Im Jahr 2016 haben wir mit Dr. Christoph Feldmann, 2013-2017 BME-Hauptgeschäftsführer, über den Verband und dessen Leistungen gesprochen. 
 

Das BME-Gütesiegel im Überblick


Herr Dr. Feldmann, was verbirgt sich hinter dem BME-Gütesiegel und wofür steht es?

Es handelt sich um einen Prüfservice für Software und elektronische Plattformen, der seit nunmehr 13 Jahren zu unseren Kompetenzen zählt. Das Prädikat wird vom BME an Lösungen vergeben, die zur Optimierung des Einkaufs und der Logistik beitragen. Entstanden ist es auf Initiative unserer Mitgliedsunternehmen, die sich auf der Suche nach passender Software an unseren Verband gewandt haben. Nachdem zuerst klassische Einkäufer-Themen wie Katalogmanagement im Fokus standen, ist die Palette der Anwendungen über die Jahre immer größer geworden. Mittlerweile bewerten wir zum Beispiel auch Lösungen in den Bereichen Absatzplanung, Desktop Purchasing, Supplier Relationship Management oder Mobile Procurement.

Warum brauchen Firmen, wie beispielsweise „Wer liefert was“, das Gütesiegel?

Als Betreiber einer umfassenden Lieferantenplattform hat sich „Wer liefert was“ bei Einkäufern einen guten Namen gemacht. Dass sich das Unternehmen vor diesem Hintergrund dazu entschlossen hat, seine Suchsysteme durch den BME zertifizieren zu lassen, erscheint mir nur folgerichtig. Durch unser Gütesiegel können Anbieter wie wlw die eigenen Produkte dahingehend überprüfen lassen, ob sie die Erwartungen des Einkaufs auch tatsächlich erfüllen.

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Daher kann der Anwender darauf vertrauen, dass die Qualität mit einem neutralen Blick auf die Dinge nachgewiesen wurde. 

Welche Vorteile haben die Anwender?

Der Nutzerkreis kann bei der Anschaffung auf Nummer sicher gehen, dass die individuellen Anforderungen des Einkaufs und die damit verbundenen Software-Standards erfüllt werden. Am Kriterienkatalog haben zahlreiche erfahrene Fachleute aus dem Umfeld des BME mitgewirkt, sodass die abgefragte Kompetenz auf einem breiten Fundament steht. Daher kann der Anwender darauf vertrauen, dass die Qualität mit einem neutralen Blick auf die Dinge nachgewiesen wurde. 

Welchen Unterschied gibt es zu anderen Siegeln, wie zum Beispiel Trusted Shop oder TÜV Süd?

Im Unterschied zum TÜV beschränken wir uns auf Beschaffungslösungen, da hier unsere Kernkompetenzen liegen. Wir prüfen nicht nur Shops, sondern die komplette Palette an elektronischen Lösungen zur Optimierung des Einkaufs und der Logistik, also bis hin zu SAP-Zusatzlösungen. 
 

Dr. Christoph Feldmann auf einer Pressekonferenz

Dr. Christoph Feldmann bei einer Pressekonferenz. (Foto: BME/Ingo Schwarz)

 

Die BME-Benchmarks


Sowohl das BME-Gütesiegel als auch die BME-Benchmark-Services unterstützen den Einkäufer im Einkaufsprozess. Das Gütesiegel hilft bei der Auswahl der richtigen Beschaffungstools bzw. Software. Die Benchmarking-Dienste liefern dann im nächsten Schritt eine Unterstützung zur Messung der Leistungsfähigkeit des Einkaufs.

Der BME bietet auch zahlreiche Benchmark-Services an. Was steckt hinter diesen Angeboten?

Mit unseren Benchmarks geben wir Einkaufsabteilungen ein Instrument an die Hand, um die eigene Effizienz zu messen. Seit mittlerweile zehn Jahren unterstützen wir Entscheider im strategischen und operativen Geschäft mit einem breiten Spektrum an Vergleichsmöglichkeiten – angefangen bei den „Top-Kennzahlen im Einkauf“, die nun in der zehnten Auflage vorliegen, bis hin zu diversen Markt- und Preisspiegeln, die ein wichtiges Mittel zur stetigen Marktbeobachtung und Entscheidungsfindung sind. Unternehmen können sich bei uns außerdem die Sicherheit ihrer Supply Chain bescheinigen und ihren eigenen Reifegrad bewerten lassen. 

