Was ist Facility Management?

Facility Management (FM) ist hierzulande ein recht junger Fachbegriff. Erst 2011 wurde der Terminus als DIN EN 15 221-1 in Deutschland genormt. Trotzdem hat sich weithin der Glaube verfestigt, Facility Management sei lediglich eine neumodische Bezeichnung für den Hausmeisterberuf. Tatsächlich umfasst es viel mehr, das macht den Einkauf von Facility-Management-Leistungen so komplex.

Im Facility Management werden Gebäude oder Anlagen in ihrer Ganzheit und über ihren gesamten Lebenszyklus betrachtet – von der Planung bis zum Abriss. Ziel ist es, alle Prozesse rund um eine Immobilie so zu koordinieren, dass diese so günstig und effizient wie möglich bewirtschaftet und betrieben werden kann. Dazu gehören auch die Bereitstellung von Anlagen und die dauerhafte Sicherung des Anlagen- und Gebäudewerts. Facility Management ist somit ein strategischer und ganzheitlicher Managementansatz. Aktuell arbeiten in Deutschland rund 4,67 Millionen Erwerbstätige im Facility Management.

Bis zu zehn Prozent Umsatzwachstum pro Jahr

Die Jahre 2006 bis 2008 waren durch große Outsourcing-Bewegungen und strategische Zukäufe im Facility Management geprägt. Das jährliche Umsatzwachstum der 25 größten Anbieter Deutschlands lag in diesem Zeitraum bei rund zehn Prozent, so die Studie „Facility-Service-Unternehmen in Deutschland“ von Lünendonk & Hossenfelder aus dem Jahr 2018. Demnach stabilisierten sich zwischen 2009 und 2014 die Umsatzsteigerungen bei Werten zwischen drei und fünf Prozent. Der Markt für Facility-Management-Dienstleistungen konsolidierte sich und erlangte eine neue Marktreife. Dienstleister wurden verkauft und Margen sanken.

2015 steigerten die 25 umsatzstärksten Facility Service-Anbieter ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent. Die Gesamtsumme für den Einkauf von Facility Management, also aller extern vergebenen Facility Services, belief sich laut Studie auf insgesamt 50,5 Milliarden Euro. Dieses Umsatzplus führen die Marktforscher jedoch auf zwei Sonderkonjunktureffekte zurück: die Migrationsbewegungen und die Einführung des Mindestlohns.

Ein Jahr verändert das Facility Management

2015 mussten innerhalb kürzester Zeit sehr viele Flüchtlinge untergebracht, verpflegt und versorgt werden. Von der Betreuung in Erstaufnahmeeinrichtungen profitierten laut Studie vor allem mittelgroße und kleine Anbieter von Facility-Management-Dienstleistungen. Besonders gefragt waren Catering, Security Services und Reinigungsdienste.

Den zweiten großen Sondereffekt für den Einkauf von Facility Management im Geschäftsjahr 2015 brachte der seit 1. Januar des Jahres geltende allgemein verbindliche Mindestlohn. Er führte zu einer Erhöhung des Bruttostundenlohns insbesondere bei gering qualifiziertem Servicepersonal.

Umsatzentwicklung 2016 und 2017

2016 steigerten die 25 größten Facility-Management-Dienstleister Deutschlands ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf insgesamt 52,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2015 waren es 50,5 Milliarden Euro. Die Analysten von Lünendonk & Hossenfelder gehen davon aus, dass dieses Wachstum auch auf die Sonderkonjunktureffekte des Jahres 2015 zurückzuführen ist, die 2016 nachwirkten. Denn 2017 legten die Unternehmen im Schnitt „nur“ um 3,8 Prozent zu. Das Wachstum pendelte sich wieder auf das Niveau von 2013 und 2014 ein.

Aktuelle Entwicklungen im Einkauf von Facility-Management

Laut der Studie prognostizieren die Dienstleister für das Geschäftsjahr 2018 einen durchschnittlichen Umsatzanstieg von 5,3 Prozent. „Ausschlaggebend für die gute Entwicklung der vergangenen Jahre war neben der Flüchtlingsthematik und der großen Sonderausschreibungen die insgesamt gute Konjunktur mit hoher Bautätigkeit, die auch die Nachfrage nach Facility Services steigen ließ“, erläutert Jörg Hossenfelder, geschäftsführender Gesellschafter von Lünendonk & Hossenfelder.

Positiv wirkt sich auf die Facility-Management-Branche aus, dass Verstöße gegen die Lohngesetzgebung schärfer kontrolliert werden. Das stärkt seriöse Anbieter. Außerdem wächst das Bewusstsein für Gesundheit, Sicherheit und Qualität in breiten Schichten der Gesellschaft. Hinzu kommt ein klarer Trend zum Einkauf gebündelter Facility-Management-Dienstleistungen. „Es sind erste Anzeichen zu erkennen, dass sich die fragmentierte Marktstruktur hin zu wenigen großen Multidienstleistern sowie auf wenige Leistungen, Branchen und Regionen spezialisierte mittelgroße und kleine Anbieter wandelt“, so Thomas Ball, Senior Consultant bei Lünendonk & Hossenfelder.

Die vollständige, rund 300 Seiten umfassende Studie lässt sich für 2.000 Euro (zuzüglich Mehrwertsteuer) unter luenendonk-shop.de beziehen.