B2B-Studie: Nachhaltiges unternehmerisches Handeln wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil

Ob nachhaltige Lieferketten, sogenannte Green Services oder eine Produktion, die einer Vielzahl von sozialen, ökologischen und ökonomischen Anforderungen genügt: Unternehmen, die all diese Aspekte von Nachhaltigkeit ignorieren, werden nach Auffassung vieler Wirtschaftsexperten von ihren Konkurrenten zusehends abgehängt. Und dieser Standpunkt wurde nun „nachhaltig“ untermauert. Laut der Studie „Der moderne B2B-Einkauf“ von ECC Köln und Adobe wird nachhaltiges unternehmerisches Handeln zukünftig zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.

Mehr als zwei Drittel der befragten Einkäufer – darunter vermehrt die jüngeren der insgesamt 529 Teilnehmer – gaben an, bei geschäftlichen Online-Bestellungen auf einen geringen CO2-Abdruck zu achten. Darunter fallen beispielsweise optimierte Lieferketten, faire Arbeitsbedingungen oder nachhaltige Materialien. Sogar 72 Prozent wollen lokale Hersteller bei einem Einkauf im Internet künftig vorziehen. Michael Mertens, einer der Studienautoren, rät B2B-Händlern zu regional optimierter Logistik, nachhaltigen Verpackungslösungen oder Umweltzertifikaten, um Nachhaltigkeitsaspekte umzusetzen und Kunden besser zu erreichen.

Fast jeder Einkäufer nutzt Internetrecherche – doch Print hat noch nicht ausgedient

Was die Untersuchung ebenfalls ergab: Bis auf wenige Ausnahmen (15 Prozent) nutzen alle Einkäufer das Internet als Rechercheplattform, um nach nachhaltigen Anbietern Ausschau zu halten. Ein optimierter Online-Auftritt sei laut den Studienautoren entscheidend, um Kaufabbrüchen via Internet entgegenzuwirken. Allerdings hat Print noch nicht gänzlich ausgedient – ein Viertel der Befragten greift auf Kataloge oder andere gedruckte Formate zur Informationsbeschaffung zurück. Weiterhin wichtig ist, trotz aller technischer Möglichkeiten, der persönliche Kontakt. Die Hälfte der B2B-Einkäufer möchte nicht darauf verzichten.  
 


Weitere Untersuchungen zur Nachhaltigkeit

Speziell für die B2B-Branche hat Brandwatch über den Zeitraum des gesamten Jahres 2020 Social-Media-Gespräche hinsichtlich Nachhaltigkeitsthemen analysiert. Und auch hier zeigt sich die wachsende Relevanz: Die Erwähnungen solcher Themen stieg im Vergleich zum Vorjahr um zwölf Prozent an, im Vergleich zu 2017 sogar um 70 Prozent. Unter den verwendeten Begrifflichkeiten dominierten
 

  • umweltschonend (4.200 Erwähnungen innerhalb der untersuchten Gespräche)
  • Ressourcen (3.900)
  • C02-Ausstoß (3.800)
  • Recycling/Upcycling (3.300)
  • Klimaneutralität (2.500)
     

Auch die Branchen, über die am meisten in Nachhaltigkeitsdiskussionen  gesprochen wurde, sind aufgeführt. Mit deutlichem Abstand führt hier die Logistik- und Transportbranche, gefolgt von der Bau- und Pharmabranche.

Lieferketten könnten nachhaltiger sein

Das Bewusstsein für die Notwendigkeit, ökologisch verträglicher zu handeln, ist demnach auf breiter Ebene vorhanden. Allerdings hakt es offenbar weiterhin bei der Umsetzung. So ergab die Studie „Nachhaltigkeit in Supply Chains“, dass nachhaltige Lieferketten bisher eher Zufällen geschuldet seien denn gezielten strategischen Unternehmensentscheidungen.

Zu viele Firmen würden laut der Studienautoren lediglich auf externe Anforderung zur Nachhaltigkeit reagieren, und das häufig auch nur halbherzig. Ein Grund dafür: Nachhaltiges Handeln würde zu höheren Kosten führen, und dafür fehle vielen Kunden noch das Verständnis. Über eine eigene Organisationseinheit für Nachhaltigkeit verfügt beispielsweise weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen aus der Lager- und Transportbranche sowie aus den Bereichen Automotive, Pharma, Chemie und Maschinenbau.
 

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