Alles zu seiner Zeit

Die Fokussierung auf saisonale Nahrungsmittel, die idealerweise auch aus der eigenen Region stammen, hat gleich mehrere Vorteile. So entfallen in der Regel lange Transportwege, denn was in der Region und in der Saison wächst, stammt häufig direkt vom Erzeuger um die Ecke. Der saisonale Schwerpunkt spart außerdem Energiekosten, die sonst für die Lagerhaltung eingesetzt werden müssen. Für den Verbraucher kommt der Frischeaspekt hinzu: Saisonal gewachsene Lebensmittel haben keine langen Transport- oder Lagerzeiten hinter sich und sind dementsprechend nährstoffreicher und schmackhafter. Schließlich spielen auch ökonomische Gesichtspunkte eine Rolle – zumindest für den Endverbraucher. Denn die großen Importkonzerne agieren international und das ausgegebene Geld bleibt weder in der Region noch im Land.

 Saisonal essen heißt abwechslungsreich essen

Oft herrscht die Meinung vor, dass die regionale Ernährung langweilig und eintönig sei. Im Grunde ist das Gegenteil der Fall. Wer zulässt, dass die saisonale Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln den Speiseplan beeinflusst, wird häufig mit neuen Nahrungsmitteln konfrontiert und damit auch mit neuen Zubereitungsarten und Rezepten. Der Kauf saisonaler Produkte führt dazu, dass auch vielleicht vergessene Gemüsesorten wieder einmal auf den Tisch kommen. Auch der ideelle Wert ist dabei nicht zu verachten: Was nur selten auf den Tisch kommt, erfährt mehr Wertschätzung und schmeckt einfach besser.

Saisonkalender für das ganze Jahr

In Deutschland wachsen nahezu zu allen Jahreszeiten verschiedene Gemüsesorten oder stehen als Lagergemüse zur Verfügung. Bei einer saisonalen Ernährung kommt je nach Monat zum Beispiel Folgendes auf den Speiseplan:

  • Januar: einheimische Äpfel als Lageräpfel, deutsche Wintergemüse wie Kohl oder Feldsalat
  • Februar: Äpfel, Wurzelgemüse und Kohl oder Winterporree
  • März: Äpfel, Wurzelgemüse und Kohl und Mangold
  • April: der erste deutsche Spargel, Erdbeeren, Rhabarber, Freiland-Spinat und frische Kräuter
  • Mai: Spargel, Erdbeeren, Kartoffeln und Salate, Kohlrabi, Radieschen
  • Juni: Erdbeeren, Zuckerschoten und Beerenobst
  • Juli: frisches Obst, Tomaten, Mangold, Salate
  • August: Salat, Pilze, Auberginen und Zucchini, viele Arten von Kernobst
  • September: Pflaumen, Weintrauben, frische Äpfel, Busch- und Stangenbohnen, Fenchel und die ersten Kürbisse
  • Oktober: Äpfel und Birnen, Quitten, Endiviensalat, Möhren, Rote Bete
  • November: Kohl, Wurzelgemüse, Steckrübe, Petersilienwurzeln
  • Dezember: Schwarzwurzeln, Pastinaken, Kohl

Auch wenn der Speiseplan sicher nicht immer nur aus regionalem Gemüse besteht, lohnt es sich doppelt, verstärkt darauf zurückzugreifen: Die Umwelt profitiert davon ebenso wie die Gesundheit und auch das Portemonnaie wird geschont. Denn saisonale Waren sind zu ihrer Zeit stark verfügbar und das wirkt sich direkt auf die Preise im Großhandel wie auch im Einzelhandel aus.

Saisonale Lebensmittel richtig lagern

Der Einkauf saisonal verfügbarer Lebensmittel schließt die Lagerhaltung keineswegs aus. Im kühlen Keller, aber auch im Kühlschrank richtig gelagert, sind viele Lebensmittel lange haltbar und sorgen dafür, dass in der Saison stets das gewünschte Produkt zur Verfügung steht. Einkäufe auf Vorrat verstärken den Umweltaspekt der saisonalen Ernährung zusätzlich: Denn bei jeder Fahrt mit dem Auto entstehen Treibhausgase, die das Klima und die Atmosphäre belasten. Je seltener Einkäufe getätigt werden, umso weniger klimaschädliches CO2 gelangt in die Umwelt. Für die Lagerung von Gemüse eignet sich in vielen Fällen der Kühlschrank und dort das Gemüsefach. Ideal sind Geräte mit verschiedenen Lager- oder Frischezonen. Feuchtigkeit und Temperatur sind je nach Zone ideal an das zu lagernde Lebensmittel angepasst, das so länger frisch bleibt. Die meisten Gemüsearten halten sich im Kühlschrank mehrere Tage. Äpfel, Kartoffeln oder Möhren können an dunklen und kühlen Orten auch über mehrere Monate aufbewahrt werden. Das macht vor allem dann Sinn, wenn die pflanzlichen Lebensmittel aus eigenem Anbau kommen – der Königsdisziplin der regionalen und saisonalen Ernährung.

So spielen saisonale Lebensmittel ihre Stärke aus

Wer nicht auf exotische und mediterrane Lebensmittel und Früchte verzichten möchte, der kann sich natürlich in den Regalen der Supermärkte dennoch bedienen. Oft sind jedoch Geschmack und Aroma nicht wirklich zufriedenstellend. Im Besonderen gilt dies für nicht nachreifendes Obst wie zum Beispiel Bananen, Beerenobst oder Zitrusfrüchte. Wer sich dagegen saisonal ernährt und dazu auf Produkte aus der Region achtet, hat diese Probleme deutlich weniger und profitiert von frischen Lebensmitteln, die aufgrund der guten Verfügbarkeit noch dazu häufig deutlich günstiger ist als die Importware. Kurze Transport- und Lagerfristen sorgen dafür, dass sowohl in Bezug auf Inhaltsstoffe als auch auf Geschmack eine hohe Qualität erhalten bleibt.

Fazit: Saisonale Ernährung lohnt sich

Wer sich ausschließlich oder hauptsächlich von saisonalen Lebensmitteln ernähren will, kann dies in Deutschland mühelos bewerkstelligen – ohne persönliche Einbußen zu haben. Im Gegenteil: Diese Art der Ernährung ist durch einen flexiblen Speiseplan von Januar bis Dezember sehr abwechslungsreich und ausgewogen. Doch nicht nur der Geschmack ist ein Vorteil der saisonalen Ernährung, auch für die eigene Gesundheit ergeben sich zahlreiche Nutzen: Dank der kurzen Transportwege und Lagerungen ist die Ware frischer und damit um einiges nährstoffreicher als beispielsweise exotische Früchte vom anderen Ende der Welt. Ganz nebenbei schont man die Umwelt dabei auch noch und senkt zusätzlich Energiekosten.