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Topsharing: So klappt die Geschäftsleitung mit mehreren Personen

Es kann auch mehr als einen geben: Das traditionelle Modell, dass eine Person die Führung des Unternehmens verantwortet, hat in vielen Firmen ausgedient. Doch birgt ein geteiltes Führungsmodell nicht jede Menge Konfliktpotenzial? Nicht unbedingt, sofern sich die Beteiligten auf eine einheitliche Strategie einigen können. Dann sind Topsharing-Modelle sogar überaus erfolgsversprechend. Bei uns erfahren Sie, worauf es dabei ankommt, welche Rolle das Team spielt und wie die Führungsriege von geteilten Verantwortlichkeiten profitieren kann.

Vier Augen sehen mehr als zwei

Ob zwei oder mehr Chefs sich in Vollzeit um verschiedene Bereiche kümmern oder in Teilzeit um eine Abteilung oder sogar um das ganze Unternehmen – geteilte Führung bietet zahlreiche Vorteile. So gibt es verschiedene Modelle, bei denen die Mitarbeiter mehrere Vorgesetzte haben:

  • Topsharing: Teilzeit für Führungskräfte
  • Shared Leadership: Zwei oder mehr Chefs teilen verschiedene Aufgabengebiete untereinander auf
  • Management by Exception: Das Team übernimmt weitgehende Führungsaufgaben

Topsharing hat sich vor allem vor dem Hintergrund der Vereinbarkeit von Familie und Beruf als ideal erwiesen. Zwei Chefs teilen sich in Teilzeit die Geschäftsführung. Damit sie sich dabei nicht in die Quere kommen, ist die exakte Aufteilung der Arbeitszeiten und/oder Verantwortlichkeiten wichtig. Idealerweise kümmern sich beide um jeweils unterschiedliche Bereiche. Zum Beispiel ist einer für den operativen Bereich tätig, der oder die andere erarbeitet langfristige Strategien. Dabei ist eine stetige Kommunikation wichtig: Entscheidungen sollten gemeinsam getroffen werden, regelmäßige Updates und Meetings helfen dabei, dass beide im Bilde darüber bleiben, was im Unternehmen geschieht. Die wichtigste Grundlage ist Vertrauen: Bei Abwesenheit des einen vertritt der andere ihn oder sie in vollem Umfang. Damit das gelingt, müssen beide an einem Strang ziehen.

Jobsharing in Vollzeit

Auch wenn zwei oder mehrere Vollzeit-Chefs in einem Unternehmen erfolgreich miteinander agieren, ist es empfehlenswert, die Führung in verschiedene Bereiche aufzuteilen. Aber auch wenn sich mehrere Personen einen Bereich teilen, hat das Vorteile: Zwei wissen mehr als einer und beide profitieren vom Know-how des jeweils anderen. Insbesondere bei komplexen Themen zahlt sich doppelte Führung aus: Ein ständiger Wissensaustausch sorgt für ein umfassendes Bild der Situation.

Wer delegiert, motiviert

Motivation ist einer der wichtigsten Gründe, warum eine geteilte Führung im Team so attraktiv ist. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen, jedes Mitglied bringt sich mit seinem spezifischen Wissen und seinen Eigenschaften ein. Das Team kann kooperativer arbeiten, ist motivierter, weil es direkten Einfluss auf seine Arbeit hat – und so steigt auch die Leistungsbereitschaft. Doch es gibt auch Schattenseiten: Wenn jeder etwas zu sagen hat, birgt das durchaus Konfliktpotenzial. Zudem besteht die Gefahr, dass nicht jeder sich mit der durchgesetzten Strategie oder Lösung anfreunden kann. Geteilte Führung im Team kann nur funktionieren, wenn das Betriebsklima stimmt und die Mitarbeiter sich mit ihrem Unternehmen identifizieren.

Führungssache ist Chefsache

Und die Mitarbeiter? Wie profitieren sie von zwei oder mehr Chefs? Wenn alles gut geht, indem ein angenehmes Arbeitsklima herrscht und das Unternehmen geschäftlichen Erfolg hat. Denn eine erfolgreiche geteilte Führung entsteht meist aus einem gutem Unternehmensklima, in dem neue Modelle gerne ausprobiert werden – so wie Topsharing, wo sich auch der Chef geplante Auszeiten nehmen und in Teilzeit delegieren kann. Dafür ist es allerdings notwendig, dass die Führungsriege sich einig ist. Nichts ist schädlicher für das Klima im Unternehmen als zwei Bosse, die widersprüchliche Arbeitsanweisungen geben.

Kommunikation ist alles

Übergreifende Entscheidungen sollten immer im Team beziehungsweise mit dem Tandempartner besprochen werden. Geht es jedoch um Entscheidungen im Bereich, der jeweils einem der Partner unterstellt ist, muss nicht jedes Detail abgestimmt werden. Erstens werden so unter Umständen dringende Entscheidungen, die schnelle Lösungen verlangen, behindert. Zweitens beschneidet es letztendlich die Kompetenzen eines Chefs – der ist schließlich in seinem Bereich Experte und weiß, was er tut.

Erfolgsfaktor geteilte Führung

Geteilte Führung kann viele Vorteile haben: Die Kompetenzen von zwei oder mehr Personen können sich ergänzen, Entscheidungen werden im Team getroffen und können so besser abgewägt werden. Auch die Motivation steigt. Die Teilzeit-Führung hat zusätzlich den Vorteil, dass die Führungskräfte durch die ausgewogenere Work-Life-Balance im Job ausgeglichener sind. Dass überhaupt die Möglichkeit besteht, ein anderes als das traditionelle Führungsmodell einzuführen, ist meist einem ohnehin schon modernen Unternehmensklima zu verdanken – und davon profitieren auch die Mitarbeiter. Allerdings sind eine gute Kommunikation und stetiger Austausch maßgeblich dafür, dass geteilte Führung funktioniert.

  • Vom Know-how gegenseitig profitieren: Bei komplexen Themen ist eine geteilte Führung besonders ratsam.
  • An einem Strang ziehen: Die Führungskräfte müssen sich in entscheidenden Themen einig sein und das auch nach außen spiegeln.
  • Kommunikation ist alles: Entscheidungen, die das Unternehmen im Ganzen betreffen, müssen abgesprochen werden.
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