Was ist EN 10204?

EN 10204 ist eine europäische Norm aus dem Jahr 2004. Sie stellt die Nachfolgernorm von EN 10204:1995 dar. Diese Norm legt verschiedene Arten von Prüfbescheinigungen fest. Der Besteller der Erzeugnisse kann in Übereinstimmung mit den Vereinbarungen die Prüfbescheinigungen bei der Lieferung der Erzeugnisse zur Verfügung gestellt bekommen. DIN EN 10204 bezieht sich auf die Lieferung metallischer Erzeugnisse.

Die EN 10204 umfasst verschiedene Zeugnisse:

Werksbescheinigung
  • Bestätigt die Übereinstimmung mit der Bestellung
  • Bescheinigung wird durch den Hersteller bestätigt
Werkszeugnis
  • Bestätigt die Übereinstimmung mit der Bestellung unter Angabe von Ergebnissen der nichtspezifischen Prüfung
  • Bescheinigung wird durch den Hersteller bestätigt
Abnahmeprüfzeugnis
  • Bestätigt die Übereinstimmung mit der Bestellung unter Angabe von Ergebnissen der spezifischen Prüfung
  • Bescheinigung wird durch den von der Fertigungsabteilung unabhängigen Abnahmebeauftragten des Herstellers bestätigt
Abnahmeprüfzeugnis
  • Bestätigt die Übereinstimmung mit der Bestellung unter Angabe von Ergebnissen spezifischer Prüfung
  • Bescheinigung wird durch den von der Fertigungsabteilung unabhängigen Abnahmebeauftragten des Herstellers und den vom Besteller beauftragten Abnahmebeauftragten bestätigt

Gemeinsam ist allen Prüfbescheinigungen nach EN 10204, dass sie vom Hersteller ausgestellt und bestätigt werden. Der Hersteller trägt damit die Verantwortung für die korrekte Analyse- und Messleistung. Der Abnahmebeauftragte bestätigt mit seiner Unterschrift die Ergebnisse der Prüfung, doch führt er die Prüfung nicht selbst durch. Die Prüfung kann durch Prüflabore erfolgen. In den Laboren wird die Dokumentation mit Verfahren erstellt, die auf die Mess- und Analysetechnik abgestimmt sind.

Die Prüfbescheinigungen gemäß EN 10204 unterscheiden sich nur in den Regularien, aber nicht in ihrem technischen Inhalt. Das OLG Hamm hat bereits 1986 die rechtliche Bedeutung der Ergebnisse formuliert. Der Besteller ist trotz Werkszeugnis EN 10204 verpflichtet, die Mess- und Analysegeräte selbst auf Genauigkeit zu prüfen.

Die Aussagekraft der Abnahmezeugnisse nach EN 10204

Der Hersteller trägt die Verantwortung für die Prüfung von Mess- und Analysetechnik: Der Abnahmebeauftragte leistet zur Bestätigung lediglich seine Unterschrift. Die Zeugnisse sind keine Garantie dafür, dass alle Richtlinien und Vorgaben, wie in der Messanalyse beschrieben, tatsächlich eingehalten werden. Ein Werkszeugnis EN 10204 und die anderen Prüfzeugnisse der Norm sind jedoch ein wichtiges Instrument für das Qualitätsmanagement, da sie aufschlussreiche Anhaltspunkte für interne Prüfungen liefern. Grundlagen der Prüfzeugnisse sind beispielsweise Werkstoff-Spezifikationen der Zulieferer. Trotz Abnahmezeugnis kann eine Eigenüberprüfung zur Verifizierung der Prüfdokumentation sinnvoll sein. Werden Abweichungen festgestellt, können die entsprechenden Maßnahmen ergriffen werden.

 

Für die exakte Qualität der Produkte müssen die Mess- und Analysegeräte sehr genau sein. (Foto: Unsplash.com/Kai Dahms)

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Die Eigenüberprüfung ist rechtlich relevant. Bei Schäden aufgrund eines falschen Abnahmeprüfzeugnisses muss auch der Anwender haften, wenn er die Mess- und Analysetechnik nicht selbst mit geeigneten Methoden geprüft hat.

Präzise Daten mit intelligenter Messtechnik

Die EN 10204 verlangt für die Messgenauigkeit und die Sicherheit eine exakte Abstimmung der Messtechnik auf das jeweilige Einsatzgebiet. Die Geräte müssen den Belastungen durch Mess- und Analysematerial standhalten. Für die exakte Qualität der Produkte müssen die Mess- und Analysegeräte entsprechend genau sein: Bereits geringe Ungenauigkeiten führen gegebenenfalls zu Abrechnungsfehlern und damit zu schweren finanziellen Einbußen eines Unternehmens.

Die EN 10204 schreibt vor, dass in jedem Schritt des Produktionsablaufs kontinuierliche Analysen durchgeführt und dokumentiert werden. Die Analysen und Messungen beschränken sich nicht nur auf die Produktion, sie betreffen auch die Verpackung und den Vertriebsprozess.

Die Messsystemanalyse als wichtiges Instrument im Qualitätsmanagement

Die Messsystemanalyse ist ein wichtiges Instrument im Qualitätsmanagement. Es wird geprüft, ob ein Gerät mit den Ergebnissen im Abnahmeprüfzeugnis nach DIN EN 10204 übereinstimmt. Für Messabweichungen spielen die Aspekte Wiederholpräzision, Genauigkeit, Vergleichspräzision, Stabilität und Linearität eine wichtige Rolle.

Die Analyse beginnt mit der Prüfung der Auflösung, bei der die notwendige Genauigkeit der Anzeige hinsichtlich der erlaubten Messtoleranz untersucht wird. Eine Anzeige von 5 Prozent der Gesamttoleranz stellt die Grenze dar. Einzelne Kategorien der Messabweichung werden im Hinblick auf Genauigkeit und Wiederholpräzision untersucht.

Messung in Bezug auf die Realität

Um die Analysen und Messungen nach EN 10204 vorzunehmen, kommt es auf den Realitätsbezug an. Solche Prüfungen sind bei der Inbetriebnahme von Geräten sowie dann, wenn sich die Systeme oder die Umgebungsbedingungen grundsätzlich verändern, sinnvoll. Eine Messsystemanalyse ist sinnvoll bei

  • Aufstellung des Gerätes an einem neuen Standort
  • wesentlichen Veränderungen der Konstruktion
  • maßgeblichen Veränderungen der Umgebungskomponenten
  • Instandsetzung oder Generalüberholung der Messtechnik

 

EN 10204 - auf einen Blick:

  • DIN EN 10204 ist wichtige Grundlage für Mess- und Analysetechnik für metallische Erzeugnisse.
  • Der Besteller sollte trotz des Werkszeugnisses EN 10204 eine Eigenprüfung zur Sicherheit vornehmen.
  • Die Mess- und Analysetechnik ist ein wichtiger Faktor für die Qualitätssicherung.