Die Top 6 Trends im Supply Chain Management

1. Die neue Weltordnung des Handels

Der Trend: Der ökonomische Schwerpunkt unserer Welt befindet sich im Wandel. Lag er früher noch zwischen Westeuropa und Nordamerika, ist heute eine deutliche Verschiebung in Richtung Osten festzustellen. Demnach haben sowohl Importe als auch Exporte nach bzw. aus Asien in den letzten 20 Jahren stark zugenommen.
Tipp: Passen Sie die Organisationsstrukturen Ihres Unternehmens besser und vor allem schneller an die neuen Marktbedingungen an. Vertrauen Sie nicht darauf, dass Ihr Know-how Ihnen langfristig die Marktführerschaft sichert. Setzen Sie stattdessen lieber auf ein globales Netzwerk und stellen Sie in diesem Zusammenhang einen intensiven und transparenten Austausch von Waren, Dienstleistungen, Finanzmitteln und Informationen sicher.

2. Vernetzte Wertschöpfung

Der Trend: Globale Strukturen mit zunehmend offenen Netzwerken aus Mitarbeitern, Kunden, Partnern, aber auch Konkurrenten lassen ganz neue Geschäftsmodelle und Produkte entstehen.
Tipp: Versuchen Sie, Ihr Unternehmen immer wieder neu zu erfinden. Strategische Kooperationen und Partnerschaften ermöglichen es Ihnen, auch auf schwankenden Märkten weiterhin Schritt zu halten oder gar voranzugehen. Entdecken Sie in diesem Zusammenhang die Vorteile von Social Media: Webbasierte Plattformen bieten Ihnen vielfältige Optionen, gemeinsam mit Kunden und Lieferanten Ideen zu sammeln, zu testen und in Ihre Prozesse zu integrieren. So steigern Sie die Effizienz Ihrer Entwicklungsprozesse und reduzieren Produktflops. Ziehen Sie es auch in Erwägung, Wettbewerber zu Partnern werden zu lassen: Diese sogenannten „Coopetition“-Ansätze bieten Ihnen die Möglichkeit, gemeinsam neue Märkte zu entwickeln, um diese später im Wettbewerb untereinander aufzuteilen.

3. Neue Strategien

Der Trend: Im Zeitalter sich wandelnder globaler Handelsspielregeln mit vielen Unbekannten, hohen Dynamiken und wenigen Gewissheiten wird es zunehmend schwieriger, strategisch zu planen. Klassische, planungsorientierte Strategien stoßen hier schnell an ihre Grenzen.
Tipp: Entwickeln und implementieren Sie Ihre Strategie nicht als detaillierten Plan, der klar eine Entwicklungslinie aufzeigen soll. Denken Sie um: Verfolgen Sie stattdessen lieber eine Netzwerk-Strategie, in der es Handlungsoptionen geben darf und muss. Definieren Sie bestimmte Ziele, überlassen Sie es aber den zuständigen Managern, wie die jeweiligen Ziele erreicht werden. So bewahren Sie sich die nötige Flexibilität, um auch kurzfristig auf Veränderungen reagieren zu können.

4. Risikofaktoren

Der Trend: Globalisierte Handelsketten bringen viele unüberschaubare Risiken mit sich. Naturkatastrophen, Kriege, aber auch die zunehmend rechtliche Komplexität transnationaler Geschäftsprozesse (wie z. B. Datenschutz, Produkthaftung etc.) konfrontieren Unternehmen mit immer anspruchsvolleren Vorgaben. Die Abwägung der vielfältigsten Gefahren und der damit verbundenen Kosten für maximale Sicherheit wird in den kommenden Jahren zu den wichtigsten Entscheidungen im Unternehmen gehören.
Tipp: Schaffen Sie kontinuierlich lernende Risikomanagementsysteme, die zentral gesteuert werden, aber trotzdem schnelle Reaktionsmuster erlauben. Stellen Sie dabei nicht nur strategisch die Weichen neu, sondern denken Sie generell um: Akzeptieren Sie dabei die Tatsache, dass Unsicherheit und Angreifbarkeit ein normaler Teil von allen Handelsprozessen ist. Wir haben für Sie hier noch einmal zusammengefasst, worauf Sie im Supply Chain Risikomanagement besonders achten müssen.

5. Zukunftstechnologien

Der Trend: Auch wenn der Traum vom fliegenden Auto noch immer geträumt wird: Machine-to-Machine Technologien, 3D-Printing sowie Online-Services haben sich bereits fest auf den Märkten etabliert. Technologien wie diese werden in den nächsten Jahren noch stark zunehmen, das Konsumentenverhalten nachhaltig verändern und neue Geschäftsmodelle hervorbringen.
Tipp: Erwarten Sie nicht die revolutionären Versprechungen aus Science-Fiction Romanen. Sensibilisieren Sie stattdessen Ihren Technologieradar im Supply Chain Management, auch wenn es um scheinbar nicht so spektakuläre Innovationen geht. Implementieren Sie an den richtigen Stellen „Innovation Scouts“ und sorgen Sie für einen gesunden Austausch im gesamten Unternehmensnetzwerk. So erkennen Sie Innovationspotenziale frühzeitig und können Sie richtig einschätzen.

6. Zukunftsszenarien

Der Trend: Die klassische, strategische Planung ließ bisher keinen Raum für Spiele und Experimente. Vielmehr ging es bisher darum, Planungen linear auszurichten und strikt zu exekutieren. Doch diese Denkweise hat viele Unternehmen in den letzten Jahren nicht weiter gebracht. Zukünftig wird die „Szenarioplanung“ in Unternehmen eine größere Rolle spielen, bei der Entscheider mittels „Zukunftssimulation“ systematisch verschiedene Fälle durchspielen können. Die Zukunft wird dabei mehrdimensional betrachtet und in Eintrittsfälle unterteilt wie „wahrscheinlich“, „überraschend“, „möglich“ oder „wünschenswert“.
Tipp: Betreiben Sie Zukunftsforschung oder verschaffen Sie sich Zugang zu den damit verbundenen wichtigen Informationen. Nähern Sie sich spielerisch möglichen Perspektiven. Probieren Sie neue Instrumente und experimentieren Sie mit Ihren Sichtweisen und Methoden. Studien belegen, dass diese methodische Form der Zukunftsplanung einen signifikant höheren Total Shareholder Return erzielt als der von klassischen Prognosen geprägte Ansatz.

Fazit
Die Globalisierung zeigt sich kaum irgendwo so deutlich wie in der weltweiten Vernetzung von Unternehmen. Rahmenbedingungen verändern sich rapide und erfordern von vielen Unternehmen noch mehr Flexibilität. Um trotz dieser anspruchsvollen Bedingungen auch zukünftig erfolgreich auf dem Weltmarkt zu bestehen, ist es unumgänglich, Supply Chains als globale Wertschöpfungsnetzwerke zu betrachten und deren Chancen zu nutzen.

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