Herausforderungen an die Heizungsindustrie

Die globale Bevölkerung wächst und die Ansprüche vieler Menschen an ihre Lebensqualität steigen. Diese Umstände treiben den weltweiten Wärmebedarf weiter in die Höhe. Schon heute entfallen rund 50 Prozent des globalen Energieverbrauchs auf Wärme. Das Problem: Der Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung liegt lediglich bei 10 Prozent. Die Heizungsindustrie steht demnach vor der Herausforderung, Technologien auf fossiler Basis durch klimafreundlichere Alternativen zu ersetzen und gleichzeitig die Effizienz der Heizungssysteme zu verbessern.

Dazu könnte der intensivere Einsatz von Wärmepumpen im Gebäude- und Industriesektor beitragen. Laut der PwC-Studie „Chancen und Risiken für die deutsche Heizungsindustrie im globalen Wettbewerb“ würden sich dadurch nicht nur die Emissionen deutlich reduzieren, sondern auch der Wirtschaftsstandort Deutschland könnte erheblich profitieren.
 

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Die Vorteile von Wärmepumpen

In vielen Ländern, auch in Deutschland, erfolgt die Wärmebereitstellung in Teilen bereits über Wärmepumpen. Bei dieser Technik wird der Umgebung Wärme entzogen, die im Anschluss an die Heizkörper des Gebäudes abgegeben wird. Hierzulande beträgt der Marktanteil von Wärmepumpen in Neubauten immerhin schon 43 Prozent – in Bestandsgebäuden jedoch nur sechs Prozent. Dabei birgt der Einsatz dieser Technologie einige Vorteile:
 

  • Wärmepumpen sind umweltfreundlich, da sie abgesehen von der möglichen Stromerzeugung aus fossiler Energie für den Betrieb der Pumpe keine CO2-Emissionen verursachen. Die Emissionen werden weiter abnehmen, wenn der Anteil des Stroms aus erneuerbaren Quellen steigt. Auf die gesamte Lebensdauer von Heizungen hochgerechnet können Wärmepumpen im Vergleich zu Erdöl- oder Erdgasheizungen die Treibhausgas-Emissionen um etwa 70 bis 80 Prozent reduzieren.
  • Keine andere Heiztechnologie benötigt weniger Energieeinsatz, um 1 kWh Wärme zu erzeugen.
  • Die jährlichen Betriebs- und Wartungskosten sind äußerst gering.
  • Wärmepumpen eignen sich nicht nur zum Heizen, sondern können auch zum Kühlen genutzt werden.

Darüber hinaus, so die PwC-Studie, würde der vermehrte Einbau von Wärmepumpen in Gebäuden Arbeitsplätze in Deutschland sichern und die lokale Wirtschaft stärken:
 

  • Die meisten deutschen Wärmepumpenhersteller seien Mittelständler mit Standorten in ländlichen, mitunter auch strukturschwachen Regionen.
  • Die Gebäudesanierer mit über einer halben Million Beschäftigten in Deutschland würden ebenfalls profitieren, der seit Jahren bestehende Sanierungsstau abgeschwächt.
  • Besitzer dezentraler Photovoltaikanlagen könnten den selbsterzeugten Strom für den Betrieb einer Wärmepumpe nutzen.

Wie Wärmepumpen gefördert werden können

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert den Einsatz von Wärmepumpen in Bestandsgebäuden und Neubauten mit finanziellen Kaufanreizen. Unter dem Oberbegriff „Marktanreizprogramm“ können Privatpersonen und Unternehmen verschiedene Förderprogramme in Anspruch nehmen – entweder zur Warmwasserbereitung und Raumheizung von Gebäuden oder um Wärme für das Wärmenetz zur Verfügung zu stellen. Der maximale Fördersatz liegt zwischen 35 und 45 Prozent der förderfähigen Kosten.

Unternehmen mit Großwärmepumpen können ebenfalls von den staatlichen Förderungen profitieren, und zwar in Form einer Zuschussförderung im Rahmen des „Wärmenetze 4.0“-Förderprogrammes des BAFA. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer KfW-Förderung mit zinsgünstigen Darlehen und Tilgungszuschüssen. Auch für den Einbau von effizienten Kälte- und Klimaanlagen gibt es für Unternehmen staatliche Unterstützung.