85 Prozent gar nicht oder wenig vorbereitet

Für die IW-Studie wurden mehr als 1.100 Firmen aus Industrie und industrienahen Dienstleistungen befragt. Beinahe 85 Prozent von ihnen geben an, gar nicht (60 Prozent) beziehungsweise nur in geringem Maße (24,7 Prozent) auf ein Scheitern der Austrittsverhandlungen vorbereitet zu sein. Als „gut vorbereitet“ sehen sich gerade mal 1,7 Prozent der Befragten.

Nur etwas besser sieht es bei den Firmen aus, die ins Vereinigte Königreich exportieren: In diesem Segment halten sich 30 Prozent für gar nicht und 44 Prozent für wenig vorbereitet. In hohem Maße vorbereitet sind nach eigenen Angaben lediglich 2,7 Prozent der Unternehmen mit UK-Exporten.

Viele Unternehmen, die sich keine Gedanken machen würden, seien zumindest indirekt über ihre Lieferkette vom Brexit betroffen, wie das IW betont. Dementsprechend hält IW-Volkswirt Jürgen Matthes das Umfrageergebnis für besorgniserregend: „Wer glaubt, immer weiter abwarten zu können, um einen Notfallplan zu erstellen, irrt sich.“

Verzögerungen und rechtliches Chaos drohen

Der Austritt des Vereinigten Königreichs ist auf Ende März 2019 terminiert. Scheitern die Verhandlungen, wären Zölle und Kontrollen an den Grenzen wohl die Folge – mit entsprechenden Auswirkungen auf den Handel mit Waren und Dienstleistungen. So ist aufgrund der Zollkontrollen mit erheblichen Verzögerungen im Grenzverkehr zu rechnen. Zudem droht ein rechtliches Durcheinander, da in vielen Bereichen überhaupt nicht klar ist, welche Regeln für den grenzüberschreitenden Handel gelten würden.

„Wir befürchten im No-Deal-Szenario erhebliche Schäden für die deutsche Wirtschaft“, meint Hubertus Bardt, Co-Autor der Studie.