Klimaanlagen – die richtige Auswahl

Grundsätzlich lassen sich Klimaanlagen in zentrale und dezentrale Systeme untergliedern. Während zentrale Klimaanlagen von einem Punkt aus gesteuert werden, arbeiten die dezentralen Varianten als Einzelgeräte isoliert voneinander. Je nach Größe und Bauart sind die dezentralen Anlagen mobil oder fest installiert. In größeren Firmengebäuden sind zentrale Anlagen empfehlenswert. Diese ermöglichen ein effizientes Energie- und Klimamanagement und damit insgesamt mehr Kontrolle bei weniger Kosten. Folgende Anlagentypen sind häufig im Betrieb:

  • Nur-Luft-Anlagen arbeiten mit einer Luftaufbereitung über die zugeführte Frischluft. Die Aufbereitung findet in Zentralgeräten statt, die in einer Lüftungszentrale installiert sind. Diese Anlagenform ist besonders gut zum Klimatisieren großer Räume geeignet.
  • Luft-Wasser-Anlagen arbeiten mit Wasser als Wärmeüberträger. Die Grundaufbereitung der Außenluft findet in Abhängigkeit von der Temperatur der Primärluft statt. Die Verteilung der kühlen Luft erfolgt über Induktionsgeräte und Ventilatoren.

Klimatisierung und Nachhaltigkeit – passt das zusammen?

Bei der Überlegung, ein Firmengebäude zu klimatisieren, spielt zunehmend auch die Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Energiebedingte CO2-Emissionen, die durch den hohen Stromverbrauch für die Kompressortechnik entstehen, belasten die Umwelt ebenso wie die schädlichen Kältemittel, allen voran teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFKW). Da Nachhaltigkeit auch auf der Säule der Ökologie basiert, steht die herkömmliche Gebäudeklimatisierung dem Ziel zu mehr Nachhaltigkeit generell entgegen.

Um den hohen Energieverbrauch leistungsfähiger Klimaanlagen zu optimieren, sind folgende Maßnahmen im Klimamanagement sinnvoll:

  • Optimale Einstellungen der Anlage und ein auf Sparsamkeit gerichtetes Nutzerverhalten senken den Energieverbrauch. Klimaanlagen sollten nur dann laufen, wenn es die Außentemperaturen erfordern. Alternativ kann eine manuelle Fensterlüftung zur Abkühlung genutzt werden.
  • Die Optimierung bereits bestehender Klimaanlagen durch moderne Regelungstechnik und effizientere Anlagenkomponenten dient ebenfalls der Verbesserung der Nachhaltigkeit.
  • Im Zuge der Nachhaltigkeit sollte – unabhängig von den Anschaffungskosten – die effizienteste Anlagenform gewählt werden. Eine Neukonzeptionierung bringt in der Regel den höchsten Effizienzgrad mit sich.  

Ein noch vergleichsweise neuer Trend ist die adiabatische Kühlung, die im Vergleich mit herkömmlichen Anlagen deutlich energiesparender arbeiten. Das Prinzip ist sehr alt und basiert auf der Abkühlung, die entsteht, wenn Wasser verdunstet. Diese Verdunstungskälte wird ohne Einsatz umweltschädlicher Kühlmittel und stromintensiver Kompressoren mittels Wärmeenergie erzeugt und braucht damit bis zu 90 % weniger Energie als eine herkömmliche Klimaanlage. Noch steckt diese Technologie in den Anfängen, die Entwicklung schreitet jedoch ständig voran, sodass für die Zukunft eine verbreitetere Anwendung denkbar ist.

Eine weitere nachhaltige Alternative zur Klimaanlage sind Fassadenbegrünungen. Die Verdunstungskühle schafft ein natürlich kühleres Mikroklima, das als Temperaturpuffer zwischen Sommerhitze und Innenraum dienen kann. Ebenfalls nachhaltig sind Kühldecken und Kühlsegel oder die sogenannte Bauteilaktivierung, bei der die Gebäudemasse über mit Wasser befüllte Rohrsysteme in den Decken gekühlt wird. 

Das Sick-Building-Syndrom

Klimaanlagen sollen für angenehme Temperaturen im Firmengebäude sorgen und damit unter anderem auch die Effizienz der Mitarbeiter erhöhen. Doch dies schlägt häufig fehl. Als Sick-Building-Syndrom bezeichnet, kann der Aufenthalt in klimatisierten Räumen zu zahlreichen erkältungsähnlichen Beschwerden führen. Brennende Augen, laufende Nasen und Kopfschmerzen sind Symptome, über die viele Mitarbeiter klagen. Laut einer Schätzung des Hauptverbands der gewerblichen Berufsgenossenschaften (HVBG) leiden ca. 30 % aller Angestellten in Büros darunter. Die Diagnose ist aufgrund der Symptomatik schwierig, auch ist nicht komplett geklärt, ob Klimaanlagen wirklich die Auslöser sind. Man spricht in der Regel vom Sick-Building-Syndrom (SBS), wenn etwa 20 % der Belegschaft entsprechende Symptome aufweisen und diese nach Dienstschluss abklingen. Messungen ergeben in vielen Fällen eine Belastung an Schadstoffen, Experten vermuten, dass auch eine schlechte Wartung der Anlage Verursacher ist. Denn dann werden über die Anlage Keime in die Luft geblasen, die wiederum die Benutzer der Räume krankmachen. Je nachdem, von wo die Anlage Frischluft ansaugt, kann auch hier die Keim- und Schadstoffquelle liegen. 

Vorsicht Steuerfalle!

Werden Klimaanlagen in bestehenden Gebäuden nachgerüstet, dann soll das zum Wohle der Benutzer und zu mehr Effizienz führen. Steuerlich kann sich die Nachrüstung jedoch als Falle erweisen, da das Finanzamt die Kosten für den Einbau in der Regel als nachträgliche Herstellungskosten einstuft. Und das bedeutet, dass die Abschreibung nicht als Betriebsausgabe erfolgt, sondern zusammen mit der Immobilie. Der Abschreibungszeitraum kann je nach vorliegendem Fall bis zu 50 Jahre betragen. 

Fazit

Klimaanlagen sorgen für ein kühles Innenraumklima im Firmengebäude und machen bei regelmäßiger Wartung und korrekter Installation den Aufenthalt bei hohen Temperaturen angenehmer. Aufgrund des hohen Energieaufwandes, den herkömmliche Anlagen mit sich bringen, macht die Überlegung Sinn, auf Alternativen zurückzugreifen und weniger umweltbelastende Klimaanlagen einzusetzen.