Verkauf von Forderungen

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Business Management

Factoring: Liquidität und Bonität erhöhen und gleichzeitig das Forderungsausfallrisiko senken 

Nicht nur hierzulande kommt es in der Praxis ziemlich oft vor, dass Forderungen gegen Gewerbekunden an ein Kreditinstitut oder eine dezidierte Factoring-Gesellschaft verkauft werden. Dabei sind insgesamt stets drei Parteien involviert, nämlich das Unternehmen als Verkäufer, der Kunde und die Factoring-Gesellschaft. Der Kunde erhält neben seiner Ware wie gewohnt eine Rechnung. Eine solche bekommt aber auch der Factor in Kopie, der daraufhin bereits bis zu 100 Prozent an das Unternehmen bezahlt und sich das Geld anschließend vom Kunden wiederholt. 

Factoring bezeichnet den Verkauf von Forderung gegen Gewerbekunde an die Bank

Zunächst einmal klären wir, wie der Vorgang des Factorings überhaupt im Detail funktioniert. Der Ausdruck als solches leitet sich aus dem Lateinischen ab und stammt von dem Wort „factura“, das übersetzt „Rechnung“ bedeutet. An einem klassischen Factoring sind  immer drei Parteien beteiligt:  

Partei

Ablauf

Unternehmen Lieferung und Rechnungsstellung an den Debitor und Sendung einer Kopie an den Factor
Factor Factor zahlt bis zu 100% sofort an das Unternehmen, den Rest nach Erhalt des Betrages vom Debitor
Debitor Der Debitor zahlt den Rechnungsbetrag an den Factor

 

Nur auf den ersten Blick handelt es sich beim Factoring um eine komplizierte Abwicklung. Initial findet eine Lieferung des Unternehmens an den Kunden statt, verbunden mit einer Rechnungsstellung. Eine Kopie dieser Rechnung sendet das Unternehmen jedoch auch an den Factor. Sobald dieser die Kopie erhalten hat, zahlt er bis zu 100% des offenen Betrages direkt an das jeweilige Unternehmen. Den Rest überweist er, wenn der Kunde des Unternehmens die offene Rechnung an den Factor vollständig bezahlt hat.  

Von den Vorteilen des Factorings profitieren gleich mehrere Seiten

Das Unternehmen erhält sofort den Betrag vom Factor, somit ist es nicht nur schneller wieder liquide und kann seine Bonität aufrechterhalten, sondern letztlich auch das Forderungsausfallrisiko senken, weil der Factor mit der Geltendmachung beauftragt ist. Hinzu kommt, dass die jeweilige Factoring-Gesellschaft als Finanzdienstleistung die Kreditwürdigkeit des Debitors überprüft, die laufende Kreditüberwachung übernimmt und sich auch um etwaige Mahnungen und die Beauftragung eines Inkasso-Unternehmens kümmert. Interessiert man sich als Unternehmen für diese praktische Form des Outsourcings, so ist es wichtig, sich gut über das Thema und die Anbieter sowie deren Konditionen zu informieren. Ein gutes Rechenbeispiel präsentieren dabei www.kreditrechner.com, wobei folgende Quintessenz gezogen werden kann:

  • Die Eigenkapitalquote wird deutlich erhöht
  • Durch die erhöhte Liquidität können aufgrund von Skonti bessere Einkaufskonditionen im Stückpreis verhandelt werden
  • Kurzfristige Verbindlichkeiten auf der Passiv-Seite entfallen im Rahmen der Bilanz
  • Auf der Aktiv-Seite wird der Forderungsbestand reduziert

Beachtenswert sind in diesem Zusammenhang noch diejenigen Voraussetzungen, die für jede Form von Factoring bestehen: So müssen die zu veräußernden Forderungen nämlich in voller Höhe bestehen und frei von den Rechten dritter Personen sein. Abzugrenzen ist darüber hinaus das Factoring gegenüber der Forfaitierung. Bei dieser müssen konkrete Forderungen bestehen, die rechtlich einwandfrei spezifiziert sind. Das Factoring hingegen kann auch im Vorfeld in Bezug auf noch unbekannte Forderungen vereinbart werden, die erst in der Zukunft anfallen.  

Nachteile des Factorings bestehen in den Kosten und auftretenden Beschränkungen 

Factoring in Deutschland

Die Nachteile des Factorings lassen sich laut impulse.de auf zwei Aspekte herunterbrechen:

  1. Kosten
  2. Beschränkungen

 Die Dienste einer Factoring-Gesellschaft sind keine kostenlosen, weil ein umsatzabhängiges Entgelt zum Tragen kommt. Gängige Prozentsätze liegen dabei zwischen 0,6 und 2,5 Prozent vom angekauften Forderungsbestand. Die genaue Summe hängt aber auch davon ab, als wie hoch die jeweilige Factoring-Gesellschaft das Risiko und den anfallenden Arbeitsaufwand einstuft. Pauschal wird hingegen meistens die notwendige Bonitätsprüfung der Kunden berechnet. Nicht vergessen werden darf auch der Betrag, der durch die anfallenden Zinsen für die zur Verfügung gestellte Liquidität zu einem früheren Zeitpunkt anfällt. In Bezug auf die erwähnten Beschränkungen lässt sich feststellen, dass Factoring leider auch nicht für alle Branchen gleichermaßen geeignet ist. Generell schwierig ist ein solches Konstrukt für die Dienstleistungsbranche zu nutzen, weil sich die Außenstände oftmals nicht so genau definieren lassen. Des Weiteren stehen Factoring-Gesellschaften auch fast nie für die Absicherung von Forderungen gegen Privatkunden zur Verfügung. 

Fazit

Factoring stellt für Unternehmen eine gute Möglichkeit dar, die eigenen Risiken hinsichtlich der Zahlungsausfälle beim Verkauf ihrer Waren zu minimieren. Für den Kunden entstehen hierbei keinerlei Nachteile, allerdings ist auf unternehmerischer Seite zu bedenken, dass für das Factoring weitere Kosten anfallen und bei Dienstleistungen die Anwendbarkeit problematisch ist.

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