Hintergrund der Studie

Der BMÖ und  Accenture befragten insgesamt 92 österreichische Unternehmen online. Die Hälfte der Unternehmen waren Großunternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern. Jeweils etwa ein Viertel entfielen auf „Klein- und Mittelbetriebe“ mit bis zu  250 Mitarbeitern sowie mittelständische Unternehmen mit 250 bis 500 Mitarbeitern. Drei Viertel der Unternehmen sind im Industriesektor beschäftigt. Das restliche Viertel verteilt sich auf Unternehmen aus Handel, Gewerbe, Information, Transport, Verkehr und den öffentlichen Sektor. 

Welche Absatzmärkte sind am wichtigsten?

Laut Studie sind Österreich (89%) und Deutschland (82%) nach wie vor die wichtigsten Absatzmärkte der befragten Unternehmen. Es folgen Italien (64%), Slowenien (64%), Skandinavien (62%) sowie Frankreich (58%). Die Studie ergab auch, dass Märkte wie Russland (46%) und die Türkei (40%) an Bedeutung gewinnen. 

Wo kaufen Österreichs Unternehmen ein?

Laut Studie kaufen Österreichs Unternehmen überwiegend im deutschsprachigen Raum ein.  80% des Gesamteinkaufsvolumens stammt aus Österreich, Deutschland und der Schweiz. Der Einkauf in den CEE-Staaten (Zentral- und Osteuropa) beläuft sich auf 44%. Afrika spielt mit einem Anteil von nur 6% keine bedeutende Rolle im österreichischen Einkauf. Hingegen zeigt die Studie, dass ein deutlicher Trend zur Beschaffung in „Best Cost Countries“ wie zum Beispiel Asien besteht.  

Wo liegen die Probleme in der Beschaffung?

Die Studie ergab, dass die Schwierigkeiten je nach Industrie oder Handel unterschiedlich gewichtet sind. Für die Industrie ist vor allem die Sicherstellung der Qualität ein Problem (50%), gefolgt von der Logistik (12%), der Lieferantenabhängigkeit (11%) sowie dem Alternativenmangel (10%), dem Preis (7%) und der Sicherheit (7%). Der Handel hingegen sieht die größten Schwierigkeiten in der Lieferantenabhängigkeit (32%), gefolgt von den Lieferantenbeziehungen, der Logistik, dem Alternativenmangel sowie der Qualität (je 17%).    

Wie sehen die Einkaufstrends aus?

Die Studie zeichnet auch klare Sourcingtrends für die Zukunft ab. Demnach wird zukünftig weniger auf den „heimischen“ Märkten wie Österreich, Deutschland und der Schweiz beschafft und mehr in Ländern wie China, Indien, Russland oder den baltischen Staaten. 

Einkaufsmanagerindex (EMI) im Juni 2015

Wie steht es generell um Österreichs Wirtschaft? Der EMI Österreich basiert auf einer Befragung von 300 Industrieunternehmen. Ein Wert von 50 ist neutral. Über 50 Punkte bedeuten Industriewachstum, weniger als 50 Punkte bedeuten eine rückläufige Produktion. Im Juni 2014 lag der Wert bei 50,4 Indexpunkten, im Juni 2015 bei 51,2 (Quelle: statista).

Fazit

Die Wertschöpfungskette verlagert sich. Asien und die CEE-Staaten werden zukünftig immer wichtiger für österreichische Einkäufer. Zu den Verlierern der globalisierten Markt- und Einkaufsverhältnisse zählen die Länder aus dem deutschsprachigen Raum. Doch das Sourcing in „Best Cost Countries“ bietet österreichischen Unternehmen viele Chancen. Wichtig ist, Nutzen und Risiken sorgfältig gegeneinander abzuwägen und länderspezifische Besonderheiten mit der eigenen Unternehmensstrategie in Einklang zu bringen.