Einkäufter Gehaltsreport

Einkäufer-Gehaltsreport 2017

Die Gehälter im Einkauf sind unfair verteilt

Zu diesem Ergebnis kommt der „Einkäufer-Gehaltsreport 2017“, den die Kloepfel Group, Dienstleiter für den Einkauf im Mittelstand, zusammen mit uns erstellt hat. Bereits zum fünften Mal wurden Einkaufsleiter und Einkäufer 2017 zu ihren Gehältern befragt.  

Zu wenige Frauen im Einkauf – Und dann auch noch schlecht bezahlt

Nach wie vor haben es Frauen im Einkauf schwer. Mit 79 Prozent Männeranteil ist der Einkauf auch im Jahr 2107 eine Männerdomäne. Schaut man auf die Spitzenpositionen wird der Frauenanteil noch geringer: Nur jede zehnte Einkaufsleitung wird mit einer Frau besetzt. Damit aber nicht genug. Nicht nur, dass vornehmlich Männer den Einkauf bestimmen, so werden ihre Kolleginnen auch noch schlechter bezahlt. Während Einkäuferinnen durchschnittlich 53.158 Euro verdienen, erhalten Einkäufer 63.120 Euro und damit rund 19 Prozent mehr. Bei den Führungspositionen ist der Abstand noch dramatischer. 

Bezahlung nach Leistung – Innovationsbeiträge zu wenig wertgeschätzt

Wichtigste Erfolgskenngröße ist im Jahr 2017 die Höhe der Einsparungen. Sowohl Einkäufer (37 Prozent) als auch Einkaufsleiter (33 Prozent) werden hauptsächlich an ihrem Sparpotenzial gemessen. Auch Reklamationsquoten sind ein Erfolgsparameter: 11 Prozent der Einkäufer und 13 Prozent der Einkaufsleiter werden an möglichst niedrigen Retouren der eingekauften Waren und Dienstleistungen gemessen. Weniger erfreulich ist, dass Neuerungen kaum honoriert werden. Nur bei rund jedem zehnten Einkäufer und Einkaufsleiter werden Innovationen finanziell goutiert. Ein Trend, den auch Sebastian Thelen, Geschäftsführer von Kloepfel Digital Transformation, nicht gutheißt: „Diese Zahlen sind insofern erschreckend, als dass der Einkauf mit seinen zahlreichen Schnittstellen im Unternehmen und mit den Lieferanten im Rahmen der Digitalen Transformation große Chancen hat, als Innovator eine Schlüsselrolle zu besetzen. Viele Umfragen belegen, dass der Einkauf 4.0 für die Unternehmen als Innovationsmotor und Prozessoptimierer gegenüber dem Kostendrücker an Bedeutung gewinnt.“ 

Einkäufer-Gehälter nach Branche sehr unterschiedlich

Entscheidend für ein gutes Gehalt ist vor allem die Branche, in der die Einkäufer tätig sind. Je nach Geschäftsfeld belaufen sich die Gehaltsunterschiede in den untersuchten Branchen auf bis zu 24.658 Euro. Am weitesten auseinander liegen die Möbelindustrie und die Konsumgüterindustrie (Non-Food). Schlusslichter bilden der Handel, die Möbelindustrie und Dienstleistungsunternehmen.

Bei den Einkaufsleitern sind es bis zu 22.641 Euro. Hier zeigen der Handel und die Pharma-Branche die größten Unterschiede im Durchschnittsgehalt auf. Beim Verdienst der Einkaufsleiter rangieren der Handel, die Möbelindustrie und das Baugewerbe auf den letzten Plätzen. 

Teilnahme an Fortbildungen

Die Teilnahme an Fortbildung lohnt sich nach der diesjährigen Erhebung wenn überhaupt nur für die Führungspositionen. Einkaufsleiter, die eine Fortbildung besucht haben, können mit rund 3.000 Euro pro Jahr mehr rechnen als Kolleginnen und Kollegen ohne Fortbildung. Dabei ist die kontinuierliche Weiterbildung auch für Einkäufer wichtig. Doreen Schlicht, Chief Marketing Officer und HR bei „Wer liefert was“, dazu: „Einkäufer, die beispielsweise lernen wie sie ihre Einkaufs- und Lieferantendaten analysieren und interpretieren können, gewinnen in den Unternehmen an Wichtigkeit und damit auch an Wert. Generell gewinnen Business bzw. Data Analysten für Firmen an Bedeutung und sind auf dem Arbeitsmarkt aktuell stark nachgefragt.“ 

Alle weiteren spannenden Ergebnisse des Einkäufer-Gehaltsreports 2017 können Sie kostenfrei herunterladen.


 Zurück zur Übersicht