Die Nachfrage der Industriewirtschaft nach Robotern nimmt daher kontinuierlich zu. Laut der Roboter-Weltstatistik 2015 wächst die weltweite Nachfrage bis 2018 jedes Jahr um durchschnittlich 15 Prozent. Die immer größer werdenden Auftragsvolumina für industrielle Hersteller bescheren der Branche der Roboterherstellung wachsende Umsatzzahlen. Erfahren Sie im Folgenden, in welchen Branchen Roboter zum Einsatz kommen und wieso europäische Roboterhersteller speziell von der steigenden Nachfrage aus Fernost profitieren könnten. 

Automobilindustrie ohne Robotik undenkbar

Vorreiter in der Anwendung der Robotertechnologie, auch Robotik genannt, war die Automobilindustrie. Der amerikanische Hersteller General Motors arbeitete bereits 1961 mit ersten Schweißrobotern. Auch heute noch ist diese Branche mehr als jede andere mit Industrierobotern ausgerüstet. Weltweit wurden im Jahr 2015 insgesamt 95.000 Industrieroboter an die Automobilindustrie ausgeliefert. Auf den weiteren Plätzen der Absatzstatistik folgen die Elektro- und Elektronikindustrie (53.000) und die Metallindustrie (34.600). Nach Informationen der International Federation of Robotics (IFR), dem Weltdachverband der Roboter-Industrie, stellt der Marktanteil des Automobilsektors gemeinsam mit der Elektro- und Elektronikindustrie mit 64 Prozent die Spitze der industriellen Produktion dar, die auf Roboter setzt. 

China hat großen Nachholbedarf – boomender Robotermarkt

Hauptabnehmer von Industrierobotern ist China vor Südkorea und Japan. Deutschland sortiert sich noch hinter den USA auf Platz 5 der größten Märkte für Industrieroboter ein. Dabei hat China (noch) eine verhältnismäßig geringe Roboterdichte. Laut IFR betrug dort im Jahr 2015 die Zahl der Industrieroboter pro 10.000 Arbeiter gerade einmal 36. Damit liegt China im Ranking auf Platz 28.

Spitzenreiter ist Südkorea, das über eine Roboterdichte von 478 verfügt. Deutschland folgt hinter Japan (314) mit einer Dichte von 292 schon auf Rang 3 der größten Märkte für Industrieroboter.

China verfolgt jedoch ehrgeizige Ziele und möchte bis zum Jahr 2020 die Zahl der Industrieroboter auf 150 pro 10.000 Arbeiter steigern. Hauptgrund für die zunehmende Automatisierung in China ist nicht etwa der Wille, den Menschen aus Kostengründen zu ersetzen, sondern die steigenden Ansprüche an Qualität und Verarbeitung in der Produktion. 

Deutschland in der Robotertechnologie weit vorne

In puncto Roboterherstellung hinkt China der internationalen Konkurrenz derzeit noch weit hinterher. Ein weltweit führender Hersteller von Industrierobotern und Automatisierungslösungen kommt aus Deutschland: Der Augsburger Konzern KUKA ist Spezialist für die Produktion von Robotern, insbesondere für den Automobilsektor.

Wie ernst es China mit seiner Absicht im Bereich der Automatisierung meint, zeigt die Übernahme von KUKA durch den chinesischen Haushaltsgerätehersteller Midea. Für 4,5 Milliarden Euro sicherte sich das Unternehmen eine deutliche Mehrheit an KUKA, das jetzt zu fast 86 Prozent in chinesischer Hand ist. Auch wenn das Know-how des Roboterherstellers in Deutschland bleiben soll, zeigt dies die Richtung, in die Chinas Pläne gehen. Die Zentralregierung in Peking möchte laut Initiative „Made in China 2025“ die Marktanteile eigener Hersteller massiv steigern. 

Unterschiedliche Einsatzbereiche für Roboter

Neben der Industrie gibt es weitere bedeutende Einsatzbereiche für Roboter. Entwickelt und hergestellt werden so nicht nur Industrieroboter, sondern auch sogenannte Service-, Gelände- und autonome Roboter. Im Bereich Robotik ist Deutschland eine der führenden Nationen. Das bayerische Unternehmen Krones beispielsweise stellt Pack- und Palettier-Roboter her. Siemens ist stets bei der Entwicklung zahlreicher Robotertechnologien beteiligt, etwa für automatische Hafenkräne, Gabelstapler-Roboter oder Reinigungs- bzw. Staubsauger-Roboter.

Dass es hierzulande an Ideenreichtum im Bereich Robotik nicht mangelt, stellen viele Unternehmen unter Beweis. Die Firma Schunk GmbH aus Lauffen mit ihrer serienreifen Fünf-Finger-Roboterhand oder die aus der Natur nachgestellten Lernsysteme mit Robotern („Robotinho“) der Firma Festo aus Esslingen sind nur zwei Beispiele für die starke Innovationskraft deutscher Roboterhersteller. 

Die Roboterherstellung wird in Zukunft weiter zunehmen

Auch außerhalb der klassischen Branchen wie beispielsweise der Automobilindustrie ist künftig mit einer steigenden Nachfrage an Robotern zu rechnen. Der wachsende Markt der Elektromobilität oder der zunehmende Bedarf an Energiespeicherung macht die Herstellung neuer hochleistungsfähiger Batterien nötig. Diese erfordern in der Produktion maximale Präzision und Qualität, die nur durch den Einsatz modernster Robotertechnologien möglich sein wird. In Zeiten des Internet of Things setzen Hersteller zudem immer mehr auf autonome Roboter, um den technologischen Fortschritt der Industrie 4.0 zu fördern. Ein Trend zur Verschmelzung zwischen virtueller und realer Welt ist schon jetzt zu erkennen. Aufgrund neuer Technologien und der zu erwartenden Nachfragesteigerung aus China sind die wirtschaftlichen Aussichten für die Roboterherstellung glänzend.