Corporate Social Responsibility (CSR) ist mehr als eine ethische oder moralische Frage. Das sieht auch die Europäische Union so und hat 2017 gesetzlich vorgeschrieben, dass Unternehmen ihre sozialen Verpflichtungen erfüllen und einen positiven Beitrag leisten müssen – zum Wohle der Gesellschaft, Belegschaft und Umwelt. Hier erfahren Sie mehr!

Was ist Corporate Social Responsibility?

Der Begriff Corporate Social Responsibility bezeichnet im weitesten Sinne die gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen im Sinne eines nachhaltigen Wirtschaftens. Die Europäische Union definiert Corporate Social Responsibility als die „Verantwortung von Unternehmen für ihre Auswirkungen auf die Gesellschaft“.

Corporate Social Responsibility gesetzlich vorgeschrieben

Was bis 2017 Kür war, ist seither Pflicht: Große Unternehmen müssen Rechenschaft über ihre Nachhaltigkeitsbemühungen ablegen. 2017 hat Deutschland die CSR-Richtlinie 2014/EU/95 der Europäischen Union in geltendes Recht umgesetzt.

Der Gesetzgeber schreibt unter anderem vor, dass Jahresberichte von Unternehmen neben den finanziellen Informationen folgende Punkte behandeln müssen:

  • Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange
  • Maßnahmen zur Achtung der Menschenrechte
  • Maßnahmen zur Bekämpfung der Korruption im Unternehmen und bei Lieferanten.

Unternehmen unterliegen auch internationalen Gesetzen

Viele Unternehmen agieren heute global, weit über die Grenzen der Europäischen Union hinaus. Für sie gelten deshalb neben der Corporate-Social-Responsibility-Richtlinie der Europäischen Union zusätzliche Gesetze – wie beispielsweise der britische Modern Slavery Act und der US-amerikanische Foreign Corrupt Practices Act.

Kraftakt Corporate Social Responsibility

Laut Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik (BME) stellt die Implementierung einer nachhaltigen Lieferkette vor allem global agierende Beschaffungsmanager vor Herausforderungen. Unternehmen fällt es demnach schwer, die Nachhaltigkeit und Compliance ihrer Lieferanten zu überprüfen: Zu kostspielig und aufwendig sei die Überwachung beispielsweise in Form traditioneller Lieferanten-Audits.

Viele der großen deutschen Unternehmen konzentrieren sich laut BME daher auf ihre strategisch wichtigsten Lieferanten. Unternehmen kleiner und mittlerer Größe verzichteten sogar weitgehend auf eine Kontrolle ihrer Lieferanten.

Der BME empfiehlt zur Überwachung der Lieferanten die Onlineplattform IntegrityNext. Der Dienstleister kümmert sich um alle erforderlichen Bestätigungen, Selbstauskünfte und Zertifikate der Lieferanten. Außerdem überwacht IntegrityNext die sozialen Medien auf mögliches Fehlverhalten.

Strategische Organisation von Corporate Social Responsibility

Unternehmen sollten beim Lieferanten-Check über den Tellerrand hinausschauen und ihre gesetzlichen Pflichten gemäß ISO 45001 im Blick haben. Auch die Vergabe von Unteraufträgen seitens der Lieferanten ist zu prüfen. Die Verantwortung der einkaufenden Unternehmen erstreckt sich nicht nur auf die festen Mitarbeiter dieser Subunternehmen, sondern auf alle Personen, die an dessen Dienstleistungen und Produkten mitwirken – zum Beispiel Leiharbeiter.

Nachhaltigkeitsberichte schaffen Transparenz

Um eine nachhaltige Lieferkette sicherzustellen, sollten Unternehmen von ihren Lieferanten und allen sonstigen Partnerunternehmen in der Supply Chain regelmäßige Informationen zur Nachhaltigkeit abfragen. Das ist nicht so kompliziert, wie es klingen mag. Die meisten Unternehmen erheben große Datenmengen zu ihrer Nachhaltigkeit, die während der laufenden Geschäftsprozesse gespeichert werden. Aus diesen Daten aus Transportlogistik, Lagerlogistik und Herstellung (ERP) lassen sich Aussagen über die Nachhaltigkeit der Lieferkette treffen. Es geht also nur darum, die Daten zu sammeln und auszuwerten. Dafür gibt es eine Reihe an speziellen IT-Anwendungen.

Einkauf nimmt Corporate Social Responsibility ernst

Die Faktoren Corporate Social Responsibility und Nachhaltigkeit rücken bei den Unternehmen immer stärker in den Fokus. Laut „Sustainable Procurement Barometer 2017“ der Bewertungsplattform EcoVadis sehen 74 Prozent der Unternehmen Nachhaltigkeit und CSR als wichtige Prioritäten für den Einkauf.

Fazit

Das Image eines Unternehmens ist mitentscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg oder Misserfolg. Die möglichen Folgen von Verstößen gegen die Corporate Social Responsibility reichen von staatlichen Regulierungen bis zum allgemeinen Vertrauensverlust. Firmen sollten deshalb ihre Lieferkette genau im Blick haben – über die Subunternehmen ihrer Lieferanten hinaus.