Warum brauchen Firmen eine solche Benchmark-Leistung?

Die auf einer umfangreichen Datenbank basierenden Auswertungen ermöglichen das Aufdecken eigener Schwachstellen und ein Ergreifen der richtigen Maßnahmen. Einkaufsentscheider erfahren über die Benchmarks ziemlich genau, wo sie ansetzen müssen, um in Zukunft noch effizienter zu werden. Viele haben so in den vergangenen zehn Jahren mehr Transparenz über ihre Kostenstrukturen gewonnen. Das Ende der Fahnenstange ist aber noch nicht erreicht: Gerade was den Wandel des Einkaufs vom operativen Bestellschreiber zum Supply-Strategen betrifft, sehen wir noch immer viel Luft nach oben. 

 

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Gerade was den Wandel des Einkaufs vom operativen Bestellschreiber zum Supply-Strategen betrifft, sehen wir noch immer viel Luft nach oben. 

Welche Firmen nutzen diese Leistung?

Unsere Benchmarking-Produkte werden von vielen Mitgliedern als objektives Instrument zur individuellen Standortbestimmung eingesetzt. An der zehnten Erhebung der TOP-Kennzahlen beteiligten sich rund 250 Unternehmen – vom großen DAX-Konzern bis zum KMU. 
 

Die Hauptveranstaltung - Das BME-Symposium im Check: 


Aus welcher Intention heraus wurde das „Symposium Einkauf und Logistik“ zum ersten Mal abgehalten?

Der Einkäuferkongress hat eine lange Tradition, die 1958 mit dem ersten Deutschen Einkäufer-Kongress in Düsseldorf begann. Damals wie heute geht es darum, Einkäufern und Logistikern die Möglichkeit zum Networking und damit zum direkten Meinungs- und Erfahrungsaustausch zu geben. Aktuelle Entwicklungen, die immer wieder mit neuen Herausforderungen einhergehen, sollen so möglichst frühzeitig aufgespürt werden. In den knapp 60 Jahren ist das Symposium zu einem Event geworden, das in dieser Form einmalig in Europa ist. Im vergangenen Jahr begrüßten wir erneut eine Rekordzahl von über 2.200 Teilnehmern. 

Werden bei der Veranstaltung auch das Gütesiegel oder die Benchmarks des BME eine Rolle spielen? Und wenn ja, wie?

Wie jedes Jahr werden wir die TOP-Kennzahlen im Einkauf in einem Morning Special am dritten Kongresstag vorstellen. Dieses hat inzwischen schon Tradition und stößt bei den Teilnehmern immer wieder auf große Resonanz. Zusätzlich bieten wir in diesem Jahr erstmalig einen Workshop für Mittelständler an, der die Entwicklung eines eigenen Kennzahlensystems thematisiert. Wer auf der Suche nach passenden Software- und Dienstleistungsanbietern ist, kann neben dem Gütesiegel auch auf unsere große Ausstellung auf dem Symposium vertrauen, wo alljährlich rund 120 Aussteller ihre Produkte und deren Vorteile präsentieren. Auch „Wer liefert was“ ist dort seit Jahren mit einem Stand vertreten. 

Wird der Brexit Auswirkungen auf das diesjährige BME-Symposium haben?

Wir nutzen das Symposium stets, um aktuelle Themen auf die Agenda zu nehmen. So findet das diesjährige Symposium vom 9. bis 11. November direkt nach den Wahlen in den USA statt. Wir werden deshalb den ehemaligen US-Botschafter in Deutschland, John Kornblum, in Berlin zu Gast haben, der Stellung zu diesem weltpolitisch besonders wichtigen Ereignis bezieht. Stand heute gehe ich davon aus, dass die Zukunft von Großbritannien in der EU bis dahin noch nicht vom Tisch sein wird. Das aktuelle politische Geschehen wird sicherlich von einigen Rednern thematisiert und außerdem in Fachkonferenzen und Podiumsdiskussionen diskutiert.

Herr Dr. Feldmann, vielen Dank für das Interview!