Wie schafft es der deutsche Maschinen- und Anlagenbau, dem wachsenden, internationalen Wettbewerb nicht nur standzuhalten, sondern seine Rolle als Vorreiter beizubehalten? Eine vom VDMA in Auftrag gegebene Studie identifizierte heutige Erfolgsfaktoren und künftige Trends, die wir hier für Sie zusammenfassen.

Die Erfolgsfaktoren

Vielfältige Gründe für Erfolg deutscher Maschinenbauer

McKinsey identifizierte in seiner Studie zehn Faktoren, die besonderen Einfluss auf den Erfolg deutscher Maschinen- und Anlagenbauer haben. So belegte die Studie, dass Unternehmen mit zunehmender Größe schrittweise auch profitabler arbeiten, da sie internationaler und professioneller aufgestellt sind. Generell wird das Thema Internationalisierung laut Studie als wesentliche Wachstumsquelle angesehen. Laut Studie wirkt sich die Internationalisierung positiver auf das Wachstum aus als z. B. Diversifizierung (Ausweitung des Sortiments um neue Produkte für neue Märkte). Weiterhin spielen operative Exzellenz und Stringenz im Geschäftsmodell eine große Rolle. Demnach sind Unternehmen, die auf ihr Kerngeschäft fokussiert sind, profitabler und wachstumsstärker als diversifizierte Wettbewerber. Wichtiges Kriterium für die Wettbewerbsfähigkeit ist zudem die Innovationskraft. Diese sorgt für eine klare Markenpositionierung und ermöglicht die Abgrenzung vom in- und ausländischen Wettbewerb.

Darüber hinaus ergab die Studie, dass die Branchenzugehörigkeit eine erhebliche Rolle, bezogen auf die Profitabilität, spielt. Durchschnittlich variiert die Profitabilität der Branchen zwischen drei und neun Prozent. Besonders die profitablen Branchen sind dabei sehr wettbewerbsintensiv. Premiumanbieter weisen laut Studie ein höheres Wachstum auf und das Einzelmaschinen- und Komponentengeschäft ist profitabler. Allerdings ist das Geschäftsfeld der Systemlösungen hier wachstumsstärker.

Auch die Managementstruktur kann entscheidend sein: So sind laut Studie extern geführte Unternehmen profitabler, während Familienunternehmen schneller wachsen. Und zu guter Letzt belegt die Studie, dass Aftersales und Service große Wachstumspotenziale aufweisen.

Veränderungen erkennen und Herausforderungen annehmen

Viele Parameter werden den deutschen Maschinenbau in den nächsten Jahren vor neue Herausforderungen stellen. So drängen ausländische Wettbewerber mit hoher Qualität und niedrigen Preisen vermehrt in die Märkte des deutschen Maschinenbaus vor. Hinzu kommt, dass sich internationale Märkte immer mehr verflechten und Finanzmarktparameter dadurch stärker ins Schwanken geraten. Ebenfalls mitzugestalten ist die 4. Industrielle Revolution, auch Industrie 4.0 genannt. Hier gilt es, Produkte durch Individualisierung und Hybridisierung zu optimieren und Kunden und Geschäftspartner stärker in Geschäftsprozesse einzubinden. Auch die ständig neuen Auswirkungen der Digitalisierung auf die Value Chain und damit verbundene, neue Technologien haben das Potenzial, ganze Geschäftsfelder umzugestalten.

Die großen Industrietrends

Im Rahmen der Studie wurde auch identifiziert, was die Trends sind, die den Maschinen- und Anlagenbau in den nächsten Jahren maßgeblich prägen werden. Demnach stellte sich heraus, dass generell externen Veränderungen mehr Bedeutung zugemessen wird als internen. 300 Unternehmen wurden zu den Top-Trends befragt und folgende Ergebnisse erfasst:

  • zunehmende Nachfrage nach kundenspezifischen System- bzw. Integrationslösungen (74 %)
  • Verlagerung der Nachfrage ins nicht-europäische Ausland (70 %)
  • wachsende Bedeutung von Aftersales und Service (60 %)
  • zunehmender Wettbewerb durch neue Marktteilnehmer (47 %)
  • Bedeutungszunahme des Standortfaktors Deutschland (45 %)

Weniger Bedeutung messen die Befragten folgenden Trends zu:

  • Umweltansprüche- und Anforderungen (31 %)
  • Fachkräftemangel (29 %)
  • steigende Energiekosten (17 %)
  • Bedeutung handelspolitischer Rahmenbedingungen (13 %)

Optimistischer Blick in die Zukunft
Generell werden die Trends laut Studie von den Befragten eher als Chancen denn als Risiken wahrgenommen. Auch die von den Medien immer wieder fokussierten Themen wie der Fachkräftemangel oder die steigenden Energiekosten scheinen den deutschen Maschinen- und Anlagenbau nicht nervös zu machen. Ganz im Gegenteil: Die Auswertung aller Befragungen ergab, dass Deutschlands Maschinen- und Anlagenbauer im Durchschnitt gut auf jeden Trend vorbereitet sind.