gut 213 Millionen US-Dollar. Wegen der Vorbereitung auf seine Präsidentschaftskandidatur verließ Trump allerdings das TV-Format und wurde durch Arnold Schwarzenegger ersetzt. Trump Productions verdient trotzdem an The Apprentice weiter.

Trump Model Management – dicke Konten dank schöner Frauen

Auch eine Modelagentur gehört zum Portfolio des Trump-Imperiums. Im Jahr 1999 in New York gegründet, betreut diese mittlerweile 300 Models. Auch von Tatjana Patitz, Paris Hilton, Isabella Rossellini und Trumps jetziger Ehefrau Melania gibt bzw. gab es Setkarten. Zudem gehörte Trump noch die Miss Universe Organization, die er bis 2015 gemeinsam mit NBCUniversal betrieb. Die Gesellschaft veranstaltet jährlich Miss-Universe-, Miss-USA- und Miss-Teen-USA-Wahlen und sorgte so für einen netten, allerdings nicht näher bezifferten, Nebenerwerb.

Die Kunst des Erfolges – Donald Trump als Buchautor

Zur Vermarktungsstrategie des neuen US-Präsidenten gehört auch ein Portfolio von fast zwei Dutzend Buchtiteln, die unter seinem Namen veröffentlicht wurden. Bei den meisten Werken handelt es sich um Business-Ratgeber, doch auch seine politischen Ansichten brachte Trump bereits zu Papier. Die Bücher des Milliardärs verkaufen sich blendend: Alleine von Trumps Erstlingswerk The Art of the Deal gingen nach CBS-Recherchen 1,1 Millionen Exemplare über die Ladentheke. Auch die neueste Lektüre Crippled America: How to make America great again, die Trumps Wahlkampfpositionen dezidiert beschreibt, verkaufte sich extrem gut. Die Einnahmen spendete der Autor allerdings an gemeinnützige Organisationen.

Möbel, Entertainment, Reden – Trumps weitere Einnahmequellen

Zur Trump Organization gehören außerdem noch eine Firma für Luxusmöbel (Trump Home), ein riesiges Weingut in Virginia (Trump Winery, Schätzwert zwischen fünf und 25 Millionen Dollar) und das berühmte Pferdekarussell im Central Park. Alleine vom Verkauf der Tickets für dieses Fahrgeschäft ließe sich gut leben – 589.000 Dollar spült es jährlich in Trumps Anzugtaschen. Noch rentabler ist seine New Yorker Eislaufbahn, die bislang angeblich 13 Millionen Dollar einbrachte. Auch seine Reden ließ sich „The Donald“ bislang gut bezahlen. Allein im FEC-Dokument sind dafür Honorare in Höhe von 800.000 Dollar gelistet. In der Vergangenheit experimentierte Trump außerdem mit weiteren Verdienstmöglichkeiten und brachte Steaks, Tafelwasser, Brettspiele, Kosmetikprodukte, Wodka und eine eigene Merchandise-Kollektion auf den Markt. Viele dieser Versuche entpuppten sich allerdings im Nachhinein als Flopp – ebenso sein Engagement in der Kasino-, Football- und Flug-Branche. Eines kann man dem umtriebigen Milliardär allerdings keinesfalls vorwerfen – mangelnden Geschäftssinn.

Wie reich ist Trump wirklich?

Die komplexe und undurchsichtige Unternehmensstruktur der Trump-Gesellschaften macht es selbst Experten unmöglich, Trumps Vermögen einigermaßen genau zu beziffern. So reich, wie der 70-Jährige selbst behauptet, ist er allerdings längst nicht. Eine Analyse der New York Times beziffert Trumps Vermögenswerte auf 1,5 Milliarden Dollar, Forbes schätzt sein Besitztum auf 4,5 Milliarden Dollar. Zum Vergleich: Bill Gates als reichster Mann der Welt hat laut Forbes ein aktuelles Vermögen von 84 Milliarden Dollar. Zwar hat Trump neben Immobilien, Golfplätzen und Unternehmensbeteiligungen auch noch einige Millionen Dollar in Aktien investiert (u. a. Apple, IBM, Google und Ford), dem steht allerdings eine nicht unerhebliche Schuldenlast gegenüber. So ist alleine der Trump Tower mit einer 50-Millionen-Dollar-Hypothek belastet. Seine Firmen stehen bei diversen Banken mit mindestens 650 Millionen Dollar in der Kreide. Einer der größten Trump-Gläubiger ist Medienberichten zufolge die Deutsche Bank, die dem Geschäftsmann insgesamt bereits 2,5 Milliarden US-Dollar lieh.