MIG-/MAG-Schweißen – der Unterschied

MIG-/MAG-Schweißen haben sich aus dem Metall-Schutzgas-Schweißen (MSG) heraus entwickelt, das in den 1940er-Jahren in Amerika erfunden wurde und sich schnell als wirtschaftliches und präzises Verfahren zur Herstellung von Metallverbindungen etabliert hat. MIG-/MAG-Schweißen nennt man auch Schutzgasschweißen oder Mehrschutzgasschweiß.

Die beiden Verfahren unterscheiden sich wie folgt:

MIG = Metall-Inert-Gas-Schweißen

Das MIG-Schweißen wird für Aluminium und Aluminiumlegierungen, Titan, Kupfer und weitere Nichteisenmetalle verwendet. Als Gas kommen die inerten Gase Argon, Helium oder ein Gemisch aus beiden Gasen zum Einsatz, da sie mit dem Werkstoff keine Reaktion eingehen.

MAG = Metall-Aktivgas-Schweißen

Beim MAG-Schweißen werden aktive Schutzgase verwendet, die aus einem Gemisch aus Argon oder Helium mit Kohlendioxid oder Sauerstoff bestehen. Besonders universelle Eigenschaften bieten Argon-Kohlendioxid-Gemische und Argon-Kohlendioxid-Gemische mit Sauerstoff. Wird Helium zugesetzt, werden die Anwendungsbereiche erweitert. Dieses Verfahren wird bei Werkstücken aus niedrig- oder hochlegiertem Stahl angewendet.

Wie funktioniert MIG-Schweißen oder MAG-Schweißen?

Anstelle von reinem CO2 werden beim MIG-/ oder beim MAG-Schweißen verschiedene neuartige Gasgemische verwendet, abhängig von den Spezifikationen der Werkstücke und des Verfahrens.

Die abschmelzende Metallelektrode ist gleichzeitig der Schweißzusatz und der Träger des Lichtbogens. Ein Endlosschweißdraht wird über ein Kontaktrohr durch den Schweißbrenner geführt. Das freie Drahtende ist in eine Düse gehüllt, aus der das Schutzgas strömt. Das Schutzgas verhindert chemische Reaktionen der Umgebung und ist an der Gestaltung von Materialübergang und Schweißnaht beteiligt. Der Lichtbogen ist zwischen Werkstück und Elektrode sichtbar.

Hier finden Sie eine Auswahl von Produktvideos zum Thema Schweißverfahren:

ALFLAK 300

Mobile Lagerschweißanlage für die Werkzeuginstandhaltung und Fehlstellenkorrektur an Endprodukten.

SLM - Selektive Laserschweißanlage

Anlage zur Herstellung von additiv gefertigten Bauteilen, vereinfacht gesagt ein 3D Drucker für Metall.

eco-line Schweißzelle

Eco-line Schweißzelle, die eine vielseitig einsetzbare Roboter-Schweißzelle ist.

Gerätetechnik bei MIG-/MAG-Schweißen

Die Gerätetechnik bei MIG-/MAG-Schweißen besteht aus verschiedenen Komponenten. Bei der Stromquelle mit Gleichstrom bildet das Potenzial des Schweißdrahtes den Pluspol. Weiterhin gehören ein Transformator mit mehreren Stufen, ein Gleichrichter, der den gleichgerichteten Schweißstrom erzeugt, sowie eine Drosselspule mit Einstellmöglichkeit zur Glättung von Stromstärkespitzen dazu. Wahlweise kann ein integrierter Drahtantrieb oder ein externer Vorschub für die Drahtführung genutzt werden.

Inverter-Stromquellen können als Alternative verwendet werden, da die von ihnen erzeugte Plusspannung die Prozesse im Transformator erleichtert. Ein Gleichrichter ist hier nachgeschaltet.

Voll digitale Inverter-Stromquellen, bei denen der Ausgangsstrom stufenlos einstellbar ist, ermöglichen spritzfreies Schweißen. Der Ausgangsstrom wird über einen Signalprozessor ständig angepasst.

Schweißbrenner sind wasser- oder gasgekühlt. Wassergekühlte Schweißbrenner sind mit einer zusätzlichen Flüssigkeitskühlung aus Pumpe und Wärmetauscher ausgestattet. Bei den gasgekühlten Schweißbrennern dient das Schutzgas zur Kühlung. Diese Schweißbrenner sind bis zu einem Schweißstrom von 300 A verwendbar. Bei einem höheren Schweißstrom werden wassergekühlte Schweißbrenner genutzt.

 

Vorteile von MIG-Schweißen gegenüber MAG-Schweißen

Beim MIG-Schweißen wird keine Schlacke produziert. Dieses Verfahren ist vor allem dort geeignet, wo keine Verformungen erwünscht sind. Optimale Ergebnisse werden mit diesen Lichtbogenarten erreicht:

Kurzlichtbogen (KLB) für Wurzelschweißungen und Schweißarbeiten in ungünstiger Position

Diese Methode dient zur Verbindung dünner Bleche. Bei richtiger Ausführung ist der Werkstoffübergang nahezu glatt. Die kurzen Lichtbögen erzeugen kaum Spritzer oder Tropfen.

Sprühlichtbogen (SLB) für dickere Bleche

Dieses Verfahren ist durch hohe Abschmelzungen und hohe Geschwindigkeiten gekennzeichnet und liefert einen kurzschlussfreien, spritzarmen und feintropfigen Werkstoffübergang.

Impulslichtbogen (ILB) für alle Blechstärken

Als bevorzugtes Gas wird argonreiches Mischgas verwendet. Der Impulsstrom verläuft über einen Grundstrom. Direkt beim Schweißen kann die Stärke der entstehenden Tropfen an den Einsatzbereich angepasst werden. Der Übergang zwischen den verschweißten Werkstücken ist ebenmäßig und feintropfig.

MSG-Hochleistungsschweißen – besonders effektives MIG-/MAG-Schweißen

Das MSG-Hochleistungsschweißen ist eine relativ neue Form des MIG-/MAG-Schweißens. Hierbei kommen innovative Stromquellen und perfektionierte Schutzgasmischungen zum Einsatz. Diese Methode ist durch heliumhaltige Gasgemische und das Tandemverfahren gekennzeichnet. Der Schweißbrenner wird von zwei Stromquellen versorgt und schmilzt zwei Drähte gleichzeitig ab. Dieses Verfahren bietet aufgrund der sehr hohen Abschmelzungen und der hohen Schweißgeschwindigkeiten eine besondere Effizienz.

MIG-/MAG-Schweißverfahren schnell überblickt:

  • MIG-/MAG-Schweißen sind Schweißverfahren, die im Laufe der Zeit stetig weiterentwickelt wurden.

  • MIG-Schweißen und MAG-Schweißen unterscheiden sich durch das verwendete Schutzgas.

  • Während beim MIG-Schweißen Argon, Helium oder Mischungen dieser Gase verwendet werden, kommen beim MAG-Schweißen Mischungen von Argon mit Kohlendioxid und Sauerstoff zum Einsatz.
  • Helium kann beim MAG-Schweißen als Zusatz verwendet werden.
  • Beim MIG-Schweißen können verschiedene Lichtbögen abhängig von der Stärke der Bleche verwendet werden.
  • MIG-/MAG-Schweißen sind effizient und wirtschaftlich. Die Verfahren ermöglichen glatte und hochpräzise Werkstückübergänge.