Die 4 wichtigsten Punkte für ein effizientes Lager

1. Straffen Sie Ihr Sortiment

Eine Steigerung des Umsatzes, Neuprodukte oder sonstige Veränderungen bei Produktabmessungen: es gibt viele Gründe, warum ein Sortiment wächst, und somit der Platzbedarf zunimmt. Überprüfen Sie Ihr Sortiment und entfernen Sie selten nachgefragte und veraltete Artikel. Erwägen Sie bei überhöhten Beständen auch die Möglichkeit, ob Sie Waren ggf. an den Lieferanten zurückgeben können. Stellen Sie in jedem Fall vorab fest, dass Ihnen zuverlässige EDV-Auswertungen vorliegen, damit Ihre Bereinigungen Hand und Fuß haben.

Verbessern Sie außerdem Ihre Bestandsstruktur durch eine bessere Disposition. Als Faustregel gilt: Stellen Sie jederzeit die Lieferbereitschaft mit möglichst geringen Beständen und einer Beschaffung zu günstigen Preisen sicher. Sollten Sie es noch nicht getan haben, automatisieren Sie Ihre Dispositions- und Bestellprozesse. So haben Sie ständig aktualisierte Daten Ihrer Höchst- und Mindestbestände vorliegen. Vergeben Sie auch Kennziffern für Artikel entsprechend ihrer Gängigkeit und legen Sie Grenzwerte fest, ab wann ein Artikel aus dem Sortiment genommen werden sollte.

2. Schaffen Sie mehr Fläche

Lagern Sie Ihre Artikel kompakt und wegefreundlich. Setzen Sie z. B. im Fachbodenregal die Dachböden so eng wie möglich und lagern Sie Kleinteile in kleinen Mengen pro Artikel in geeigneten Lagerbehältern. So nutzen Sie die Regaltiefen besser aus. Die Behälter sollten auch die gleiche Höhe haben und perfekt auf die Regallänge und –Tiefe abgestimmt sein. Überprüfen Sie auch, ob Paletten ständig nur eine geringe Ladehöhe haben. In diesem Fall sollten Sie überlegen, ob Sie die Artikel nicht lieber in tiefen Fachbodenregalen lagern sollten. Sollten Sie neue Regale aufstellen, achten Sie dabei darauf, dass Sie die Gänge breit genug lassen, auch wenn Sie anfangs noch genügend Platz haben. So schaffen Sie Puffer für eventuelle, spätere Zusatz-Regalzeilen. Schauen Sie auch, ob Sie vorhandene Regale aufstocken können. Oftmals sind Entnahmezeiten aus höher gelegenen Lagerplätzen immer noch zeitgünstiger als weiter entfernte Lagerplätze.

3. Richten Sie einen Leitstand ein

Ab einer betrieblichen Größe von mehr als 30 Mitarbeitern lohnt es sich eventuell für Sie, einen Leitstand einzurichten. Der Leitstand ist eine technische Einrichtung, die mit anderen Geräten in Ihrem Unternehmen verbunden ist, die messen, regeln, steuern, alarmieren und dergleichen. Der Leitstand fasst nach von Ihnen vorab definierten Einstellungen alles für Sie zusammen und bildet es übersichtlich auf einen Blick für Sie ab.

Ein Leitstand hilft Ihnen dabei, Ihre Arbeitsabläufe besser zu organisieren und kürzere Wege im Lager zu realisieren. So erreichen Sie eine höhere Effizienz im Lager. Der Leitstand zeigt Ihnen z. B. Ausliefertermine, Auslieferungstouren, Versandarten und vieles mehr an. Außerdem können Sie Statistiken mit allen gewünschten Daten und Gliederungen ausdrucken.

4. Einsparpotenziale nutzen und Kommissionierzeiten verkürzen

Im Handel zählt oft jede Minute. Schließlich sollen Kunden nicht lange auf Ihre Lieferungen warten. Außerdem kosten lange Kommissionierzeiten bares Geld. Durch den Einsatz einer perfekt integrierten EDV und besser gestaltete Arbeitsplätze steuern Sie Abläufe besser und sparen sich Störungen und Fehler, die Sie durch Improvisationen und Überstunden mühselig wieder ausgleichen müssen.

Sie haben viele Möglichkeiten, Ihre Kommissionierzeiten durch organisatorische Maßnahmen zu optimieren. Verteilen Sie Lagerplatznummern z. B. so auf die Regale, dass sich aus den aufsteigenden Nummern ein möglichst kurzer Weg durch das Lager ergibt. Ordnen Sie Artikel und Warengruppen außerdem so, dass Sie entsprechend ihrer Umschlagshäufigkeit möglichst kurze Wege im Lager haben. Das bedeutet: Schnelldreher sollten über kurze Wege zu erreichen sein, Langsamdreher können ruhig etwas weiter weg platziert sein. Nutzen Sie auch den Einsatz von Scannern mit Datenfunk. So ist Ihre EDV immer auf dem neuesten Stand und Ihre Mitarbeiter finden sich besser zurecht.

Probieren Sie auch neue Kommissioniersysteme aus. Um herauszufinden, ob sich ein solches für Sie lohnt, benötigen Sie die Anzahl der zu entnehmenden Positionen an einem Spitzentag. Hier ein paar Richtwerte: Die durchschnittliche Entnahme eines konventionellen Fachbodenregals mit manueller Kommissionierung sollte nicht länger als 40 bis 70 Sekunden dauern. Ein spezielles Lager-Kommissionierungskonzept mit Förderanlage auf den Etagen nicht länger als 15 bis 25 Sekunden. Und die Entnahmezeit eines Behälter-Hochregallagers mit vorgelagerter Kommissionierzone und Entnahme einer Bildschirmanzeige nicht länger als 5 bis 8 Sekunden dauern.

Legen Sie auch den passenden Automatisierungsgrad fest. Dieser hängt in erster Linie von der Größe und der Anzahl an Aufträgen und Positionen ab, die Sie jeden Tag bearbeiten. Bei bis zu 800 Positionen am Tag reicht eine konventionelle Lagergestaltung mit Staplern und Wagentransportern. Bei mehr als 800 Positionen am Tag reduzieren Scanner die Fehlerquote. Zusätzliche Förderanlagen beschleunigen die Abläufe. Und bei mehr als 3.000 Positionen am Tag sollten Sie umfangreiche Neugestaltungen in Erwägung ziehen.

Fazit:
Auch wenn eine Neugestaltung Ihres Lagers anfangs mit höheren Kosten verbunden ist, zeigt die Erfahrung, dass sich die Kosten schnell amortisieren. Ein Tipp: Setzen Sie nicht auf den einen, großen Effekt. Vergleichen Sie lieber, welche Möglichkeiten Sie haben, und kombinieren Sie Einzelmaßnahmen maßgeschneidert nach den Ansprüchen Ihres Unternehmens. Bei uns finden Sie diverse Anbieter von Fördertechnik, Lagerlösungen und vielem mehr, die Sie gerne beraten und Ihnen dabei helfen.

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