Die Verpackung aus Sicht der Hersteller

Ohne Verpackung ist der Verkauf vieler Lebensmittel undenkbar. Die Umhüllung schützt den Inhalt vor Verschmutzung und Verderb und macht den Transport und das Angebot im Supermarktregal erst möglich. Hersteller wünschen sich eine leichte Verpackung, die sich gut stapeln und transportieren lässt. Dabei soll möglichst wenig Raum verschwendet werden, das senkt die Kosten für Transport und Lagerhaltung. Außerdem sind Umverpackungen wichtige Werbeflächen, die eine deutliche Abgrenzung zu Mitbewerbern ermöglichen. Weiterhin bietet die Packung den nötigen Raum, um der gesetzlich vorgeschriebenen Kennzeichnungspflicht nachzukommen. Die gesetzlichen Bestimmungen stellen zusätzlich hohe Anforderungen an die Müllvermeidung und die Recyclingfähigkeit von Verpackungen. 

Lebensmittelverpackungen aus Sicht der Verbraucher

Verbraucher bewerten Verpackungen zuerst nach Optik und Haptik. Nach dem Kauf steht die einfache Benutzung im Vordergrund. Lebensmittelpackungen sollen sich leicht öffnen und gut wieder verschließen lassen. Unnötige und unpraktische Verpackungen fallen beim Kunden durch. Zu viel Müll soll nicht anfallen. Verpackungen, die Schadstoffe an den Inhalt abgeben, sind wenig beliebt. Umhüllungen, die eine gewisse Wertigkeit vermitteln, unterstreichen die Qualität des Produkts. Somit beeinflussen Art und Gestaltung der Lebensmittelverpackung den Absatz deutlich. 

Lebensmittelverpackungen mit Mehrwert

In den letzten Jahren kommen zunehmend Verpackungen auf den Markt, die mehr leisten, als nur Schutz zu bieten. Ein typisches Beispiel ist der Einsatz feuchteregulierender Materialien in der Fleischverpackung. Saugeinlagen aus Polyacrylaten können bis zum 500-Fachen ihres Eigengewichts aufnehmen. Bei Frischfleischprodukten fangen sie austretenden Fleischsaft auf. Das verbessert die Haltbarkeit des Produkts und vermittelt dem Kunden ein Gefühl von Qualität. Spezielle Dichteinlagen verhindern den Kontakt zu Sauerstoff, denn bei vielen Lebensmitteln führt Sauerstoff zur Oxidation und Farbe und Geschmack verändern sich. Aktive Verpackungen verhindern diesen Effekt. Sie kommen im Bereich der Fertiggerichte, bei Bier und bei eingeschweißtem Frischfleisch zum Einsatz. 

Intelligente Lebensmittelverpackungen sind die Zukunft

Indikatoren und QR-Codes geben dem Verbraucher die Möglichkeit, mehr Informationen über ein Produkt zu erhalten. Gleichzeitig erhöhen sie das Gefühl der Sicherheit. In der regelmäßig von Skandalmeldungen gebeutelten Lebensmittelbranche erhöhen zusätzliche Sicherheitsmerkmale die Akzeptanz von Produkten und sorgen für einen Wettbewerbsvorteil. Bisher wenig genutzt werden folgende Features für Lebensmittelverpackungen:

  • Frischeindikatoren, beispielsweise auf der Basis von Schwefeldioxid oder Sauerstoff, zeigen über eine Verfärbung den Verderb von Lebensmitteln an. Die Indikatorstreifen reagieren auf die durch den Verderb freigesetzten Stoffe und geben dem Verbraucher eine sichere Rückmeldung über den Zustand des Packungsinhalts. Da viele Verbraucher Lebensmittel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums ungeprüft entsorgen, könnten die Indikatoren den Anteil weggeworfener Lebensmittel verringern.
  • Time Temperature Indicator Systems (TTI-Systeme) reagieren auf zu hohe Temperaturen. Sie sind ideal, um zu zeigen, dass bei sensiblen gekühlten Lebensmitteln sowie bei Tiefkühlkost die Kühlkette ununterbrochen aufrechterhalten worden ist.
  • QR-Codes bieten die Möglichkeit, Verbrauchern über das Smartphone zusätzliche Informationen über die Herkunft und den Produktionsweg zugänglich zu machen oder gezielt auf Werbung zu leiten.
  • RFID-Chips ermöglichen, Informationen zum Produkt abzuspeichern. Mit speziellen Lesegeräten erfassen Händler einfach das Herstell- oder Abfülldatum beziehungsweise die Haltbarkeit. Das erleichtert die Überwachung der Bestände in Lager und Markt. Allerdings könnten mit den Chips auch Kundenvorlieben erfasst und ausgewertet werden. Daher stellen sich Fragen zum Datenschutz.

Wettbewerbsfähig bleiben

Nach einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) bestimmen in Deutschland mittelständische Unternehmen den Markt für Lebensmittelverpackungen. Bedingt durch die geringe Größe erreichen diese Unternehmen meist keine großen Einkaufsmengen bei den Rohstoffen. Ihre Möglichkeiten zu Preisverhandlungen sind eingeschränkt. Gleichzeitig herrscht in der Lebensmittelindustrie ein großer Preisdruck. Um in Deutschland und auf dem europäischen Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Innovationen und nachhaltige Produktlinien nötig. Ausländische Mitbewerber punkten mit niedrigeren Lohnkosten und einem besseren Zugang zu Rohstoffen. Die Mehrzahl der Anbieter erwirtschaftet zu niedrige Umsätze, um auf dem internationalen Markt dauerhaft zu bestehen. Kooperationen mit Mitbewerbern und eine Ausweitung der Aktivitäten in Schwellenländer stellen sinnvolle Maßnahmen dar, um dauerhaft am Markt zu bestehen. Hier finden Sie Anbieter für Verpackungen in der Nahrungsmittelindustrie sowie Lebensmittel produzierende Betriebe.