Was ist Augmented Reality?

Die AR-Technologie nutzt die in Smartphones, Tablets und auch speziellen Brillen integrierten Kameras, um Informationen, Objekte oder auch virtuelle Wesen in die reale Welt zu projizieren. Im Gegensatz zur Virtual Reality (VR) tauchen Nutzer aber nicht komplett in eine neue, virtuelle Welt ein. Das Sichtfeld bleibt frei, die Daten werden nur in ausgewählten Ausschnitten der Displays eingeblendet. Die Technik erweitert (augmented) also die Realität um fiktionale Inhalte – das Ergebnis ist Augmented Reality. Bekannte Hardware-Beispiele sind die AR-Brillen Google Glass und Microsoft Hololens. Um die computergenerierten Informationen an der richtigen Stelle einzublenden, erkennt der steuernde Computer der speziellen Brillen, wohin der Nutzer blickt.

Augmented Reality in der Logistik

Logistik hat viel mit Navigation zu tun – sei es die Routenplanung für den Lkw, das Zurechtfinden in einem großen Lager oder das Zusammenstellen von Sendungen. Hier bieten AR-Anwendungen faszinierende neue Möglichkeiten. So zeigt beispielsweise ein Video von SAP eine Pilotanwendung im Lager des IT-Spezialisten Bechtle AG in Neckarsulm: Gabelstaplerfahrer werden via AR von virtuellen Pfeilen durch die Lager geleitet, bis sie am Ziel sind. Ein intergierter Scanner im Smartphone oder in der speziellen Brille ermöglicht es dem Staplerfahrer außerdem, Barcodes auf den Verpackungen zu scannen und so sicherzustellen, dass er auch den richtigen Artikel in der richtigen Stückzahl entnommen hat. Die AR-Anwendungen können aber noch mehr. Sie senden beispielsweise Warnungen, falls ein anderes Fahrzeug im Lager den Weg des Staplers zu kreuzen droht.

Auch die Automobilbranche hat AR längst für sich entdeckt. Hier lassen sich bei Anlageplanungen und Ablaufsimulationen mithilfe von Augmented Reality effizientere Lösungen finden. Die AR-Simulation eines Autoteils kann etwa Aufschluss darüber geben, ob die Komponente in die angedachte Karosserie passt, und entsprechende Anschlüsse überprüfen. So lassen sich Fehlerquellen minimieren und Prozesse schneller vorantreiben.

Kundenservice in Echtzeit

Praktisch ist Augmented Reality auch bei Wartungs- oder Reparaturbedarf. So kann der Kundenservice des Herstellers dem Staplerfahrer beispielsweise in Echtzeit auf seiner AR-Brille oder auf seinem Smartphone zeigen, welche Arbeitsschritte er vornehmen muss, um die Reparatur selbst vorzunehmen. Gleichzeitig kann der Kundenservice die Messwerte in Echtzeit über das Kamerabild analysieren. So lassen sich Reparaturvorgänge deutlich vereinfachen und beschleunigen.

Augmented Reality startet durch

Auch wenn AR jüngst zum Megatrend gekürt wurde: Neu ist die Technologie nicht. Tatsächlich reicht sie bis in die 1960er-Jahre zurück, als der Amerikaner Ivan Sutherland das erste Head-Mounted Display (HDM) entwickelte. Das Modell war jedoch nicht für den mobilen Gebrauch geeignet und besaß auch nicht die heute geläufigen Head- und Eyetracking-Funktionen, die passgenaue Einblendungen ermöglichen. Gut für Betriebe: AR-Brillen mit diesen Technologien sind mittlerweile zu erschwinglichen Preisen verfügbar.

Die steigende Verbreitung sorgt auch dafür, dass laufend neue, spannende AR-Anwendungen entwickelt werden. Eine davon ist die Barcode-Scanner-App MatrixScan. Sie ermöglicht es, mit jedem Gerät mit Kamera mehrere Barcodes gleichzeitig einzulesen, zu decodieren und mittels Augmented-Reality-Funktionen nachzuverfolgen. Die AR-Technologie wird in den kommenden Jahren massiv an Bedeutung gewinnen und viele weitere industrielle Bereiche im wahrsten Wortsinn erweitern.