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Elektrotechnik & Elektronik

Wird die Gegenwart in Zukunft auf faltbaren Displays angezeigt?

Seit mehreren Jahren arbeiten führende Hersteller wie Samsung, LG und Lenovo an faltbaren, biegsamen und aufrollbaren Bildschirmen. Zum Beispiel lässt sich mit der Technik ein Smartphone bauen, das im ausgeklappten Zustand mit einer doppelt so großen Bildschirmfläche begeistert. Erfahren Sie jetzt mehr über den Stand der Technologie und die Visionen der Unternehmen.

Faltbare Displays: So kann die Technik in Zukunft eingesetzt werden

Eines steht fest: Flexible Displays werden das Design von Smartphones in Zukunft grundlegend verändern. Zu diesem Schluss kommt auch die aktuelle Studie von Bitkom und der Unternehmensberatung Deloitte „Zukunft der Consumer Technology“.  Erste faltbare Smartphones könnten demnach im Jahr 2018 auf den Markt kommen.

Von Samsung gibt es bereits ein Konzept-Video zum Thema faltbares Display und auch Lenovos Folio Concept macht Lust auf die neue Technik. Bei Smartphones hat sich als Mindestgröße für die Hosentasche und Bedienung mit einer Hand das 5-Zoll-Format durchgesetzt. Ein faltbares Display ist die Lösung, wie sich die Displaygröße bei gleicher Gehäusegröße verdoppeln lässt. Lenovo präsentierte ein erstes Produkt auf der Tech World 2016 in San Francisco. Mit dem Folio Concept stellte Lenovo im Sommer 2017 auf seiner Hausmesse Lenovo Tech World 2017 einen funktionstüchtigen Prototyp vor.

Faltbare Displays in der Praxis

Samsung's Flexibles

OLED Display

Lenovo's

Faltbares Tablet 

Royole's

Flexibles Display 

WhammyPhone

Flexible Display-Technologie ermöglicht neue Bauweisen

Ein ultraflexibles Display lässt sich zusammenfalten oder zusammenrollen – neben dem Einsatz bei Smartphones eignet sich die neue Display-Technologie zum Beispiel für den Fernseher zum Ausrollen im Hosentaschenformat. Es gibt Prototypen wie das Royole Rollable Display, das nur 0,01 Millimeter dick ist. Möglich ist damit der Bau eines Smartphones, das sich wie eine Uhr ums Handgelenk tragen lässt. 

Das WhammyPhone zeigt, wie sich das Falten eines Displays für die Wiedergabe unterschiedlicher Sounds verwenden lässt. Anstelle eines flachen Bildschirms hält der Anwender ein dreidimensional nutzbares Objekt in der Hand. Die Art und Weise wie und wo der Bildschirm gebogen wird, nutzt das Gerät für die Wiedergabe unterschiedlicher Effekte.

Technik: OLED oder Alternativen wie Peptid-Nuklide & Graphen

Samsung und andere Hersteller entwickeln faltbare Displays mit OLED-Technologie. OLED steht für organische Leuchtioden aus organischen und halb leitenden Polymeren. Die Polymere sind zwischen leitfähigen Elektroden eingebettet. Wenn Strom zwischen den Elektroden fließt, bilden sich Elektronenpaare und sogenannte Exitonen. Sie strahlen Licht ab und gehen dann wieder in den Grundzustand über.

Eine interessante Alternative ist eine neue Struktur aus Peptid-Nukliden, die für transparente, ultradünne und flexible Displays genutzt werden kann. PNA (Peptid-Nukleinsäure) ist ein Mischmolekül aus Peptiden und DNA, das Material ist umweltfreundlich, leicht und organisch. Die PNA-Strukturen können Licht in den verschiedenen Farben des Farbspektrums abbilden, was die Strukturen für die Bildschirme von elektronischen Geräten interessant macht.

Eine weitere Alternative sind biegsame Displays aus Graphen. Graphen zählen zu den leichtesten und zugleich stabilsten in der Wissenschaft bekannten Materialien. Ein Prototyp in Schwarz-Weiß wurde bereits im Herbst 2014 vorgestellt.

Interessante Branchen für faltbare Displays

Zuerst kommen die faltbaren Bildschirme bei Smartphones zum Einsatz, die sich damit in Tablet-Größe auseinanderklappen lassen. Gespannt auf die neue Technologie sind auch die Mitarbeiter in der Verlagsbranche. Viele hoffen auf die Weiterentwicklung von Papier zu elektronischem Papier und dem Erfolg der E-Zeitung zum Zusammenfalten und in die Tasche stecken.

Auch die Autobranche wird die Technik aufgreifen und für das Cockpit verwenden. Das Radio und weitere Funktionen lassen sich über das gesamte Armaturenbrett verteilen, das komplett mit einem berührungsempfindlichen Display ausgestattet ist. Die Windschutzscheibe funktioniert als Head-up-Display und auch die Seitenfenster integrieren in der Zukunft einen transparenten Bildschirm. Denkbar sind auch berührungsempfindliche Autoscheiben, über die sämtliche Informationen in der Windschutzscheibe angezeigt werden.

Forscher haben inzwischen auch dehnbare Sensoren entwickelt, die sich für flexible Bildschirme eignen und verschiedene Arten von Berührungen registrieren können. Nach Ansicht der Forscher eignen sich diese unter anderem für die Oberfläche von Robotern. Darüber hinaus ist die faltbare Display-Technik für Haushalts- und Küchengeräte und für weitere Geräte aus anderen Branchen interessant.

Für Werbung auf Litfaßsäulen und der Außenseite von Gebäuden sind die Displays besonders interessant. Das Internet der Dinge wird die Verwendung von Tischbildschirmen und den biegsamen und faltbaren Displays auf die Spitze treiben. Gerüchten zufolge soll das erste iPhone mit biegsamem Display im Jahr 2020 auf den Markt kommen. Apple geht dafür eine Partnerschaft mit LG ein.

Flexibilität ist die Zukunft

Ein biegsames und transparentes Display – die Technik bietet vielen Branchen neue Möglichkeiten. Flexible Displays sind die Zukunft und erste Smartphones mit der neuen Technologie sollen Experten zufolge bereits 2018 auf den Markt kommen. Bis sie zum Massenphänomen werden, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen.

 Smartphones werden die ersten Geräte mit faltbarem Display sein.

  • Die faltbaren Displays der Zukunft werden auch berührungsempfindlich sein und auf Eingaben reagieren können.
  • Die faltbare Display-Technologie ist in einer Dicke von weniger als einem Millimeter möglich und lässt sich daher für diverse Geräte einsetzen, zum Beispiel eine E-Zeitung.

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